Garten am Alpenrand: die Rosen blühen weiter

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Einige Rosen blühen schon zum zweiten Mal und teilweise prächtiger als im Juni. Zum Beispiel „Mariandl“ (Bild oben), die mit zartem Duft oft bis in den Herbst hinein blüht. Mit Schneefelberich und der etwas groß geratenen Bodendecker-Rose „Snowfield“ bildet sie ein hübsches Ensemble.

 

Die Bodendecker-Rosen wie „The Fairy“ sind unermüdliche Blüher. Das gilt auch für eine weitere rosa Rose, die ich vor Jahren als „The Fairy“ gekauft habe, die aber mit der Bodendecker-Rose wenig Ähnlichkeit hat.

 

 

Noch eine unbekannte Schönheit:DSC01607Eine Neuerwerbung ist die samtig schwarz-rote „Gräfin Hardenberg“ mit schwerem, vollem Duft, die ebenso wie „King Arthur“ wieder neue Knospen zeigt.

 

Zu meinen Lieblingsrosen zählt „Lavender Dream“. Stockrose, Malven und Phlox ergänzen die Rosen farblich wunderbar, sind aber leider bereits wieder am Verblühen. Hier am Alpenrand gab es zwar mehr Regen und kühlere Nächte als in anderen Landesteilen, aber die Hitzeperioden haben die Blütezeit vor allem beim Phlox stark verkürzt.

 

 

 

 

Garten am Alpenrand: meine wilden Ecken

 

Mein Garten hat viele wilde Ecken. Der „Rasen“ ist eine ziemlich wilde Wiese, in der Gänseblümchen, Frauenmantel und Löwenzahn ebenso gedeihen dürfen wie Wiesenschaumkraut, Lichtnelke oder Brunelle. Damit alles blühen und Samen bilden kann, werden im Frühjahr nur die Wege zu Schuppen und Kompost gemäht. Die übrigen Grünflächen kommen nach und nach an die Reihe, wenn die Margeriten verblüht sind. Rasenmähen gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

 

Und unter Bäumen und Sträuchern am Gartenzaun darf sowieso wachsen was will, Schlüsselblumen, Nelkenwurz und Weidenröschen, Brennnesseln, Hexenkraut und Hohlzahn. Der Wildwuchs ist pflegeleicht, hübsch anzusehen wie Ehrenpreis und Winde, und er bietet Lebensraum und Nahrung für vielerlei Insekten und anderes Getier.

 

Immer wieder entdecke ich Überraschendes: seit einigen Jahren fühlen sich Baldrian und Bachnelkenwurz im Garten wohl. Zwischendurch zeigte sich sogar eine heimische Orchidee, das große Zweiblatt, das aber leider wieder verschwunden ist. Dagegen gefällt es verschiedenen Sauergräsern, darunter drei Arten von Seggen.

 

Gelegentlich habe ich nachgeholfen und Samen aus Wald und Wiese verstreut, zunächst scheinbar ohne Erfolg, aber nach zwei oder drei Jahren wuchsen orangerotes Habichtskraut, Silberblatt und gekielter Lauch (den ich jetzt wieder eindämmen muss) und auch die Hagebutten von Wildrosen und die Schlehen sind inzwischen zu Büschen und Bäumen geworden (die auch nicht überhandnehmen dürfen). Bei einer Stämmchen-Johannisbeere, einer Rose und einer Weide sind die auf die Stämmchen veredelten Pflanzen nach einigen Jahren kaputt gegangen, ihre Lebensdauer ist begrenzt. Dafür hat der „Unterbau“ ausgeschlagen und ich habe jetzt eine robuste und hübsche Gold-Johannisbeere, einen Weidenstrauch und was aus der Rose wird, weiß ich noch nicht.

 

Natürlich haben in meinem Garten auch all die prächtigen Rosen Platz (davon demnächst), dazu Stockrosen, Malven, Phlox, Sonnenhut und vieles mehr. Ein Garten ist ja eine Kulturlandschaft, in der wir zum Teil gegen die Natur arbeiten, indem wir ständig entscheiden, was wachsen darf und was nicht ins Blumen- und Gemüsebeet gehört. Wir planen und gestalten, sähen, jäten und schneiden. Und wir staunen über die Durchsetzungskraft der wilden Gewächse. Bei mir dürfen sie wachsen, wenn auch nicht überall. Unverzichtbar ist der Spitzwegerich zur ersten Hilfe bei Insektenstichen. Der Dost oder wilde Majoran ist ein feines Gewürz und bei Bienen und anderen Insekten bis in den Herbst hinein begehrt. Und Gundermann und Günsel dienen auch nach der Blütezeit im Blumenbeet als Bodendecker und Verdunstungsschutz. 12.8.2018

 

Garten am Alpenrand: er ist wieder aktiv

 

