Garten am Alpenrand: Köstliche Tomaten

Rote Dattelwein

Die Rote Dattelwein ist meine Lieblingstomate, eine Datteltomate mit pikantem Süße-Säure-Verhältnis. Etwas größer und nicht ganz so aromatisch, aber immer noch um vieles besser als jede Supermarkt-Tomate ist das Baselbieter Röteli. Die beiden Tomatensorten kommen bevorzugt aufs Frühstücksbrot.

Baselbieter Röteli
Rote Birne noch unreif

Neu ausprobiert habe ich die Rote Birne, die etwa zwetschgengroß ist und eine lustige Birnenform aufweist. Sie ist etwas mehlig und entwickelt ihr Aroma am besten leicht angebraten, jedenfalls nach meinem Geschmack. Ich mag auch die lustigen Namen der alten Tomatensorten, die oft einen treffenden Hinweis auf Aussehen oder Geschmack geben.

Schlesische Himbeere

Die große Fleischtomate, eine Schlesische Himbeere, wird bei Vollreife wirklich leicht himbeerfarbig. Die sehr saftige Tomate ergibt köstliche Soßen und Suppen. Die kleinste meiner Tomatensorten, die Johannisbeer-Tomate Rote Murmel, ist eine Naschtomate, die ich am liebsten gleich im Vorbeigehen in den Mund stecke. Sie ist robust und verträgt auch Regen, während die anderen Sorten vor Nässe geschützt an der warmen Hauswand stehen. Sie säht sich auch gerne selbst aus, aber die Sämlinge kommen in unserem Klima kaum zur Reife und deshalb kaufe ich lieber vorgezogene Pflanzen von einem auf alte Sorten spezialisierten Gärtner. Die Tomatenernte ist in vollem Gang und ich hoffe, dass es keinen Frost gibt und die Temperaturen bald wieder steigen, damit die noch grünen Früchte am Strauch ausreifen können. 26. 09. 2020

Rote Murmel

Hund und Katze: Nach anstrengender Nacht

Nach einer offenbar anstrengenden Nacht pennt Kätzchen Maya ganz entspannt auf dem Balkon. Am liebsten liegt sie direkt an Frauchens Füssen.

Das gelingt der Katze allerdings nur selten, denn meistens ist der Platz bereits besetzt: Es ist der Stammplatz von Hund Airy. 20. 09. 2020

Garten am Alpenrand: Schmetterling und faule Zwetschgen

Schmetterling: Admiral

Ein wunderschöner Schmetterling umflattert zur Zeit meine Zwetschenbäume. Der Admiral versöhnt mich ein bisschen damit, dass die Zwetschgen teilweise schon am Baum von der Monilia-Fruchtfäule befallen sind, denn offenbar liebt der Schmetterling gerade diese fauligen Zwetschen. Jedenfalls konnte ich noch nie so viele dieser Falter im Garten beobachten.

Admiral
Zwetschge mit Monilia-Fruchtfäule

Die große, fleischige Wangenheimer Zwetschge ist schon fast abgeerntet – der Kuchen schmeckt damit extra fein.

Wangenheimer Zwetschge (links) und Hauszwetschge

Der noch vom Vorbesitzer übernommene alte Zwetschgenbaum – ich vermute eine Hauszwetschge – trägt nach einem mageren Jahr heuer überreich, so dass ich die Äste mit allen verfügbaren Gerätschaften abstützen muss. Bis zur Erntereife dauert es noch ein paar Tage. 18. 09. 2020

Hund und Katze: Fellpflege

Hopp und die Katze ist auf den Gartentisch gesprungen: Das geht ja gar nicht, dass Frauchen nur den Hund „streichelt“ und Katze Maya zuschauen soll. Frauchen hat Airy auf den alten Gartentisch gesetzt, denn der eignet sich nicht nur zum Bepflanzen der Blumentöpfe, sondern auch zur bequemen Fellpflege beim Hund.

