Wandern und Schauen: Endlich richtig Winter!

Ein erster Skifahrer war schon unterwegs. Und wir stapfen den Weg weiter aus. So macht Winter Spaß: Man sieht es Airy an, wie gern er im Schnee wühlt und sich in der weißen Pracht wälzt!

Auch die Landschaft hat sich verwandelt: weiche Konturen, harte Kontraste. Und wenn dann trotz tiefhängender Wolken noch ein Sonnenstrahl durchkommt – Was will Winterwanderer mehr!

Nur für Airy folgt ein dickes Ende: die Dusche zuhause, um die Schneebollen schnell wieder los zu werden. Zum Glück ist es nur bei Neuschnee so schlimm. Dann müssen wir umkehren, bevor das Fell durchnässt ist. Wenn der Schnee erst einmal durchgefroren ist, klebt er nicht mehr so im Fell fest und wir können wieder länger laufen. 22.01.2023

Wandern und Schauen: Ein Hauch von Winter

In Talnähe ist nur ein Hauch von Winter angekommen. Wohl nur vorübergehend, denn für die nächsten Tage ist Regen angekündigt.

Zumindest die Berge leuchten in frischem Weiß, wenn sie sich mal zeigen zwischen den tiefhängenden Wolken. Trotzdem ist es ideales Wanderwetter, denn die Wege sind zumindest in tieferen Lagen nicht vereist und gut zu begehen.

Und die kleinen Schneehauben auf Moos und Nagelfluh-Gestein schaffen Kontraste.

Der Borkenkäfer hat ein Relief in ein Stück Rinde gezeichnet: Kunst in der Natur, schön und zerstörerisch, denn der betroffene Baum ist dem Käfer zum Opfer gefallen.

Zerstörerisch und bewundernswert zugleich ist auch den Biber am Werk, selbst am kleinsten Wiesenbach, der im Sommer kaum Wasser führt. Wo der Schnee fehlt, leuchtet das Weiß der Birkenstämme. 10. 01. 2023

Wandern und Schauen: Moderholz und Moos

Der Schnee hat nur noch schmierige Wege und Feuchtigkeit hinterlassen. Aber die Nässe zeichnet die Strukturen von Moderholz und Moos um so deutlicher. Da musste ich stehenbleiben und fotografieren.

Sind das Schleimpilze in Schwarz und Weiß? „Naturaufdembalkon“ weiß es vielleicht. Schleimig genug sehen sie jedenfalls aus. Auch andere Pilze beteiligen sich an der Zersetzungsarbeit oder nutzen Schwachstellen am Baum.

Stark zeigt sich eine junge Fichte, die sich auf einem Nagelfluh-Felsen angesiedelt hat und ihre Wurzeln tief nach unten schicken muss. Andere Fichten sind Schnee- oder Windbruch zum Opfer gefallen und strecken ihre Wurzelteller in die Höhe.

An einer kleinen Quelle haben Gläubige eine Mariengrotte errichtet. Mit den dort niedergelegten Steinen wünsche ich allen Freunden ein gutes neues Jahr – und einen wachen Blick für die Kostbarkeiten am Wegesrand. 30. 12. 2022.

Wandern und Schauen: Wirklich schon Winter?

Der erste Schritt morgens im Garten, ein Atemzug, ein Schnuppern: Schneeluft. Die Luft ist kühl und irgendwie besonders klar, und auch, wenn die Berge sich noch in Wolken hüllen, ist es eindeutig: in der Höhe hat es geschneit.

Als die Wolken aufreißen, bestätigt sich: die Gipfel sind weiß.

Allgäuer Braunvieh, Jungvieh

Unten steht noch das Jungvieh auf der Weide, oben ist schon Winter. Also nichts wie hinauf: auf gut 2000 Meter Höhe auf dem Nebelhorn können wir durch den Schnee stapfen. Kinder haben einen ersten Schneemann gebaut und rutschen auf dem Hosenboden einen kleinen Abhang herunter und Hund Airy macht es ihnen nach.

Hund Airy, Amerikanischer Zwerg-Schnauzer, mit Maulkorb

Airy ist zwar irritiert, weil er in der Bergbahn einen Maulkorb tragen muss, aber über seiner Begeisterung im Schnee ist das lästige Ding schnell vergessen. Er wälzt sich mit sichtlichem Vergnügen im kalten Weiß.

