Wandern und Schauen: Botanische Wanderung am Hochtannbergpass am 4. 7. 2026

Alpenflora in schönster Pracht bietet die nächste Wanderung mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu: Alpenaster, Enzianarten und Mannsschild, sowie reiche Bestände heimischer Orchideen wie Kohlröschen, Händelwurz und Höswurz.

Es geht vom Hochtannbergpass über Widdersteinmähder und Koblat zu Gemstelpass und Widdersteinhütte mit Einkehr. Anspruchsvolle Bergwanderung mit 460 Höhenmetern, etwa 8,5 km, reine Gehzeit ca. 4 Stunden ohne Fotopausen. Trittsicherheit und Kondition erforderlich, sowie die entsprechende Ausrüstung. Die Mitnahme von Getränken und evtl. Brotzeit ist ratsam. Teilnahme auf eigene Gefahr, Nichtmitglieder willkommen. Botanische Erklärungen kostenfrei. Bei schlechtem Wetter entfällt die Wanderung ersatzlos. Treffpunkt 9 Uhr Parkplatz Widdersteinhütte kurz vor der Passhöhe.

Wandern und Schauen: Botanische Wanderung 27. 06. 26

Treffpunkt 10 Uhr, Talstation Fellhornbahn. Das Allgäuer Fellhorn bei Oberstdorf ist ein Blumenberg mit prächtiger Bergflora, die ihre Besonderheit den Flysch-Gesteinen mit kalkarmen Ton- und Mergelschichten verdankt. Der Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu lädt zu einer botanischen Wanderung zu Arnika und Ferkelkraut, Kohlröschen und Knabenkräutern.

Vielleicht blüht schon der Purpur-Enzian. Von der Bergbahn-Gipfelstation auf knapp 2000 m Höhe geht es Richtung Kanzelwand und über die obere Bierenwangalpe zur Mittelstation (Einkehr). Der aussichtsreiche Weg bietet ein Bergpanorama vom Kleinwalsertal bis über den Allgäuer Hauptkamm.

Mittelschwere Bergwanderung mit rund 230 Höhenmetern Abstieg und 50 Höhenmetern Aufstieg. Reine Gehzeit ca. drei Stunden. Entsprechende Bergausrüstung erforderlich, Mitnahme von Getränken und evtl. Brotzeit empfohlen. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Nichtmitglieder willkommen. Botanische Erläuterungen kostenlos, Bergbahn und Einkehr sind selbst zu tragen. Anmeldung nicht erforderlich. Einfachere Wander-Alternativen möglich. Bei schlechtem Wetter entfällt die Wanderung ersatzlos.

Wandern und Schauen: Noch mehr Orchideen

Männliches oder Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula)

Mehr als zehn verschiedene Orchideen gibt es derzeit auf Ostallgäuer Bergen in etwa 1800 m Höhe zu sehen. Der Landesbund für Vogelschutz hatte mit der angekündigten Orchideen-Wanderung nicht zu viel versprochen.

Höswurz oder Weißzüngel (Pseudorchis albida)
Brand-Knabenkraut (Neotinea ustulata)
Brand-Knabenkraut (Neotinea ustulata) Albino
Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride) helle und rötliche Form
Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride) mit Besucher

Außerdem waren zwei verschiedene Mannsschildarten zu entdecken, zwei Sonnenröschen, die leuchtende Alpenaster und vieles mehr.

Milchweißer Mannsschild (Androsace lactea)
Bewimperter Mannsschild (Androsace chamaejasme)
Sonnenröschen (wohl Helianthemum alpestre)
Sonnenröschen (Helianthemum nummularium)
Alpen-Aster (Aster alpinus)

Es ist immer wieder spannend, welche Strategien Pflanzen entwickeln, um sich auf rauen Bergen zu behaupten. Zum Beispiel der Knöllchen-Knöterich, der wegen der kurzen Vegetationszeit in Höhenlagen Brutknöllchen ausbildet, die auf der Pflanze auskeimen können. 17. 06. 2026

Knöllchen-Knöterich (Bistorta viviparia)
Mücken-Händelwurz (Ophrys insectifera)

Wandern und Schauen: Bergfrühling

Frühlings-Enzian (Gentiana verna), Berg-Hahnenfuss (Ranunculus montanus)

Frühlings-Enzian (Gentiana verna) und Mehlprimel (Primula farinosa) verzaubern jedes Jahr aufs Neue. Vom Bergfrühling kündet auch die Alpen-Aurikel (Primula auricula).