Der ist zwar nicht begeistert und legt vorsichtshalber seine Pfote auf eines der „Marterinstrumente“, aber Frauchen bleibt fest: Im Fell verhakte Samen müssen ausgekämmt und der Pelz stellenweise nachgeschnitten werden. Da sein vorsichtiger Protest nichts nützt, hält der Hund still – bis Kätzchen Maya uns entdeckt: Sie will auch schmusen und nebenbei zeigen, dass sie ihre Körperpflege selbst erledigen kann.

Dann folgt ein Auf und Ab: Hopp runter, Hopp rauf und wieder hinunter.

Kein Wunder, dass Airy den Kopf nicht ruhig halten kann und der neue Haarschnitt etwas zerrupft ausfällt. Hauptsache, der Vierbeiner kann sein Frauchen wieder richtig anschauen, ohne dass der Pony ins Blickfeld gerät. Die „Schönheit“ ist zumindest dem Hund schnuppe! 03. 09. 2020

Wandern und Schauen: Herbst-Boten

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) kündet vom Ende des Sommers. Die aus der Zeit gefallene Pflanze, die im Herbst blüht und im Frühjahr Frucht trägt, enthält in allen Teilen das starke Gift Colchicin. Aber das gilt offenbar nicht für alle Lebewesen, wie eine angebissene Blüte zeigt.

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)

Herbstlich zeigt sich auch die Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), die ihre Samen dem Wind überlässt. Das hübsche Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) blüht noch weit in den Herbst hinein. Es gilt als invasiver Neophyt, der heimische Pflanzen verdrängt und deshalb stellenweise bekämpft wird. Aber für eine Eindämmung ist es längst zu spät.

Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera) mit Bestäuber
Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera) mit Bestäuber

Und der Neusiedler hat auch positive Seiten: als späte Bienenweide ist er beliebt bei Nektar- und Pollen sammelnden Bestäubern und bietet noch reiche Nahrung, wenn die Wiesen nebenan abgemäht sind.

Spitzwegerich (Platago lanceolata) mit Bläuling

Ein zarter Bläuling hat sich auf dem Spitzwegerich (Plantago lanceolata) niedergelassen.

Mittlerer Wegerich (Plantago media)
Mittlerer Wegerich (Plantago media), Blattrosette

Gleich daneben macht sich ein „Breitwegerich“ breit, der sich bei genauem Hinsehen als Mittlerer Wegerich (Plantago media) entpuppt, wie der lange Blütenstängel und die Blattansätze verraten. Und noch zwei passen gut zusammen: der schon herbstliche Wind und das Schilf (Phragmites australis). 28. 08. 2020

Schilf (Phragmites australis)
Schilf (Phragmites australis)

Garten am Alpenrand: Rosen und Fallobst

Rose Leonardo da Vinci

Die Rosen „Leonardo da Vinci“ und „Mariandl“ haben zur zweiten Blüte angesetzt, dazu gesellt sich der zarte, weiße Schneefelberich. Auch die filigranen Fruchtstände des Weidenröschens gefallen mir dazwischen (obwohl ich im Frühjahr sicher wieder viel ausrupfen muss).

Rose Mariandl und Schneefelberich
Weidenröschen, Fruchtstand

Als erste Äpfel reifen die großen Früchte des „Jakob Fischer“.

Apfel Jakob Fischer

Das Fallobst findet sofort gefräßige Freunde, aber Vorsicht, das Loch ist schon besetzt!

Bei den Birnen nimmt „Clapps Liebling“ schon Farbe an. Der Baum trägt gut, obwohl er stark von Birnenpocken-Milben befallen ist. Habt ihr ein Rezept dagegen? 22. 08. 2020

Birne Clapps Liebling

Wandern und Schauen: Ein Tintenfisch im Allgäuer Moor?