Uns Zweibeiner beeindruckt die großartige Aussicht, ein Rundum-Panorama, Gipfel an Gipfel in harten Schwarz-Grau-Weiß-Konturen mit einem Hauch von Himmelblau. Ein vergänglicher Anblick, denn der September-Schnee wird wohl bald wieder verschwinden und warmen Herbstfarben Platz machen. 23. 09. 2022

Wandern und Schauen: Letzte Blüten

Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri)

Scheuchzers Glockenblume (Campanula Scheuchzeri) gehört zu meinen Lieblingen mit ihren großen, leuchtend blauvioletten Blüten. Nach dem Überfluss des Sommers freue ich mich über die letzten unvermuteten Farbtupfer auf gut 2000 Meter Höhe im Tiroler Inntal. Spannend finde ich vor allem Arten, die in den heimischen Allgäuer Bergen gar nicht oder sehr selten vorkommen, wie das Weißliche Habichtskraut oder Endivien-Habichtskraut (Schlagintweitia = Hieracium intybaceum), das auf Silikat wächst.

Weißliches Habichtskraut (Schlagintweitia = Hieracium intybaceum)
Alpen-Margerite (Leucantemopsis alpina)

Immer wieder hübsch ist die kleine Alpen-Margerite mit dem lustigen lateinischen Namen Leucantemopsis alpina – ich muss unwillkürlich an einen alpinen Mops denken, auch wenn der Name damit natürlich nichts zu tun hat. Aber wir Hunde-Besitzer … Zwergschnauzer Airy war natürlich auch dabei.

Airy, Amerikanischer Zwerg-Schnauzer

Bei dem gelben Korbblütler dachte ich zunächst an den Rauen Löwenzahn (Leontodon hispidus), aber der liebt Kalkboden und damit stimmt der Standort nicht. Kann es das Schweizer Milchkraut (Leontodon helveticus) sein? Ein echter Herbstblüher und offenbar überall zuhause ist die Besenheide, Calluna vulgaris.

Besenheide (Calluna vulgaris)
Barbarakraut (Barbarea vulgaris)?

Das Barbarakraut (Barbarea vulgaris) kenne ich aus dem Küchengarten. Ist es mit dem Wegebau in die Höhe gekommen? Oder liege ich mit der Bestimmung ganz falsch? Immer wieder faszinierend finde ich es, wenn sich Pflanzen aus den kleinsten Felsritzen zwängen. Und die Landkartenflechte hat auch ihren Reiz. 16. 09. 2022

Wandern und Schauen: Herbst-Vorboten

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

Kaum sind die Streuwiesen gemäht, erscheinen die ersten Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale), als hätten sie nur auf Platz und Licht gewartet. Der Name sagt es schon: es sind Herbst-Vorboten, wie auch die prächtigen Silberdisteln (Carlina acaulis).

Silberdistel (Carlina acaulis)
Tollkirsche (Atropa belladonna)

Im Wald glänzen die schwarzen Früchte der Tollkirschen (Atropa belladonna). Der Beiname „belladonna“ zeigt, dass die alte Heil- und Giftpflanze auch als Schönheitsmittel verwendet wurde, um große, glänzende Augen zu bekommen. Die „schönen Damen“ dürften allerdings nicht mehr viel gesehen haben. Die rotschwarzen Früchte der Brombeere (Rubus sp.) brauchen noch ein paar Sonnentage, um zu reifen.

Brombeere (Rubus sp.)

In meiner Kinderzeit wurden sie eifrig gepflückt, weil Marmelade aus wilden Himbeeren oder Brombeeren besonders aromatisch und auch billig herzustellen ist. Was wir gemeinhin „Brombeere“ nennen, ist allein im Allgäu mit rund 40 Arten vertreten, so dass ich keine genaue Zuordnung wage. Auch die vielgestaltigen Moose sind eine Sache für Spezialisten.

Knorrige Baumgestalten zeugen von den früher verbreiteten Buchenwäldern, auch die mehrfach vertretenen Orts- und Bergnamen „Buchenberg“ deuten darauf hin.

