Wandern und Schauen: Ein Orchideen-Highlight und mehr

Honigorchis (Herminium monorchis)

Das Herminium, auch Honigorchis (Herminium monorchis) zu finden hat mich besonders gefreut, dank des Tipps eines anderen Orchideen-Freundes. Die kleine Orchidee fällt durch ihre Farbe in der Wiese auf.

Ein weiteres Highlight der letzten Tage war die Alpen-Haarbinse (Trichophorum alpinum).

Alpen-Haarbinse (Trichophorum alpinum)

Auch weitere Orchideen stehen gerade in voller Blüte, das Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii), die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) und die Sumpf-Ständelwurz (Epipactis palustris).

Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)
Bergwiese mit Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) und Sumpf-Ständelwurz (Epipactis palustris)

Nicht selten, aber immer wieder hübsch ist die Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi).

Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi)

Der Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata) will auch bald blühen und an einer Steinmauer huscht eine Berg- oder Moor-Eidechse (Lacerta vivipara) vorbei. Der lateinische Name deutet darauf hin, dass sie lebende Junge zur Welt bringt.

Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata)
Berg- oder Moor-Eidechse (Lacerta vivipara)

Kein Blattgrün braucht die Zierliche Sommerwurz (Orobanche gracilis), sie ist ein Wurzelparasit auf Kleearten.

Zierliche Sommerwurz (Orobanche gracilis)

Eindrucksvoll schiebt sich Jahr für Jahr der Japanische Staudenknöterich (Reynoutria japonica) in die Höhe. Ein alter Allgäuer hat mir erzählt, dass man ihn früher rund um Freibäder gepflanzt hat, um die badenden Damen vor neugierigen Blicken zu schützen. Heute ist die Ausbreitungstendenz des ehemaligen Sittenwächters eher unerwünscht.

Japanischer Staudenknöterich (Reynoutria japonica)

Übrigens: die Allgäuer Älpler gehen mit der Zeit: der Weidezaun wird mit Solar-Energie betrieben. 06. 07. 2024

Wandern und Schauen: Mit der Bayerischen Botanischen Gesellschaft im Königlichen Park Hohenschwangau

Von den Wiesen am Schwansee bei Schwangau öffnet sich der Blick auf die Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. Die Blickachse ist gewollt und Teil der historischen Parkanlage. Bei der Planung 1837 gab es freilich anstelle des Märchenschlosses Neuschwanstein noch die Ruinen der alten Burgen. Bayernkönig Maximilian II. hatte sich schon als Kronprinz in die geschichtsträchtige Landschaft mit den Burgruinen am Fuße der Berge verliebt. Er ließ Hohenschwangau wieder aufbauen und beauftragte den Landschaftsarchitekten Carl August Sckell mit der Planung eines englischen Landschaftsgartens mit geschwungenen Wegen, malerischen Baumgruppen und überraschenden Ausblicken – eine schwierige Aufgabe, denn es handelt sich weitgehend um feuchtes Gelände.

Einzelbäume und Gehölzgruppen wieder freigestellt

Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)

Um Gartendenkmalpflege und Naturschutz ging es auf einer Wanderung der Bayerischen Botanischen Gesellschaft im königlichen Park in Hohenschwangau. Im Zuge der Gartendenkmalpflege wurden und werden zugewachsene historische Blickachsen wieder hergestellt und anstelle von Fichtenaufwuchs und Waldstücken konnten sich wieder artenreiche Streuwiesen mit Wollgras (Eriophorum angustifolium) und Orchideen entwickeln.

Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)
Traunsteiners Knabenkraut (Dactylorhiza traunsteineri)
Eine historische Blickachse wird wieder hergestellt

Auch auf den trockeneren Goldhaferwiesen wird schon auf Wunsch der Wittelsbacher auf Düngung verzichtet. Dank der fachgerechten Pflege können wir wie die königlichen Herrschaften durch artenreiche blühende Wiesen flanieren. Nur das Schifferl fahren auf dem Kalten Bach ist nicht mehr möglich. 28. 06. 2024

Kalter Bach
Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa)
Schlauch-Enzian (Gentiana utriculosa)
Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata)
Betonie (Stachys officinalis)

Wandern und Schauen: Orchideen-Highlights – Unterwegs mit dem AHO

Manns-Knabenkraut (Orchis mascula)

Vom Manns-Knabenkraut (Orchis mascula) bis zur Hohlzunge (Coeloglossum viride) – es gab viel zu sehen bei der Exkursion mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu.