Ende März habe ich von meinem ausgesprochen fleißigen Maulwurf berichtet, der dabei war, den Garten in eine Berg- und Tal-Landschaft zu verwandeln. Ich habe einen geländegängigen Rasenmäher, aber in dieser Hügellandschaft wäre er ständig stecken geblieben. Ich habe deshalb versucht, meinen unterirdischen Mitbewohner mithilfe von Knoblauch zu vergrämen oder zumindest auf den hinteren Teil des Gartens zu beschränken. Es war eine aufwändige Aktion, alle Erdhügel aufzugraben und Knoblauchzehen in die Gänge zu stecken, aber die Arbeit war erfolgreich. Bis jetzt. Seit einigen Tagen beobachte ich, dass wieder neue braune Hügel auftauchen: er ist wieder da und er ist wieder aktiv. Was tun? Die ganze Arbeit nochmal machen? Nein! Jetzt ist Erntezeit und Wanderwetter und ich habe besseres zu tun. Der Maulwurf darf vorerst bleiben und sein Winterquartier vorbereiten. Als Gegenleistung erwarte ich, dass er viele Schnecken und Schneckengelege vertilgt. Mal sehen, wie der Garten im nächsten Frühjahr aussieht. – Gerade im Moment, in dem ich diesen Satz schreibe, bringt Kätzchen eine Maus an. Sie muss sie im Haus gefangen haben, denn die Katzenklappe ist schon geschlossen. In der Regel drängen die Mäuse erst im Herbst ins Haus, wenn die Äpfel im Vorratskeller duften. Hat die Hitze das Tier vorzeitig in den kühlen Keller getrieben? Aber bei aller Tierliebe: Mäuse im Haus dulde ich nicht. Maya hat eine Belohnung verdient. 9. 8. 2018DSC01321

Garten am Alpenrand: Erntezeit

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„Was wächst denn da am Rosenbogen mit leuchtend roten Blüten und sattgrünen Blättern?“ Eine Freundin staunte über die ihr unbekannte Kletterpflanze. Des Rätsels Lösung: die altbekannten Stangenbohnen. Feuerbohnen und Blauhilde bilden mit roten und violetten Blüten und grünen und blauen Bohnen einen hübschen Kontrast.

DSC01773Jetzt kann täglich geerntet werden: Nach Radieschen, Mairübchen und ersten Kohlrabi werden seit einigen Tagen die Stangenbohnen reif. Und ich verbringe die Sonnentage im Garten, wenn ich nicht gerade mit dem Hund auf schattigen Waldwegen und auf luftigen Bergen unterwegs bin. Da bleibt wenig Zeit für die Schreibarbeit, auch wenn es viel zu berichten gibt: die Kletterzucchini zeigt täglich frische Blüten und fast über Nacht werden die Zucchini erntereif. Und an den Tomatenpflanzen zeigen sich erste rote Früchte. Die Pflanzen sind allerdings ausgesprochene Säufer und müssen bei der herrschenden Hitze mindestens zweimal am Tag ausgiebig gegossen werden. Zum Glück hat es hier am Alpenrand immer wieder und teilweise auch ausgiebig geregnet.

DSC01785Bei Johannisbeeren und Himbeeren gibt es Ausfälle durch Regen (!) und durch Hitze, trotzdem wandern mehr Früchte ins Leckermaul und in den Topf als in anderen Jahren. Und heute habe ich meinen Lieblings-Johannisbeer-Kuchen mit Baiser gebacken – köstlich!

DSC01897Auch das erste Fallobst unter dem Jakob-Fischer-Apfelbaum hat in Form eines Apfelkuchens schon gut geschmeckt. Ausgefallen ist dagegen die Spinaternte: die zarten Spinatblätter (Sorte Nores) haben bereits im Hochbeet Liebhaber gefunden und sind total zerfressen. Enttäuscht haben auch die später gesäten Radieschen. Obwohl ich Sorten ausprobiert habe, die sich für die Sommer-Aussaat eignen sollen, gab es nur viel Blattwerk und einige verholzte Radieschen. Schade. Ich bin immer noch auf der Suche nach einer brauchbaren Sommer-Sorte. Für die frühe Aussaat hat sich Saxa 2 bewährt. Auch die Mairübchen White Ball waren wieder schmackhaft und zart. Bei der Paprika warte ich noch auf erste Blüten. Eigentlich sollte ihr die Hitze gefallen, aber die Pflanzen lassen sich Zeit. Macht nichts, jetzt beginnt erst mal die Tomatenzeit. 3. 8. 2018

Garten am Alpenrand: Hoffnung auf reiche Obsternte

 

Der Junifall – das klingt nach Krimi

Es geht tatsächlich um die Frage: welcher darf überleben? Zunächst entscheidet die Natur: Obstbäume und Sträucher stoßen die Früchte ab, die ungenügend befruchtet oder bereits geschädigt sind. Johannisbeeren verrieseln, Zwetschgen und Äpfel fallen ab. Heuer tragen die Apfelbäume extra reich, als wollten sie uns für den frostbedingten Totalausfall im vergangenen Jahr entschädigen. Der überreiche Behang bei einigen Sorten bringt Freude und Sorge zugleich: kann der Baum so viele Früchte verkraften? Bei meinen alten Obstsorten habe ich die Erfahrung gemacht, dass zu viele Früchte klein bleiben und nicht das volle Aroma entwickeln. Wenn beim Junifall nicht genug Äpfel abfallen, empfiehlt es sich, von Hand auszudünnen.