Mehl-Primel (Primula farinosa)
Aurikel (Primula auricula)

Auf 1800 m Höhe blühen die Narzissenblütige Anemone (Anemone narcissiflora), der Alpen-Hahnenfuss (Ranunculus alpestris) und der Bewimperte Mannsschild (Androsace chamaejasme). Und eine Trollblumen-Wiese leuchtet in sattem Gelb.

Bewimperter Mannsschild (Androsace chamaejasme)
Narzissenblütige Anemone (Anemone narzissiflora)
Alpen-Hahnenfuss (Ranunculus alpestris)
Durchblättertes Läusekraut (Pedicularis foliosa)

Tausend Meter tiefer im Tal steht in einer Streuwiese das Fleischfarbene Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) und im Wind weht die zarte Alpen-Haarbinse (Trichophorum alpinum). 13. 06. 2026

Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata)
Alpen-Haarbinse (Trichophorum alpinum)

Wandern und Schauen: Seltene Orchideen

Traunsteiners Knabenkraut (Dactylorhiza traunsteineri), eine schlanke, lockerblütige Orchidee, war diesmal besonders üppig vertreten bei der botanischen Wanderung mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu.

Traunsteiners Knabenkraut (Dactylorhiza traunsteineri)

Daneben konnten wir zahlreiche vom typischen Erscheinungsbild abweichende Exemplare, wohl Hybriden, beobachten.

Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)

Unser Augenmerk galt nicht nur den Orchideen: wir freuten uns über den leuchtend blauen Schlauch-Enzian (Gentiana utriculosa), Sibirische und Gelbe Schwertlilie (Iris sibirica, Iris pseudacorus), Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium) und weitere Besonderheiten. 10. 06. 2026

Schlauch-Enzian (Gentiana urticulosa)
Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi)
Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium)
Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)
Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)

Wandern und Schauen: Orchideen-Wanderung 06.06.2026

Als artenreiches Naturkleinod mit seltenen Orchideen und Wollgras erweist sich der Schwanseepark bei Schwangau. Der ehemalige Schlosspark unterhalb von Hohenschwangau wurde im 19. Jahrhundert als englischer Landschaftspark in einem weitgehend feuchten Gelände angelegt, wobei die Wittelsbacher schon damals auf Düngung verzichteten. Die Parkpflege heute will den historischen Charakter mit Blickachsen, Baumgruppen und geschwungenen Wegen rund um den Schwansee erhalten und zugleich die Feuchtwiesen und Goldhaferwiesen mit ihrer Artenvielfalt fördern. Der Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu, lädt zu einer botanischen Wanderung im leichten, ebenen Gelände mit anschließender Einkehr im Kiosk am See. Bei Interesse kann danach noch ein Abstecher auf den Kalvarienberg (180 Höhenmeter) unternommen werden. Nichtmitglieder sind stets willkommen, die etwa zweistündige Führung ist kostenfrei. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Treffpunkt 10 Uhr, Parkplatz Schwanseepark, Schwangau-Alterschrofen.

Garten am Alpenrand: Tulpenpracht und Eisheilige

Die Tulpenblüte war heuer besonders üppig, eine Sinfonie in Weiß-Gelb-Orange- und Rottönen. Die Darvin-Hybriden haben sich in unserem Klima als besonders robust und langlebig herausgestellt.

Tulpen Darvin-Hybriden
Wildtulpen Peppermintstick

Besonders hübsch finde ich auch die Wildtulpen „Peppermintstick“, neu gepflanzt im letzten Herbst, zartrosa im Aufgehen und ganz geöffnet weiße Sterne.

Wildtulpen Peppermintstick
Zierapfel Malus Toringa „Scarletta“

Der vor zwei Jahren gesetzte rote Zierapfel Malus Toringo „Scarletta“ hat die Erwartungen erfüllt und bildet mit rötlichem Laub und roten Blüten einen Blickfang im Frühjahr. Nach dem kräftigen Schneefall Ende März mit rund 30cm Neuschnee zeigte sich der April diesmal kaum launisch und verwöhnte uns mit viel Sonne, allerdings oft gepaart mit kaltem Wind, kalten Nachttemperaturen und Trockenheit.

Schnittlauchblüten im Schnee

Nach den Erfahrungen der letzten Jahre hatten wir die Eisheiligen schon fast vergessen, aber heuer waren sie pünktlich zur Stelle, mit frostigen Temperaturen und sogar etwas Schnee, der allerdings in Tallagen schnell wieder weggetaut war – zum Glück, denn unter der nassen weißen Pracht bogen sich Fliederzweige und Obstbäume.