Hohlzunge (Coeloglossum viride)
Weißzüngel (Pseudorchis albida)

Highlights waren die winzige Fliegen-Ragwurz (Ophris insectifera), die gerade erst zu blühen beginnt und das Kohlröschen (Nigritella rhellicani), das nach Schokolade duftet.

Fliegen-Ragwurz (Ophris insectifera)
Schwarzes Kohlröschen (Nigritella rhellicani)

Manns-Knabenkraut (Orchis mascula)

Auf rund 1700 m Höhe blühen nicht nur die Orchideen: wer genau hinschaut, kann auf den Allgäuer Bergen auch die winzige Mondraute (Botrychia lunaria), die rosa Katzenpfötchen (Antennaria dioica) oder den Milchweißen Mannsschild (Androsace lactea) entdecken. 24. 06. 2024

Mondraute (Botrychium lunaria)
Katzenpfötchen (Antennaria dioica)
Milchweißer Mannsschild (Androsace lactea)

Wandern und Schauen – Botanik-Buch

Info für alle Botanik-Freunde: Die Bayerische Botanische Gesellschaft hat gerade mitgeteilt, das die 3-bändige „Flora von Bayern“ im Herbst im Haupt-Verlag Bern erscheinen wird. Vorausinfo dort. Ich freue mich schon darauf! (Foto nicht aus dem Buch sondern von mir)

Wandern und Schauen: Orchideen-Vortrag 06. 01. 2024

AHO-Vortrag 06. Januar 2024: Um erstaunliche und wunderbare Entdeckungen in der Natur geht es beim nächsten Treffen der Regionalgruppe Allgäu im Arbeitskreis Heimische Orchideen Bayern. Mitglieder zeigen Ihre Fotos aus Natur und Landschaft und versprechen: es sind etliche „Wows“ dabei. Wir treffen uns um am Samstag, 06. 01. 24 um 14 Uhr im Hotel Luitpold-Bad in Bad Hindelang. Gäste sind stets willkommen!

Wandern und Schauen: Kostbarkeiten auf Nagelfluh

Stein-Nelke (Dianthus sylvestris)

Eine im bayerischen Alpenraum seltene Schönheit blüht gerade: die Stein-Nelke (Dianthus sylvestris). Ebenfalls selten, aber weniger auffällig und von den meisten Wanderern übersehen, ist das Hahnenfußblättrige Hasenohr (Bupleurum ranunculoides).

Hahnenfußblättriges Hasenohr (Bupleurum ranunculoides)
Zwergmispel (Cotoneaster integerrimus)

Unauffällig und auch nicht häufig wächst die Zwergmispel (Cotoneaster integerrimus) gern auf Felsgraten. Bei einer Exkursion mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu, ging es nicht nur um Orchideen. Die Nagelfluhkette im gleichnamigen Naturpark ist bekannt für ihren Artenreichtum.

Allermannsharnisch (Allium victorialis)
Türkenbundlilie (Lilium martagon)

Prächtig stehen da Allermannsharnisch (Allium victorialis) und Türkenbundlilie (Lilium martagon). Und immer wieder hübsch die blauen und weißen Farbtupfer von Kleiner Glockenblume (Campanula cochleariifolia) und Kriechendem Gipskraut (Gypsophila repens). 17. 07. 2023

Kleine Glockenblume (Campanula cochleariifolia), Kriechendes Gipskraut (Gypsophila repens)

Wandern und Schauen: Zarte, weiße Härchen im Wind

Alpen-Haarbinse (Trichophorum alpinum)

Ich freue mich immer, wenn die zarten, weißen Härchen im Wind fliegen: die Alpen-Haarbinse oder Alpen-Rasenbinse (Trichophorum alpinum, Syn. Eriophorum alpinum) ist viel kleiner als das Schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium), das in der Nähe wächst und von den dunklen Blütenköpfen des Großen Wiesenknopfs (Sanguisorba officinalis) flankiert wird.

Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectoropholus)

Am Rand der Streuwiese dominiert der Zottige Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus).

Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium)

Dann überrascht eine Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium). Noch ein paar Schritte weiter stehen die heimischen Orchideen: Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) und Weiße Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) haben die kräftige Breitblättrige Fingerwurz (Dactylorhiza majalis) und das Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris) abgelöst.

Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) und Weiße Waldhyazinthe (Platanthera bifolia)
Breitblättrige Fingerwurz (Dactylorhiza majalis)
Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris)

Später im Wald treffe ich noch auf das Fuchs‘ Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii), das nach der namengebenden Wurzelform genaugenommen kein Knabenkraut sondern auch eine Fingerwurz ist.

