Alpenflora in schönster Pracht bietet die nächste Wanderung mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu: Alpenaster, Enzianarten und Mannsschild, sowie reiche Bestände heimischer Orchideen wie Kohlröschen, Händelwurz und Höswurz.
Es geht vom Hochtannbergpass über Widdersteinmähder und Koblat zu Gemstelpass und Widdersteinhütte mit Einkehr. Anspruchsvolle Bergwanderung mit 460 Höhenmetern, etwa 8,5 km, reine Gehzeit ca. 4 Stunden ohne Fotopausen. Trittsicherheit und Kondition erforderlich, sowie die entsprechende Ausrüstung. Die Mitnahme von Getränken und evtl. Brotzeit ist ratsam. Teilnahme auf eigene Gefahr, Nichtmitglieder willkommen. Botanische Erklärungen kostenfrei. Bei schlechtem Wetter entfällt die Wanderung ersatzlos. Treffpunkt 9 Uhr Parkplatz Widdersteinhütte kurz vor der Passhöhe.
Männliches oder Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula)
Mehr als zehn verschiedene Orchideen gibt es derzeit auf Ostallgäuer Bergen in etwa 1800 m Höhe zu sehen. Der Landesbund für Vogelschutz hatte mit der angekündigten Orchideen-Wanderung nicht zu viel versprochen.
Höswurz oder Weißzüngel (Pseudorchis albida)Brand-Knabenkraut (Neotinea ustulata)Brand-Knabenkraut (Neotinea ustulata) AlbinoGrüne Hohlzunge (Coeloglossum viride) helle und rötliche FormGrüne Hohlzunge (Coeloglossum viride) mit Besucher
Außerdem waren zwei verschiedene Mannsschildarten zu entdecken, zwei Sonnenröschen, die leuchtende Alpenaster und vieles mehr.
Es ist immer wieder spannend, welche Strategien Pflanzen entwickeln, um sich auf rauen Bergen zu behaupten. Zum Beispiel der Knöllchen-Knöterich, der wegen der kurzen Vegetationszeit in Höhenlagen Brutknöllchen ausbildet, die auf der Pflanze auskeimen können. 17. 06. 2026
Frühlings-Enzian (Gentiana verna) und Mehlprimel (Primula farinosa) verzaubern jedes Jahr aufs Neue. Vom Bergfrühling kündet auch die Alpen-Aurikel (Primula auricula).
Auf 1800 m Höhe blühen die Narzissenblütige Anemone (Anemone narcissiflora), der Alpen-Hahnenfuss (Ranunculus alpestris) und der Bewimperte Mannsschild (Androsace chamaejasme). Und eine Trollblumen-Wiese leuchtet in sattem Gelb.
Tausend Meter tiefer im Tal steht in einer Streuwiese das Fleischfarbene Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) und im Wind weht die zarte Alpen-Haarbinse (Trichophorum alpinum). 13. 06. 2026
Traunsteiners Knabenkraut (Dactylorhiza traunsteineri), eine schlanke, lockerblütige Orchidee, war diesmal besonders üppig vertreten bei der botanischen Wanderung mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu.
Daneben konnten wir zahlreiche vom typischen Erscheinungsbild abweichende Exemplare, wohl Hybriden, beobachten.
Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)
Unser Augenmerk galt nicht nur den Orchideen: wir freuten uns über den leuchtend blauen Schlauch-Enzian (Gentiana utriculosa), Sibirische und Gelbe Schwertlilie (Iris sibirica, Iris pseudacorus), Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium) und weitere Besonderheiten. 10. 06. 2026
Die 1986 aufgelassene und renaturierte Mülldeponie hat sich zu einem Biotop mit erstaunlicher Artenvielfalt in Flora und Fauna entwickelt. Auf der Exkursion mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu fanden wir Anfang des Monats die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), auch in einem weißen Exemplar und in einem Randbereich die Sumpf-Ständelwurz (Epipactis palustris).
Aufgrund der Hitzeperiode im Juni war vieles schon verblüht, aber echtes Labkraut (Galium verum), bunte Kronwicke (Securigera varia) und Wald-Platterbse (Lathyrus sylvatica) zauberten bunte Punkte in den Hang.
Die weißen Doldenblütler wie die wilde Möhre (Daucus carota) sind immer ein beliebter Landeplatz für Insekten. In den nahen Streuwiesen freuten wir uns über letzte Sumpf-Gladiolen (Gladiolus palustris). 24. 07.2025
Die Alpenrosen (Rhododendron ferrugineum) färben die Hänge rot, der Türkenbund (Lilium martagon) steht in den Startlöchern, das Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) leuchtet und Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum) und Berg-Baldrian (Valeriana montana) blühen.
Für botanisch interessierte Bergwanderer ist jetzt die schönste Jahreszeit. Überall gibt es kleine Kostbarkeiten zu entdecken. In den Blüten des Rundblättrigen Steinbrechs (Saxifraga rotundifolia) erkennt man bei genauem Hinsehen ein apartes Punktmuster.
Die kleine Fichte kann wohlbehütet und mit idealem Nährstoffangebot im Schutz eines Baumstumpfs aufwachsen.