Hätte es weiter geschneit, wären wohl Zweige gebrochen. Den Apfel- und Birnenansätzen hat der Kälteeinbruch wohl nicht geschadet, meine alten Sorten haben sich in den letzten Jahren als ziemlich robust erwiesen. Mal abwarten, was die zweite Maihälfte bringt. 14. 05. 2026

Zierlauch Allium „Ostara“

Wandern und Schauen: Ausflug in den Winter

Hund Airy liebt den Schnee und konnte sich endlich wieder ausgiebig wälzen: wir haben einen Ausflug in den Winter gemacht, mit der Bergbahn auf 2000 m Höhe. Das hat ihn dafür entschädigt, dass er in der Gondel einen Maulkorb tragen musste, was er gar nicht mag.

Es war ein Traumtag, ebenso wie einige Tage zuvor, als es im Tal grau und trist war, oben auf den Bergen aber „obheiter“, wie man in Oberstdorf sagt.

Also Sonne über dem Nebelmeer, aus dem nur die hohen Gipfel ragen. Kürzlich auf dem Nebelhorn war nur der Gipfel frei. Im Herbst freue ich mich über jedes letzte Blümchen, das sich noch blicken lässt.

Und gelegentlich sind Besonderheiten zu entdecken wie die verwachsenen Blüten der Silberdistel (Carlina acaulis) und die weiße bärtige Glockenblume (Campanula barbata).

Auch Enzianarten blühen bis spät in den Herbst: im September finden wir den Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), im Oktober noch den Fransen-Enzian (Gentianopsis ciliata, früher Gentiana c.) und den Rätischen Kranzenzian (Gentianella rhaetica) mit fünfteiliger Krone.

Letzterer wurde früher als Unterart des Deutschen Enzians (Gentiana germanica) angesehen, gilt aber inzwischen als eigene Art und als vorherrschend in den Alpen. Genetische Erkenntnisse haben in der Botanik zahlreiche Verwandschafts-Verhältnisse und damit auch die Namen verändert. Man lernt halt nie aus. 04. 11. 2025

Wandern und Schauen – Fotovortrag: Orchideen auf Sardinien

Foto Wilhelm Späth

Die Regionalgruppe Allgäu im Arbeitskreis Heimische Orchideen lädt zum nächsten Foto-Vortrag am 09. 11. 2025 in Bad Hindelang. Während auf Allgäuer Bergen schon Schnee liegt, entführt uns Wilhelm Späth auf eine Sonneninsel im Mittelmeer. Wir treffen uns um 14 Uhr im Hotel Prinz-Luitpold-Bad. Der Vortrag beginnt um 14.30 Uhr. Gäste sind willkommen!

Wandern und Schauen: Seltene Orchideen, prächtige Bergwiesen

Kohlröschen x Alpen-Händelwurz (Nigritella rhellicani x Gymnadenia alpina)

Sie leuchtet von weitem, die prachtvolle Hybride von Kohlröschen x Alpen-Händelwurz (Nigritella rhellicani x Gymnadenia alpina) und auch beide Elternteile stehen in der Nähe.

Kohlröschen (Nigritella rhellicani)
Alpen-Händelwurz (Gymnadenia alpina)

Einen weiteren Höhepunkt der Wanderung mit dem Arbeitskreis Orchideen, Regionalgruppe Allgäu, bildete die seltene Zwerg-Orchis (Chamorchis alpina).

Zwerg-Orchis (Chamorchis alpina)

Die Wanderung führte uns hoch über dem Tiroler Lechtal mitten hinein in wunderbare, artenreiche Bergwiesen. Alpen-Aster (Aster alpinus), Glockenblumen (Campanula scheuchzeri +C. cochleariifolia) und Mondraute (Botrychium lunaria) säumen den Aufstieg auf über 2000 m Höhe.

Alpen-Aster (Aster alpinus)
Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri)
Zierliche Glockenblume (Campanula cochleariifolia)
Mondraute (Botrychium lunaria)

Gleich mehrere Steinbrecharten (Saxifraga paniculata, S. caesia, S. moschata) wachsen nahe beieinander auf dem Felsen.

Trauben-Steinbrech (Saxifraga paniculata)
Blaugrüner Steinbrech (Saxifraga caesia)
Moschus-Steinbrech (Saxifraga moschata)

Der Fruchtstand zeigt, woher das Brillenschötchen (Biscutella laevigata) seinen Namen hat und die Schwarzrandige Schafgarbe (Achillea atrata) erkennt man beim Hinschauen. Wieviel entgeht doch den Wanderern, die nur das Gipfelkreuz oder die nächste Hütte zum Ziel haben! 04. 08. 2025

Brillenschötchen (Biscutella laevigata)
Schwarzrandige Schafgarbe (Achillea atrata)