Garten am Alpenrand: Rosenpracht

Nach den Wildrosen zeigen sich jetzt die Gartenrosen in voller Pracht: Als erste meldet sich unübersehbar „Mariandl“ in leuchtendem Rot mit feinem Duft. Gleich daneben hat „Fairy Queen“ zahlreiche Blüten angesetzt.

Mein besonderer Liebling ist „Lavender Dream“ in zartem Rosa-Violett mit ebenso zartem, fast flüchtigem Duft. Ihre Nachbarin, „Gräfin Hardenberg“ trumpft mit dunklem, samtigem Rot und schweren Duftnoten auf. Leider hat sie unter kräftigen Regenschauern gelitten und wird wohl nicht alle Knospen öffnen.

Vom Vorgänger im Garten übernommen habe ich eine weitere, duftende Schönheit, ich vermute eine alte englische Rose. Ebenfalls unbekannt ist die hübsche dunkelrosa Bodendecker-Rose.

Dazu harmonieren ein Purpur-Fingerhut, die Taglilie, das unverwüstliche Mutterkraut, und der Borretsch, der sich ebenfalls immer wieder selbst aussäht. 09.07.2020

Wandern und Schauen: Teufelskralle von Schwarz bis Weiß

Ich könnte jeden Moment schwärmen: Oh wie schön! Eindrücke aus einem Allgäuer Bergtal: „Teufelskralle“ – was für ein unheimlicher Name für ein apartes Glockenblumen-Gewächs, das freilich schwarze Krallen zeigen kann. Aber der Schweizer Name „Rapunzel“ gefällt mir besser.

Ich habe die seltene himmelblaue Rapunzel (Phyteuma spicatum, ssp. occidentale) entdeckt, eine stabile Hybride der weißen, ährigen Rapunzel (Ph. spicatum) mit der fast schwarzen Hallers Rapunzel (Ph. ovatum), die beide auch am Weg standen, ebenso wie zwei weitere Rapunzel-Arten. Die meisten Wanderer gehen achtlos vorüber und Radler mit E-Bike haben sowieso keinen Blick für die Schönheiten am Wegrand.

Da wachsen auf Felsbrocken die schönsten Steingärten mit Thymian (Thymus sp.), Alpen-Steinquendel (Acinos alpinus), Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), Labkraut (Galium sp.), Ehrenpreis (Veronica fruticans), Trauben-Steinbrech (Saxifraga paniculata) und zottigem Habichtskraut (Hieracium villosum). Dazu Orchideen in Hülle und Fülle – demnächst in einem eigenen Beitrag.

Auch die Fruchtstände der Schnee-Pestwurz (Petasites paradoxus) sind einen Blick wert, ebenso wie die Wasserspiele im Bergbach und von der Künstlerin Natur gestaltete Steinskulpturen. Hund Airy ist natürlich immer dabei. 05.07.2020

Garten am Alpenrand: Wildrosen trotzen dem Regen

Hoch oben in der Fichte erscheinen merkwürdige, weiße Blüten. Tatsächlich, eine vielblütige Rose hat sich im Baum hochgearbeitet. Tatsächlich wächst eine Rosa multiflora nana in der Nähe im Terrassenbeet, aber es handelt sich um eine kleine Gartensorte. Ist es ein Sämling aus einer Hagebutte, der sich ramblerähnlich in der Fichte hochrankt? Nicht weit davon überwältigt der Rambler Pauls Himalayan Musk Jahr für Jahr mit seiner Blütenfülle und auch die Wildrosen trotzen dem Regen und schmücken sich mit Blüten. Nur der Duft kann sich bei Sonne besser behaupten. Dann ist die ganze Terrasse in eine zarte Duftwolke gehüllt.

Die Ramblerrose habe ich vor etwa zehn Jahr unter dem Balkon gepflanzt, sie sollte sich am Balkon entlang ranken. Ich wusste, dass Pauls Himalayan Musk zu den besonders wuchsfreudigen Ramblern gehört, trotzdem war ich von den mehr als zehn Meter langen Ranken überrascht. Im Juni verwandelt die Rose Balkon und Hausecke in ein Blütenmeer. Leider hält es nicht lange an, aber das einmalige Rosenerlebnis ist es wert.