Fuchs‘ Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)
Rundblättriger Steinbrech (Saxifraga rotundifolia)

Ich mag auch die zarten Sterne des Rundblättrigen Steinbrechs (Saxifraga rotundifolia), der hier eine feuchte Stelle am Wegrand gleich neben dem Eisenhutblättrigen Hahnenfuß (Ranunculus aconitifolius) bevölkert.

Eisenhutblättriger Hahnenfuß (Ranunculus aconitifolius)
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Ein zartherber Duft kündigt schon von weitem den Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) an, der hier am Alpenrand später blüht als in wärmeren Gegenden. Und dann überrascht noch ein ungewöhnlicher Farbtupfer am Weidezaun: diese Akelei ist wohl ein Garten-Flüchtling. 26. 06. 2021

Akelei

Wandern und Schauen: Ein Hauch von Rosa

Mehlprimel (Primula farinosa)

Ein Hauch von Rosa liegt über der Streuwiese: die zarten Mehlprimeln (Primula farinosa) gehören zu meinen Frühjahrs-Lieblingen, ebenso wie der zierliche Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica), der auch gerade aufblühen will.

Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica)
Kriechender Günsel (Ajuga reptans)

Die Kälte der letzten Wochen hat die Entwicklung in Natur und Garten verzögert, aber der Regen hat genügend Feuchtigkeit gespendet und ein paar Sonnenstunden bringen alles gleichzeitig zum Blühen, kriechenden Günsel (Ajuga reptans) und Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis), Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina) und Bachnelkenwurz (Geum rivale).

Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)
Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina)
Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) mit Hummel

Und die Frühlingsblüher, die mit der Sonne wetteifern und die Wiesen gelb färben: der scharfe Hahnenfuß (Ranunculus acer), der niedrige Berg-Hahnenfuß (Ranunculus montanus), der Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis), der gerade erst anfängt zu blühen, aber am Nachmittag schon wieder geschlossen ist und der Löwenzahn (Taraxacum officinale), der sich bei Kälte und Regen nur zögernd öffnet.

Hahnenfuß-Wiese
Berg-Hahnenfuß (Ranunculus montanus)
Hahnenfuß-Wiese

Es ist schon ein verrücktes Wetter: Anfang Februar und im März war es wärmer als jetzt zu Pfingsten. Hund Airy ist das egal. Für ihn ist nur wichtig, dass er mit Frauchen draußen sein kann. 24. 05. 2021

Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis)
Hund Airy (Amerikanischer Zwerg-Schnauzer) vor Löwenzahnwiese und Allgäuer Bergpanorama

Wandern und Schauen: Überraschungs-Veilchen

Rauhaariges Veilchen (Viola hirta)

Das Rauhaarige Veilchen (Viola hirta) ist neu für mich. So früh im Jahr, kurz nach dem letzten Schneefall – und der nächste Schnee ist schon angekündigt – hatte ich kein Veilchen erwartet. Aber da ist es, winzig klein und hellblau an einer sonnigen Böschung. Und ein paar Schritte weiter die nächste Überraschung: der zarte Frühlings-Krokus (Crocus vernus/albiflorus) blüht bereits.

Frühlings-Krokus (Crocus vernus/albiflorus)
Frühlings-Krokus (Crocus vernus/albiflorus)

Bisher zeigen sich nur weiße Exemplare, ob die violetten noch kommen, bevor es wieder schneit? Die Frühlingsblüher hier am Alpenrand auf etwa 900 m Höhe sind hart im Nehmen, sie werden wie die robusten Schlüsselblumen (Primula eliator) und Gänseblümchen (Bellis perennis) auch den Aprilschnee überstehen.

Schlüsselblumen (Primula eliator)
Gänseblümchen (Bellis perennis)
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Aber was machen Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) mitten auf der Viehweide? Laut Dörr, „Flora des Allgäus“, sind sie hier nicht heimisch, aber aus Gärten verwildert, in Ausbreitung begriffen und vor allem im Voralpenland bereits häufig, allerdings bisher nicht über 1000 m. Am Waldrand, wo ein Bächlein herunterspringt, fühlt sich die Weiße Pestwurz (Petasites albus) wohl und in der Nähe ist eine erste Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) zu entdecken.

Weiße Pestwurz (Petasites albus)
Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)

Ein vermodernder Baumstamm bildet den idealen Nährboden für Fichten und anderes Gehölz – ein schönes Beispiel für den Kreislauf der Natur, man könnte auch an die österliche Auferstehung denken. Und als nächstes Palm- bzw. Ostersymbol die blühenden Palmkätzchen. Fehlt nur noch der Osterhase. 03. 04. 2021

Weiden-Kätzchen (Salix sp.)