Buche (Fagus sylvaticus)

Über den Brunnen am Waldweg freut sich nicht nur Hund Airy , auch Frauchen genießt die Erfrischung. 23. 08. 2022

Airy, Amerikanischer Zwergschnauzer

Wandern und Schauen: Mini- und Maxi-Enzian

Purpur-Enzian (Gentiana purpurea)

Es war ein wunderbarer Tag auf einem Flysch-Berg, also mit anderer Flora als auf den meisten Kalk-Bergen. Der prächtige Purpur-Enzian (Gentiana purpurea) ist gerade am Aufblühen. Er ist nicht zu übersehen, während der winzige Schnee-Enzian (Gentiana nivalis) von den Wanderern kaum beachtet wird.

Schnee-Enzian (Gentiana nivalis)
Einblatt-Orchis (Malaxis monophyllos)

Das ebenfalls winzige Einblatt (Malaxis monophyllos), eine der heimischen Orchideen, finde ich meistens, wenn ich nicht danach suche. Auf etwa 1800 Meter Höhe blühen noch prächtige Türkenbund-Lilien (Lilium martagon), im Tal sind sie schon verblüht.

Türkenbund-Lilie (Lilium martagon)
Einköpfiges Ferkelkraut (Hypochaeris uniflora)

In voller Blüte steht auch das Einköpfige Ferkelkraut, einige Wiesen sind voll davon.

Bergwiese mit Einköpfigem Ferkelkraut (Hypochaeris uniflora)

Die Meisterwurz, (Peucedanum ostruthium) ist nicht nur ein altbekanntes Heilkraut der Älpler, auch der Schnaps schmeckt sehr „gesund“, wird also nur von Kennern geschätzt. Die Blüten sind von Insekten umschwärmt. 12. 07. 2022

Meisterwurz (Peucedanum ostruthium)

Wandern und Schauen: Weitere Highlights von den AHO-Exkursionen

Kohlröschen (Nigritella rhellicani) Hybride

Weitere Entdeckungen bei Wanderungen mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu. Die Bilder sprechen für sich:

Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride)

Kugel-Orchis (Traunsteinera globosa)
Strauss-Glockenblume (Campanula thyrsoides), fast verblüht

Alpen-Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris)
Alpen-Hahnenfuss (Ranunculus alpestris)
Alpen-Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa ssp. alpestris)
Alpen-Aster + Berg-Baldrian (Aster alpinus + Valeriana montana)

Wandern und Schauen: Highlights von den AHO-Exkursionen

Kohlröschen (Nigritella rhellicani)- Hybride

Es leuchtet schon von weitem: das ungewöhnliche Kohlröschen (Nigritella rhellicani) entpuppt sich als Hybride, wohl mit der Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea). Jedenfalls stehen beide „Eltern“ gleich in der Nähe.

Zwergorchis (Chamorchis alpina)

Auf windigen Graten fühlt sich die Zwergorchis (Chamorchis alpina) wohl, während Traunsteiners Fingerwurz (Dactylorhiza traunsteineri) Feuchtwiesen und Flachmoore bevorzugt.

Traunsteiners Fingerwurz (Dactylorhiza traunsteineri)

Die Orchideen stehen im Mittelpunkt bei den Exkursionen mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, aber in der Regionalgruppe Allgäu schauen wir auf die gesamte Alpenflora. Zu entdecken sind letzte Frühlingsblüher wie die Alpen-Aurikel (Primula auricula) neben der ganzen Sommerpracht von Gelbem Enzian (Gentiana lutea), und Großköpfiger Gämswurz (Doronicum grandiflorum).

Alpen-Aurikel (Primula auricula)
Gelber Enzian (Gentiana lutea)
Großblütige Gämswurz (Doronicum grandiflorum)

An der Symbolblume der Berge, dem Edelweiß (Leontopodium alpinum) gehen fast alle Wanderer vorbei, so unscheinbar steht es am Wegrand.

Edelweiß (Leontopodium alpinum)
Trauben-Steinbrech (Saxifraga paniculata) + Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri)

Und dann die wunderbaren Steingärten der Natur mit Trauben-Steinbrech (Saxifraga paniculata) und Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri), Stengellosem Leimkraut (Silene acaulis) und Clusius-Enzian (Gentiana clusii) oder Alpen-Süssklee (Hedisarum hedisaroides) und Kopfigem Läusekraut (Pedicularis rostrato-capitata). Mehr davon demnächst.

Stängelloses Leimkraut (Silene acaulis) + Clusius-Enzian (Gentiana clusii)
Alpen-Süssklee (Hedisarus hedisaroides) + Kopfiges Läusekraut (Pedicularis rostrato-capitata)