Eher bescheiden, aber dafür von Bienen umschwärmt blühen dagegen die anderen Wildrosen (Rosa canina, Rosa glauca). Vor Jahren hatte ich Hagebutten an Wegrändern in der Umgebung gesammelt und am Zaun entlang verstreut. Die größte Hunds-Rose ist wie der Rambler ein Sammelplatz für Spatzen. 19. 06. 2020

Meine Bücher: Fast fertig: Luxi soll Leben retten

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In wenigen Tagen ist es soweit: Anna Marie Birken und Viktoria Wagensommer legen ihr neues Buch vor: „Luxi soll Leben retten – Ein Welpe auf dem Weg zum Rettungshund“

Leseprobe:

Sieben Welpen purzeln durcheinander, alle mit fuchsbraunem Fell, schwarzen Knopfaugen und dicken weißen Pfoten. Sie spielen, einer trennt sich aber von seinen Geschwistern und kommt neugierig auf mich zu. Der kleine Rüde schnüffelt an meinen Schuhen und lässt sich streicheln. Wie selbstverständlich setzt er sich neben mich und bleibt für den Rest meines Besuchs in meiner Nähe. Ich glaube, wir würden gut zusammenpassen. Die Züchterin will sich aber noch nicht festlegen. Sie behält es sich vor, den am besten geeigneten Welpen für mich auszusuchen, denn auf den kleinen Vierbeiner wartet eine besondere Aufgabe: Ich bin Mitglied der BRK-Rettungshundestaffel Oberallgäu und der Welpe soll einmal ein Rettungshund werden.

Hund und Katze: Immer den Überblick behalten

Airy liebt seinen Ausguck auf dem Mäuerchen hinter dem Zaun: hier sieht er sofort, ob seine Freundin, die Nachbarshündin gegenüber im Garten ist. Und ihm entgeht kein Hund, der mit Herrchen oder Frauchen vorbeispaziert. Schnuppern ist erlaubt, verbellen nicht, soweit reicht die gute Erziehung. Aber zur Zeit muss er sich immer wieder aufgeregt melden, denn offenbar haben wir neue Mitbewohner unter dem Gartenhaus. Mäuse würden ihn kalt lassen, es muss etwas Größeres sein. Aber die neuen Untermieter lassen sich nicht blicken.

Aufgeregt schnüffelt der Hund rund ums Gartenhaus, rast von einer Ecke zur anderen und ignoriert Frauchens Rufe.

Kätzchen Maya thront währenddessen auf dem Dach zwischen Apfelbaum und Kletterrose und beobachtet ganz entspannt die Situation von oben. „Immer den Überblick behalten“, das ist die Devise der Vierbeiner. 10. 06. 2020

Garten am Alpenrand: Regen-Impressionen

Es regnet ganz ordentlich: immerhin sind schon zwei der vier Regentonnen voll. Der ganze Garten scheint aufzuatmen, nur die Pfingstrosen neigen unter der Wasserlast die Köpfe. Zum Glück sind erst wenige Knospen offen – das eher raue Klima am Alpenrand hat auch Vorteile.

Die Iris stört die Nässe nicht, sie steht sowieso im Wasser. Ich liebe das orangerote Habichtskraut, das dem Wolkengrau Paroli bietet.

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Auch der Salbei blüht üppig und wird von zahlreichen fliegenden Gästen besucht, wenn der Regen mal Pause macht – wer entdeckt die Hummel, die sogar bei Regen fliegt?

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Blühen will auch die Winterheckenzwiebel im Hochbeet, während die lustige Luftzwiebel gleich Brutknollen mit frischem Grün bildet. Für Zwiebellauch ist also gesorgt.

