Garten am Alpenrand: Gestern grün, heute weiß

Gestern grün, heute weiß: es hat mal wieder geschneit. Damit setzt der Frühling fort, was der Winter begonnen hat: warme Sonnentage wechseln mit Frost und eisigem Ostwind. Die Lenzrose – Helleborus orientalis -lässt sich von diesem Wechselspiel nicht stören und blüht wunderschön weiter. Ich liebe auch die Veilchen – Viola odorata -, die mit ihrem Duft und ihrem tiefen Blau den Zauber des Frühlings spüren lassen.

Die Himmelschlüssel – Primula eliator – unter den noch laublosen Apfelbäumen nutzen jeden Sonnenstrahl zur üppigen Blüte. In einer anderen Gartenecke scheinen sich Wildpflanzen und Gartenprimeln zu mischen zu einer Vielfalt an Formen und Farben von Hellgelb bis zu dunklem Purpur. Auch das Scharbockskraut – Ranunculus ficaria – blüht schon und damit ist die kurze Erntezeit vorbei. Stattdessen ergänzen zarte Löwenzahnblättchen und die ersten Röhren der Winterheckenzwiebel den Bärlauch – Allium ursinus -, der morgens frisch gepflückt aufs Frühstücksbrot kommt.

Der Bärlauch hat zum Glück nur wenig unter den letzten scharfen Frostnächten gelitten, auch der Neuschnee wird ihm nicht schaden. Aber beim tränenden Herz sind bei minus 12 Grad die schon großen Blätter erfroren, zum Glück nicht alle. Erfahrungsgemäß wird es nachtreiben. Die Birnenknospen am Spalier wollen sich auch schon öffnen, aber ich hoffe, dass sie sich noch Zeit lassen, bis es dauerhaft wärmer wird. 30. 03. 2020

Garten am Alpenrand: die Lenzrose blüht!

Der Vorfrühling zeigt sich von seiner schönsten Seite: die Lenzrose blüht – eine späte Verwandte der Christrose – und der Krokus ist eine Pracht. Warme Tage mit Temperaturen bis 16 Grad lassen den Bärlauch sprießen und mit leuchtenden roten Bällen schiebt sich der Rhabarber aus dem Boden.

Im Garten ist jetzt Aufräumen angesagt: die Stauden werden geschnitten und wo in den Blumenbeeten Knoblauchrauke, Nelkenwurz und kriechender Hahnenfuß das Regiment übernehmen wollen, werden die dort unerwünschten Beikräuter beseitigt. Sie haben ihren Platz in den ausgedehnten wilden Ecken des Gartens. Ein Teil der Apfelbäume musste beschnitten werden. Das mache ich sonst lieber im Sommer, um das Wachstum zu beruhigen, aber ein Baum hatte zu viele nach oben weisende Triebe entwickelt und der andere war zu dicht geworden. Meine alten Apfelsorten unterscheiden sich sehr stark im Wachstum: während sich die einen sehr kräftig und ausufernd entwickeln, benötigen andere nur einen zurückhaltenden Schnitt. Bei all den Arbeiten bleibt keine Zeit, sich über die Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise Gedanken zu machen. Wohl dem, der jetzt einen Garten hat! 19.03.2020

Garten am Alpenrand: Extra früher Frühling!

Es ist ein merkwürdiger Winter, in dem sich Temperaturen um die 10 Grad minus und 10 Grad plus immer wieder abwechseln: ein paar Tage ist die Landschaft weiß überzuckert, dann lassen Regen und warme Stürme den Schnee dahinschmelzen. Ein echtes Aprilwetter im Februar! Ungewöhnlich früh hat hier am Alpenrand der Vorfrühling begonnen: erste Schneeglöckchen bereits Anfang Februar, – zwei Wochen früher als im Vorjahr – der erste Krokus und erste Primeln ab Mitte des Monats.

Auch die Hasel steht längst in voller Blüte, vier Wochen früher als 2019! Tulpen- und Narzissen-Blätter, erste Spitzen der Taglilien und weitere grüne Spitzen schieben sich schon aus der Erde.

Die Lenzrosen haben bereits Blüten angesetzt, Clematis und Wildrosen zeigen erste, zarte Blättchen. Und heute habe ich die erste Biene und den ersten Marienkäfer entdeckt! Kaum zu glauben, dass der Schnee im letzten Jahr um diese Zeit noch einen halben Meter hoch lag! Und dass es noch Anfang Mai Neuschnee und Frost gab!

Ich bin neugierig, wie sich dieser Winter weiterentwickelt. Heute ist alles aper, morgen soll es wieder schneien. Die meisten Frühlingsblüher halten dieses Hin und Her gut aus, aber die Apfel- und Birnenernte ist bereits im letzten Jahr wegen der Spätfröste weitgehend ausgefallen und wenn heuer alles früher blüht, ist die Gefahr noch größer. Aber wir können nur abwarten. 25. 02. 2020

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Garten am Alpenrand: Apfelernte mager, Quitten üppig

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Im Gegensatz zur mageren Apfelernte fiel die Quittenernte heuer ausgesprochen üppig aus. Der kleine Baum war über und über mit goldgelben Früchten behängt, die schon im Garten beim Vorbeigehen ihren Duft verbreiteten. Das Bäumchen habe ich 2013 gesetzt und es hat nach sechs Jahren offenbar seine volle Kraft entwickelt. Die Konstantinopeler Apfelquitte konnte in diesem Jahr von ihrer späten Blüte Ende Mai/Anfang Juni profitieren, denn gleichzeitig begann die Hitzeperiode im Juni. Dagegen war es während der Apfelblüte und auch noch nach den Eisheiligen kühl und frostig, so dass weniger Bestäuber als üblich unterwegs waren und die Fruchtansätze unter den Spätfrösten litten.

