Hund und Katze: Welpen-Tagebuch 21

Schneebälle am Hundebauch?

Sonne und Schnee: da lockt ein Spaziergang. An der Schleppleine kann Airy nach Herzenslust toben. Weit weg von der Straße ist das ein Riesenspaß. Früher ist der Welpe in unmittelbarer Nähe geblieben. Aber er wird größer und selbstbewusster und will mit seinen 16 Wochen die Welt erobern. Der Kleine wagt sich ziemlich weit voraus. Das ist nicht in Frauchens Sinn. Hinterherlaufen hat keinen Zweck. Das würde Airy als herrliches Spiel ansehen. Also bewege ich mich rückwärts. Als er sich endlich umdreht, bedeute ich ihm, dass er kommen soll. Auf die Entfernung mag ich nicht schreien, er kennt das Handzeichen. Die Gestensprache hat sich schon beim Vorgängerhund, der Dackeldame Loni bewährt. Sie wurde im Alter allmählich taub, aber die Handzeichen hat sie gut verstanden. Erst als auch die Sehkraft nachließ, musste sie an der Leine bleiben. Airy reagiert jedenfalls wie gewünscht, rast im Eiltempo zurück und sitzt brav vor mir. Das gibt natürlich ein dickes Lob. Allerdings hat der Alleingang durch den Neuschnee Spuren hinterlassen. An Pfoten und Bauch hängen dicke Schneeklumpen, fast so groß wie Schneebälle. Offenbar hat der Schnee genau die Qualität, die auch Langläufer fürchten, weil die Stollen am Ski das Gleiten unmöglich machen. Die Eisklumpen am Hundebauch lassen sich auch nicht abstreifen. Es hilft nichts, wir müssen schnell nachhause ins Warme zum Abtauen.

Autor: annamariebirken

Journalistin und Autorin. Bücher: Dackelblick und Ringelschwanz - Erlebnisse mit Hunden, Schlüsselkind - Eine Kindheit in den 50er Jahren

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