Wandern und Schauen: Überraschungs-Veilchen

Rauhaariges Veilchen (Viola hirta)

Das Rauhaarige Veilchen (Viola hirta) ist neu für mich. So früh im Jahr, kurz nach dem letzten Schneefall – und der nächste Schnee ist schon angekündigt – hatte ich kein Veilchen erwartet. Aber da ist es, winzig klein und hellblau an einer sonnigen Böschung. Und ein paar Schritte weiter die nächste Überraschung: der zarte Frühlings-Krokus (Crocus vernus/albiflorus) blüht bereits.

Frühlings-Krokus (Crocus vernus/albiflorus)
Frühlings-Krokus (Crocus vernus/albiflorus)

Bisher zeigen sich nur weiße Exemplare, ob die violetten noch kommen, bevor es wieder schneit? Die Frühlingsblüher hier am Alpenrand auf etwa 900 m Höhe sind hart im Nehmen, sie werden wie die robusten Schlüsselblumen (Primula eliator) und Gänseblümchen (Bellis perennis) auch den Aprilschnee überstehen.

Schlüsselblumen (Primula eliator)
Gänseblümchen (Bellis perennis)
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Aber was machen Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) mitten auf der Viehweide? Laut Dörr, „Flora des Allgäus“, sind sie hier nicht heimisch, aber aus Gärten verwildert, in Ausbreitung begriffen und vor allem im Voralpenland bereits häufig, allerdings bisher nicht über 1000 m. Am Waldrand, wo ein Bächlein herunterspringt, fühlt sich die Weiße Pestwurz (Petasites albus) wohl und in der Nähe ist eine erste Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) zu entdecken.

Weiße Pestwurz (Petasites albus)
Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)

Ein vermodernder Baumstamm bildet den idealen Nährboden für Fichten und anderes Gehölz – ein schönes Beispiel für den Kreislauf der Natur, man könnte auch an die österliche Auferstehung denken. Und als nächstes Palm- bzw. Ostersymbol die blühenden Palmkätzchen. Fehlt nur noch der Osterhase. 03. 04. 2021

Weiden-Kätzchen (Salix sp.)

Autor: annamariebirken

Journalistin und Autorin. Bücher: Dackelblick und Ringelschwanz - Erlebnisse mit Hunden, Schlüsselkind - Eine Kindheit in den 50er Jahren, Luxi soll Leben retten - Ein Welpe auf dem Weg zum Rettungshund (mit Co-Autorin Viktoria Wagensommer)

4 Kommentare zu „Wandern und Schauen: Überraschungs-Veilchen“

  1. Schön, die Wildblumen! Die Pestwurz kenne ich gar nicht. Sieht putzig aus, wie sie so dick aus dem Boden kommt. Die müssen wirklich alle robust sein bei dem Klima. Wilde Schlüsselblumen mag ich zu gerne, leider sehe ich hier keine. Eine schöne Mischung. Dieses Jahr sehe ich übrigens immer mehr Veilchen, richtig toll.

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    1. Ja, die Pestwurz kommt richtig dick aus dem Boden und streckt sich dann im Fruchtstand mächtig in die Höhe, als wäre es eine ganz andere Pflanze. Sie galt früher als besonders wirkungsvolle Heilpflanze, sogar als Mittel gegen die Pest. Sie wird auch heute noch medizinisch verwendet, aber mit Vorsicht – nur aus der Apotheke – weil sie auch Nieren- oder Leber-schädigende Stoffe enthält

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      1. So ähnlich wie Borretsch oder geht es um andere Stoffe? Meist machts ja die Dosis, aber ich würde mir nicht zutrauen, sowas aus der Natur zu entnehmen. Da braucht man Erfahrung. Beim Borretsch ist es wohl eher die Menge bzw. die Häufigkeit, mit der man seinen Salat mit den Blättern würzt.

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  2. Ja, es sind Pyrrolizidinalkaloide (sagt mein schlaues Buch), ähnlich wie beim Borretsch, aber Petasites, bes. Petasites hybridus, die Rote Pestwurz hat einen höheren Gehalt als Borretsch und wird deshalb als giftig eingestuft, während Borretsch nur als gering giftig und bei gelegentlichem Verzehr als unbedenklich gilt. Allerdings können sich die Stoffe im Körper anreichern, auch deshalb ist Vorsicht geboten. Ich nehme beim Borretsch vorwiegend die Blüten (die im Salat auch hübsch aussehen) oder ganz junge Blätter, also nur kleine Teile.

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