 

Es fällt mir zwar schwer, die kleinen Äpfel abzuschneiden, aber die verbliebenen werden um so schöner und besser im Geschmack. Und bei besonders reichtragenden Bäumen wie meinem Prinz Albrecht von Preußen kann man damit das Alternieren verhindern oder abmildern, also die Gefahr, dass nach einem besonders reichen Jahr ein besonders mageres folgt. Das Alternieren ist einer der Gründe, warum alte Sorten im Erwerbsobstbau wenig Chancen haben. Der Obstbauer braucht gleichbleibenden Ertrag. Beim Ausdünnen lasse ich nur ein bis zwei Äpfel pro Blüte am Baum. Das gibt immer noch eine reiche Ernte. Leicht fällt die Auswahl dann, wenn ein Apfel deutlich kleiner ist als die anderen. Im schlecht erreichbaren Kronenbereich überlasse ich die Auswahl den Vögeln. Beim roten Boskop kann ich mir die Arbeit sparen – Einen Totalausfall gibt es leider auch heuer: nach dem tagelangen Regen sind die Süßkirschen ausnahmslos geplatzt. 30. 6. 2018

Zehn Jahre Garten am Alpenrand: mein wilder Rambler

 

Mein wilder Rambler und andere wilde Rosen

Mitte Juni ist die Zeit meines wilden Ramblers: Terrasse und Balkon sind ein Blütenmeer und der zarte Duft von Pauls Himalayan Musk erfüllt die Luft, eine Züchtung von 1906, die noch viel Wildrosen-Charakter hat und dazu eine wahrhaft wilde Wuchskraft. Lange vor meiner Gartenzeit hatte ich einen begeisterten Artikel über diese Rose gelesen. Als ich sie in einer Gärtnerei entdeckte, habe ich sie kurzentschlossen mitgenommen. Am Haus war damals noch viel Platz für eine Kletterrose. Freilich ahnte ich noch nicht, wie viel Platz dieser Rambler braucht: die Rose wächst seit neun Jahren am Haus und hat längst zwei Etagen erobert, die längsten Triebe sind mehr als zehn Meter lang! Der Rambler hat kleine Blüten, blüht nur einmal im Frühjahr und leider nur kurz, aber mit einer überwältigenden Fülle. Ich liebe diese Rose! Obwohl ihr heuer der Regen und seit letztem Jahr auch der Mehltau zusetzen, blüht sie mir verschwenderischer Kraft. –  

 

Als ich den Garten übernahm, gab es nur eine Wildrose am Zaun. Da ich Wildrosen mag und damals gern mit kleinen Hagebutten experimentierte – süßsauer oder in Alkohol eingelegt eine feine Zutat zu Wildgerichten – wollte ich weitere Sorten im Garten ansiedeln: ich sammelte bei Spaziergängen Hagebutten und streute sie entlang des Zauns aus. Inzwischen sind mehrere Wildrosen zu stattlichen Büschen herangewachsen, Varianten von Hundsrose (Rosa canina) und eine vielblütige Rose (Rosa multiflora). Eine Hechtrose (Rosa glauca) und eine kleine Zuchtform der Rosa multiflora wurden dazu gekauft. Letztere blüht den ganzen Sommer, die übrigen Wildrosen sind bereits weitgehend verblüht. Dafür beginnt jetzt die Zeit der Zuchtrosen, die ich demnächst vorstelle. 18. 6. 2018

 

Garten am Alpenrand: Regen riecht gut

 

Ich liebe den Geruch des Regens im Garten. Es duftet nach feuchter Erde und frischem Grasschnitt (gestern die Wege ausgemäht), darunter mischt sich ein leicht modriger Pilzgeruch, dann wieder ein frischer, lebendiger Luft-Hauch, der Mensch und Tier tief atmen lässt und Pflanzen, die sich unter der Wasserlast beugen, anregt, sich in frisch gewaschener Pracht aufzurichten.

 

Rose, Pfingstrose, Iris und Fingerhut schmücken sich mit diamant-glitzernden Tropfen und auch die Blüten der Winterheckenzwiebel, die skurrilen Ableger der Luftzwiebel und die Fruchtstände der Clematis alpina scheinen das frische Nass zu genießen. 1. 6. 2018