Steinpyramiden an Bergwegen können im Nebel Wanderern den Weg weisen. Oft aber ist der Bau ein spannender Spaß nicht nur für Kinder. Hund Airy sitzt geduldig dabei. 26. 06. 2025
Orchideen auf Schritt und Tritt: der Ausflug mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu, hat sich mal wieder gelohnt. Auf gut 1500 Meter Höhe blüht jetzt alles auf einmal: das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), das Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii), die Grünliche Waldhyazinthe (Platanthera chloranta),
die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), die Höswurz (auch Weißzüngel genannt, Pseudorchis albida). Und dazwischen jede Menge Exemplare, die in Farbe und Form abweichen:
Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)Höswurz oder Weißzüngel (Pseudorchis albida)Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) Albino
Unsere heimischen Orchideen sind im Erscheinungsbild sehr variabel und sie gehen gerne fremd: sie halten sich nicht an Artgrenzen, sondern bilden oft Hybride. So haben wir zahlreiche Pflanzen gesehen, die dem Breitblättrigen Knabenkraut ähnlich waren, aber mit kleinerem, lockeren Blütenstand und leicht einseitswendig. Da war offenbar das Lappländische Knabenkraut beteiligt.
Breitblättriges Knabenkraut x Lappländisches Knabenkraut ((Dactylorhiza majalis x Dactylorhiza lapponica)Kälteliebendes Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii ssp. psychrophila)
Eine kleine und besonders zarte Form des Fuchs-Knabenkrauts ist das Kälteliebende Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii, ssp. psychrophila), das in höheren Lagen vorkommt. Den viel fotografierten Höhepunkt bildete eine sehr seltene Hybride zwischen einem Albino-Fuchs-Knabenkraut und der Höswurz. Auch beide Elternteile waren in der Nähe zu finden.
Fuchs-Knabenkraut x Höswurz (Dactylorhiza fuchsii, Albino x Pseudorchis albida)
Hund Airy erwies sich mal wieder als echter Orchideenhund: er setzte sich zwischen die Orchideen und nicht darauf.
Auch wir Zweibeiner mussten sorgfältig darauf achten, die Bergschuhe nicht auf die kleinen Kostbarkeiten zu setzen und auch die übrige Bergflora nicht zu stören: das Schmalblättrige und das Scheidige Wollgras (Eriophorum angustifolia und E. vaginatum), den punktierten Enzian (Gentiana punctata) oder die Katzenpfötchen (Antennaria dioica). Bitte vormerken: die nächste AHO-Exkursion im Allgäu findet am 05. Juli statt. 23. 06. 2025
„Männliches Knabenkraut“ – wie kommt diese zarte und anmutige Pflanze zu diesem merkwürdigen doppelt männlichen Namen? Auch die botanische Bezeichnung „Orchis mascula“ weist diese Doppelung auf, wobei Orchis aus dem Griechischen kommt und auf die hodenähnlichen Wurzelknollen der Knabenkräuter verweist. „Mascula“ -in Latein „masculus“ (mit männlicher Endung) nannten frühe Botaniker die größere von zwei ähnlichen Arten.
Schlüsselblume (Primula eliator)
Im Allgäuer Bergland auf etwa 1300 m blühen noch üppig die Schlüsselblumen (Primula eliator) und weiter oben im Steilhang ist ein Prachtexemplar der Aurikel (Primula auricula) zu entdecken.
Die rosa blühenden Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) versprechen eine reiche Beerenernte.
Noch eng eingerollt erscheinen die ersten Farnblätter, während die Pestwurz (Petasites albus) bereits zur Mehrfach-Pusteblume wird. Ein dunkler Fleck am hellen Felsen entpuppt sich als Trauermantel (Nymphalis antiopa), ein prächtiger Schmetterling, den ich hier nur selten sehe. 16. 05. 2025
Der Frühling ist eine spannende Jahreszeit. Jeden Tag gibt es Neues zu entdecken: gestern war es die Schuppenwurz (Lathraea squamaria), die sich aus dem alten Laub schiebt (Handyfoto, man siehts an der Qualität).
An Südhängen fangen Löwenzahn (Taraxacum officinale – ich ignoriere mal die Vielzahl der Unterteilungen, die inzwischen gemacht werden) und Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) zu blühen an, an kühlen Wegrändern leuchtet noch der Huflattich (Tussilago farfara).
An Sonnentagen öffnet sich der Krokus (Crocus vernus/albiflorus) und besondere Freude bereiten mir die Veilchen:
Die frühesten waren rauhaariges (Viola hirta) und duftendes Veilchen (Viola odorata), jetzt kommen das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) und das Hain-Veilchen (Viola riviana) dazu.
Die letzten beiden wachsen am lichten Waldweg gegenüber, die Unterschiede bei Blütenfarbe und Sporn sind mir erst auf den Fotos aufgefallen. Auch Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) stehen in voller Blüte, ebenso wie der Gundermann (Glechoma hederacea).
Zu jeder Jahreszeit prachtvoll: die alte Eiche. 11. 04. 2025
In den letzten Tagen herrschte endlich ideales Wanderwetter: nicht zu heiß, nicht mehr so gewittrig schwül wie zuvor und weniger Regentage. Je nach Höhenlage blüht es noch wunderbar.
Die Fotos sprechen für sich: ein paar botanische Fundstücke aus dem Allgäu zwischen Schwarzem Grat und Imberger Horn. 26. 07. 2024