Wandern und Schauen: der weiße Krokus blüht

Von weitem wirken sie oft wie letzte Schneefelder: die weißen Krokusse – Crocus verna subsp. albiflora – blühen, jedenfalls in Tallagen der Allgäuer Berge auf knapp 900 Meter Höhe. In höheren Lagen dauert es noch eine Weile. Trotz des Namens finden sich auch blauviolette und gestreifte Blüten zwischen den zarten weißen Blumen.

Auch noch winzige zartgelbe Schlüsselblumen – Primula eliator – wagen sich heraus – im geschützten Garten stehen sie schon in voller Blüte, aber übers freie Feld fegt trotz warmer Temperaturen ein kalter Wind. Die Buschwindröschen – Anemone nemorosa -, die sich zu früh herausgewagt hatten, litten unter den eisigen Frostnächten: minus 12 Grad halten auch die kältegewohnten Frühblüher nicht unbeschadet aus.

Am Rand eines kleinen Feuchtgebiets steht noch das Schilf – Phragmites australis – vom letzten Jahr. Bald wird es zusammenbrechen und frischem Grün Platz machen. Glasklares Wasser eilt im Bach vorüber und gibt den Blick frei bis auf den Grund – ich liebe das Spiel des Wassers über den bunten Steinen.

Ein Maulwurf ist schon aktiv und hat frische Erdhügel aufgeworfen. Und gleich daneben hat offenbar ein Fuchs zahlreiche Mäusegänge aufgegraben, nicht gerade zur Freude des Landwirts.

Am sonnigen Hang leuchtet das Scharbockskraut – Ranunculus ficaria – in kräftigem Gelb, und sonnengelb hat ein allererster Löwenzahn – Taraxacum officinale – schon seine Blüte geöffnet. Wie gut, dass wir trotz Corona spazieren gehen dürfen: im Frühling gibt es täglich Neues zu entdecken, auch auf einem ganz unspektakulären Feldweg, auf dem der Hund und ich fast immer allein sind. 06. 04. 2020

 

Wandern und Schauen am sonnigen Südhang

Buschwindröschen und Veilchen

Kürzlich am Nordhang des Grünten waren wir noch mitten im Winter, dagegen lässt sich am sonnigen Südhang des Rottachbergs der Frühling nicht mehr aufhalten. Am Waldrand wetteifern die Buschwindröschen mit den Veilchen. Früher nannten wir alle nicht duftenden Veilchen „Hunds-Veilchen“. Inzwischen weiß ich, dass es noch eine Reihe weiterer Veilchen gibt, aber hier dürften es wirklich Hunds-Veilchen (Viola canina) sein. Ob der Name abwertend gemeint ist, weil sie nicht den verschwenderischen Veilchenduft verströmen? Im feuchten Graben neben dem Weg schieben sich die pfeilförmigen Blätter des Aronstabs heraus. Am trockenen, warmen Hang blühen schon die Erdbeeren und ich entdecke den allerersten Löwenzahn.

Dazwischen überall die unverwüstlichen Gänseblümchen. Um die zarten Blüten-Ähren der Frühlings-Segge (Carex caryophyllea) zu entdecken, muss man genau hinschauen. Der Landwirt war auch schon fleißig und hat einige Pfosten im Weidezaun erneuert. Am Waldrand darf ein alter Baumstamm vermodern und allem, was da „kreucht und fleucht“ Nahrung und Wohnung bieten. 8. 4. 2018