Garten am Alpenrand: Hoffnung auf reiche Obsternte

 

Der Junifall – das klingt nach Krimi

Es geht tatsächlich um die Frage: welcher darf überleben? Zunächst entscheidet die Natur: Obstbäume und Sträucher stoßen die Früchte ab, die ungenügend befruchtet oder bereits geschädigt sind. Johannisbeeren verrieseln, Zwetschgen und Äpfel fallen ab. Heuer tragen die Apfelbäume extra reich, als wollten sie uns für den frostbedingten Totalausfall im vergangenen Jahr entschädigen. Der überreiche Behang bei einigen Sorten bringt Freude und Sorge zugleich: kann der Baum so viele Früchte verkraften? Bei meinen alten Obstsorten habe ich die Erfahrung gemacht, dass zu viele Früchte klein bleiben und nicht das volle Aroma entwickeln. Wenn beim Junifall nicht genug Äpfel abfallen, empfiehlt es sich, von Hand auszudünnen.

 

Es fällt mir zwar schwer, die kleinen Äpfel abzuschneiden, aber die verbliebenen werden um so schöner und besser im Geschmack. Und bei besonders reichtragenden Bäumen wie meinem Prinz Albrecht von Preußen kann man damit das Alternieren verhindern oder abmildern, also die Gefahr, dass nach einem besonders reichen Jahr ein besonders mageres folgt. Das Alternieren ist einer der Gründe, warum alte Sorten im Erwerbsobstbau wenig Chancen haben. Der Obstbauer braucht gleichbleibenden Ertrag. Beim Ausdünnen lasse ich nur ein bis zwei Äpfel pro Blüte am Baum. Das gibt immer noch eine reiche Ernte. Leicht fällt die Auswahl dann, wenn ein Apfel deutlich kleiner ist als die anderen. Im schlecht erreichbaren Kronenbereich überlasse ich die Auswahl den Vögeln. Beim roten Boskop kann ich mir die Arbeit sparen – Einen Totalausfall gibt es leider auch heuer: nach dem tagelangen Regen sind die Süßkirschen ausnahmslos geplatzt. 30. 6. 2018

Autor: annamariebirken

Journalistin und Autorin. Bücher: Dackelblick und Ringelschwanz - Erlebnisse mit Hunden, Schlüsselkind - Eine Kindheit in den 50er Jahren

3 Kommentare zu „Garten am Alpenrand: Hoffnung auf reiche Obsternte“

    1. Vorher gings nicht, wir hatten Dauerregen und tägliche Gewitter, es war zu feucht, ein übliches Problem im Juni am Alpenrand. Immerhin kann ich allmählich einige Himbeeren ernten, die sind fast jedes Frühjahr verregnet und werden erst im Herbst richtig schön. Nur der letzte Herbst war schon ab September kalt, da gabs keine Himbeer- und Brombeer-Ernte.

      Gefällt mir

    2. Ich höre auch von allen Seiten, dass es zu trocken ist. Aber Hund und ich sind heute wieder ziemlich durchnässt vom Spaziergang heim gekommen. Bei uns am Alpenrand bleiben die Wolken an den Bergen hängen und wir gehören zu den regenreichsten Gebieten in Deutschland. Nicht umsonst heißt unsere Gegend „das grüne Allgäu“.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s