DSC07175 Clathrus archeri Tintenfisch-Pilz
Tintenfisch-Pilz (Clathrus archeri)

Ein Tintenfisch am Rande einer Allgäuer Feuchtwiese? Eine unvermutete Entdeckung ist der bizarre, rote Tintenfisch-Pilz (Clathrus archeri). Erstaunlich ist auch, dass es sich um einen Einwanderer aus Neuseeland handelt, der sich seit rund hundert Jahren in Europa verbreitet. Da er es feucht und warm mag, kommt ihm der Klimawandel wohl gerade recht. „Moore und Klimawandel“ war ein Thema bei den Exkursionen des Landschaftspflegeverbands Oberallgäu: wer weiß schon, dass vom CO2- Ausstoß in Bayern acht Prozent aus trocken gelegten Mooren stammen, in denen sich der Torf zersetzt? Die Renaturierung von Mooren ist deshalb ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz, neben dem Wasserspeicher-Effekt.

Und was Moore für den Artenschutz bedeuten, kann jeder sehen: der Moor-Enzian oder Tarant (Swertia perennis) begeistert mit letzten Blüten und am Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea) sind kleine weiße Punkte zu entdecken: die Eier des Lungenenzian-Ameisenbläulings, dessen Raupen sich zunächst vom Enzian ernähren, dann von Ameisen in ihre Nester verschleppt und von ihren unfreiwilligen Wirten gefüttert werden, denen sie mit ihrem Duft vortäuschen, sie seien Ameisenlarven. In der Feuchtwiese wimmelt es von großen und kleinen Hüpfern: eine elegante Langflügelige Schwertschrecke (Conocephalus fuscus) fällt uns besonders auf.

Und auf dem Teufelsabbiss (Succisa pratensis) lauert eine helle Form der Vierfleck-Kreuzspinne (Araneus quadratus), der größten heimischen Kreuzspinnen-Art. Der Teufelsabbiss soll seinen Namen der Wurzel verdanken, die wie abgebissen wirkt und tief unten kann es nur der Teufel gewesen sein! (wir haben nicht nachgegraben!).

Die Engelwurz (Angelica sylvestris) bleibt in der Streuwiese klein, blüht aber trotzdem prächtig. Das Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris) ist auch verblüht noch apart und das Sumpf-Weidenröschen (Epilobium palustre) bildet den zarten Kontrast. 17. 08. 2020

DSC07291 Epilobium palustre Sumpf-Weidenröschen
Sumpf-Weidenröschen (Epilobium palustre)

Hund und Katze: Lebensfreude

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Kaum geht Frauchen in den Garten, sitzt Airy vor ihr und schaut sie fragend an: Was machen wir jetzt? Doch nicht Rasenmähen! Nein! Das tägliche Training – oder Spiel, für ihn ist die Bezeichnung egal – macht viel mehr Spaß!

Ob es um „Bring den Ring“ geht oder den doppelten Hürdensprung, bei dem Schnurrbart und Ohren fliegen.

Gelegentlich will der Vierbeiner freilich seine eigenen Spielregeln durchsetzen und statt „Hopp“ sprintet er elegant um die Hürden herum.

Nein, so war das nicht gemeint, bitte noch einmal richtig. Geht doch! Zur Belohnung gibt’s ein „Such das Leckerli-Spiel“. Das ist Lebensfreude pur für Hund und Mensch! Nur dumm, dass Frauchen am Abend zu Kamm und Bürste greifen muss, um all die lästigen Samen von Hexenkraut und Nelkenwurz zu entfernen, die im Fell haften. Das hat sie nun von ihrem „Natur-Garten“. 25. 07. 2020

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Wandern und Schauen: Zweimal Lilie

Die eine ist zart, weiß und bezaubert durch ihre Anmut, die andere groß, prächtig und purpurfarbig und beide sind Liliengewächse: die ästige Graslilie (Anthericum ramosum) und die Türkenbund-Lilie (Lilium martagon) habe ich in den Allgäuer Bergen auf etwa 1300 m Höhe entdeckt.

Das rote Waldvögelein möchte mir entgegenflattern, so scheint es.

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Rotes Waldvögelein (Cephalanthera rubra)

Aber die aparte Orchidee (Cephalanthera rubra) steht fest auf einer Hangwiese inmitten leuchtend gelber Rindsaugen (Buphthalmum salicifolium), ein merkwürdiger Name für die strahlenden Blüten. In ihrer Gesellschaft fühlt sich auch die Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens) wohl, ebenfalls eine heimische Orchidee. 24. 07. 2020