Dazu kommt, dass meine alten Apfelsorten wie Prinz Albrecht von Preußen und Geheimrat von Oldenburg zum Alternieren neigen, d. h. nach einem üppigen Jahr wie 2018 wird eine Pause eingelegt. Einen nahezu Totalausfall bei allen sechs Apfelsorten habe ich bisher aber noch nicht erlebt. Dazu waren die wenigen verbliebenen Äpfel von Pilzbefall wie Monilia und von Schädlings- und Vogelfraß betroffen, wobei den Vögeln natürlich die schönsten Exemplare am besten schmeckten. Das kann ich ja verstehen, aber für mich reichte es gerade mal zu drei Apfelkuchen. Dafür habe ich eine köstliche Quittentorte neu kreiert – s. u. „Lieblingsrezepte“. 24. 11. 2019

 

Garten am Alpenrand: Letzte Tomaten

 

Im Garten geht die Tomatenernte zu Ende. Es reicht nur noch jeden zweiten Tag für ein Tomatenbrot zum Frühstück. Aber noch kaufe ich keine Tomaten dazu, denn gegen das köstliche Aroma meiner alten Sorten schmeckt jede Tomate aus dem Supermarkt langweilig. Meine bereits bewährten Lieblingssorten zum Rohessen sind die Datteltomaten Rote Dattelwein und Donatella. Beide sind ausgesprochen süß und verfügen über genügend Säure, um den Geschmack abzurunden. Rote Dattelwein ist richtig knackig, Donatella mit geringfügig weicherer Schale.

 

Eine gute Ergänzung ist Baselbieter Roeteli mit etwas größeren und weicheren Früchten, nicht so süß, aber auch mit gutem Aroma. Mein Favorit bei den Fleischtomaten, die Schlesische Himbeere, war diesmal schon ausverkauft, dafür habe ich ein Austria Ochsenherz probiert. Gut, mit malerisch schönen, großen Früchten, sehr fleischig, aber leider trug die Pflanze nur zwei Früchte, diese Ernte fiel also mager aus. Auch eine weitere Naschtomate, die Rote Murmel habe ich heuer nicht bekommen und stattdessen eine Johannisbeer Orange ausprobiert. Die winzigen Tomaten sehen lustig aus, sind aber wirklich sehr klein und da die Schale hart ist, hält sich der Genuss in Grenzen. Alle Tomaten wachsen im Freiland, die meisten regengeschützt an der Hauswand. In Kempten im Allgäu gibt es einen Gärtner, der auf Bio-Kräuter und alte Tomatensorten spezialisiert ist, dort finde ich immer wieder etwas Neues. 08. 10. 2019

 

   

Garten am Alpenrand: Es summt und brummt

 

Der Großteil der Gartenbesucher summt, brummt und fliegt: Bienen und Wildbienen, verschiedene Wespen, Hummeln, Schwebfliegen und Käfer und gelegentlich auch Schmetterlinge. Ich freue mich über den lebendigen Garten. Jetzt zum Herbst zu zieht vor allem die rote Fetthenne Bienen und Wildbienen an: auf einem Bild ist neben der „großen“ Biene eine besonders kleine Art zu sehen. Auch die Malven und der bis spät in den Herbst blühende Storchschnabel „Rozanne“ sind beliebte Ziele.

 

Die kanadische Goldrute, die unbeabsichtigt im Garten Einzug gehalten hat – ich muss aufpassen, dass sie sich nicht zu sehr ausbreitet -, ist vor allem bei Fliegen und Schwebfliegen beliebt. Auch die Pfefferminze wird wie alle Kräuter gerne angeflogen.

 

Einen „Unglücksraben“ habe ich aus der Wassertonne gerettet, er hat das nasse Abenteuer überlebt.

 

Auch Wespen und Feldwespen finden sich im Garten ein und Schwebfliegen, die die gefährlichen Wespen imitieren. Die Hummeln wollten nicht aufs Foto, sie waren zu schnell wieder weg. 26. 09. 2019

 

Garten am Alpenrand: Riesenraupen und andere Tiere

 

Eine Riesenraupe habe ich kürzlich in meinen Garten entdeckt. Den dazu gehörenden Schmetterling, wohl der nachtaktive Mittlere Weinschwärmer, habe ich noch nicht gesehen, obwohl ich nachts gelegentlich mit der Taschenlampe unterwegs bin: ist der Tigerschnegel auf der Jagd nach Nacktschnecken? Mir ist das recht, denn gerade hat sich ein Schneck über meine erste Zucchini hergemacht. Nun muss ich mit der Ernte noch warten, denn die kalte Witterung verzögert das Wachstum.

 

Das Große grüne Heupferd hätte ich trotz hellem Tageslicht fast übersehen. Es gehört zweifellos zu den Langfühlerschrecken, ist aber sicher nicht für das durchlöcherte Blatt der Stockrose verantwortlich. Von den Bergmolchen im Gartenteich habe ich bereits berichtet, auch eine Blindschleiche hat sich im Garten eingefunden.

 

Und endlich waren die alten Vogelnester auf dem Dachbalken wieder besetzt. Während bisher Rotschwänzchen und Amseln dort gebrütet haben, war mir der diesjährige Sommergast fremd. Wer weiß, um welchen Vogel es sich handelt?

 

Neulich konnte ich ein Eichhörnchen im Apfelbaum beobachten und die Sammlung unter dem Haselnuss-Strauch zeugt von seinem Eifer. Jeden Morgen stoße ich gegen mindestens ein Spinnennetz und wenn ich eine Blume pflücken will, sitzt sicher ein Ohrwurm drin. Demnächst mehr über die brummenden, summenden und fliegenden Gartenbesucher. 07. 09. 2019