Und die dicken Bohnen überraschen einmal mehr mit ihren besonders aparten Blüten in elegantem Weiß-Schwarz. 7. 6. 2020

Wandern und Schauen: Schwarze Schönheit

DSC06330 Aquilegia atrata Schwarze Akelei

Akelei habe ich in verschiedenen Farbtönen im Garten – aber die nahezu schwarze Akelei (Aquilegia atrata) fehlt. Beim Wandern in Allgäuer Bergtälern kann man ihre aparte Schönheit jetzt entdecken – und noch viel mehr. Allein sieben Orchideenarten habe ich kürzlich auf einem Berg-Spaziergang gefunden: Das männliche Knabenkraut (Orchis mascula) und das schwertblättrige Waldvögelein (Cephalanthera longifolia) sind fast verblüht, eine Stendelwurz (Epipactis, wohl atrorubens) schiebt sich gerade kraftvoll aus der Erde, hier schon ein Vorbote des Sommers.

An einer feuchten Stelle blüht das Fettkraut (Pinguicula vulgaris). Beim genauen Hinschauen sieht man auf den Blättern schwarze Punkte, Überreste kleiner Insekten, aus denen die fleischfressende Pflanze ihr Eiweiß bezieht – eine Anpassung an den oft kargen Boden.

Auch die Simsenlilie (Tofielda caliculata) liebt feuchten Boden. Dagegen mag es die Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria) eher trocken und warm, ihre Blätter gaben dem Schwalbenwurz-Enzian seinen Namen.

In kräftigem Rosa strahlt die Alpen-Heckenrose (Rosa pendulina), die fast ohne Stacheln auskommt. 03. 06. 2020

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Alpen-Heckenrose, Rosa pendulina

Wandern und Schauen: Frühlingswiesen

In den Allgäuer Bergtälern freut sich das Jungvieh über das frische Grün. Die fetten Löwenzahn-Wiesen sind schon gemäht, aber der Hahnenfuß leuchtet noch gelb. In kräftigem Gelb strahlt auch das Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina) am Wegrand, eine alte Heilpflanze.

In der Feuchtwiese prangen Trollblumen (Trollius europaeus) und breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis).

Gleich daneben lassen sich Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi) und akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegifolium) mit ihren zarten Blüten entdecken.

Hund Airy interessiert sich nicht für die Botanik und findet die Schumpen, wie das Jungvieh im Allgäu heißt, viel spannender. Wie schade, dass er sie nicht verbellen darf. 25. 05. 2020

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Garten am Alpenrand: Traurige Radieschen

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In meinem Garten sind (fast) alle Einwanderer aus Flora und Fauna willkommen. Aber jetzt bin ich sauer: alle Radieschen – wirklich alle! – sind von Schnecken angefressen. Und das im Hochbeet! Es hilft nichts, ich muss wieder nachts mit der Taschenlampe auf Schneckenjagd gehen. 24. 05. 2020

Garten am Alpenrand: noch mehr Wildwuchs

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Cardamine amara, Bitteres Schaumkraut

In einer meiner „wilden“ Garten-Ecken, dort wo es eher feucht und schattig ist, blüht gerade das bittere Schaumkraut, Cardamine amara. Man erkennt es bei genauem Hinsehen an den purpurfarbenen Staubgefäßen. Das Wiesenschaumkraut, Cardamine pratensis ist schon fast verblüht.

Das kleinere Wald-Schaumkraut, Cardamine flexuosa, fühlt sich trotz seines Namens überall wohl, sogar im Hochbeet, wo es allerdings nicht lange stehenbleibt. Ich freue mich auch jedes Jahr über die ausdauernde Mondviole, Lunaria rediviva, wegen der Samen auch Silberblatt genannt. Den Samen habe ich vor Jahren aus dem Wald mitgebracht.

Von selbst angesiedelt haben sich die Bachnelkenwurz, Geum rivale, auch als Blutströpfchen bekannt, und die echte Goldnessel, Lamium galeobdolon, die mit ihren Ausläufern gerne auch die Blumenbeete erobert. Unterm Flieder streitet sie sich mit der ebenfalls sehr ausbreitungswilligen Pfefferminze. Mal sehen, wer gewinnt, oder ob sie sich arrangieren.

Der Regen hat allen Pflanzen gutgetan, nur die „Pusteblumen“ haben gelitten, zumindest was das Aussehen betrifft. Hier noch ein paar Bilder aus sonnigeren Zeiten. 15. 05. 2020