
Das Sumpfblutauge (Comarum palustre, früher Potentilla palustris) ist Blume des Jahres 2025. Gesehen haben wir die Blüte auf einer Exkursion mit dem Landschaftspflegeverband Oberallgäu in einem Moor – im Allgäu sagt man „Moos“ – im Bergstättgebiet bei Immenstadt.


Im renaturierten Moos und den begleitenden Streuwiesen erwartet uns jetzt eine Blütenfülle mit Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi), Bachnelkenwurz (Geum rivale), Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare) und Schmalblättrigem Wollgras (Eriophorum angustifolium).


In kräftigem Purpur leuchten Orchideen wie das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), dazwischen auch kleinere Pflanzen mit weniger Blüten im oft einseitswendigen Blütenstand, wohl das Lappländische Knabenkraut (Dactylorhiza lapponica) oder eine Hybride.


Durch die Entbuschung und Wiedervernässung werden zahlreiche Arten und die darauf angewiesenen Insekten gefördert. So brauchen die Raupen des Randring-Perlmuttfalters den Schlangenknöterich (Bistorta officinalis, auch Polygonum bistorta) und die Raupen des Baldrian-Scheckenfalters lieben den Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica).


In den Hochmoor-Bereichen finden sich Bulte mit Seggen (Carex sp.), Moosbeere (Vaccinium oxycoccos) und Torfmoosen (Sphagnum sp.), die enorme Mengen an Wasser speichern können.

Deshalb sind intakte Moore so wichtig als Wasser- und CO2-Speicher und die Arbeit des Landschaftspflegeverbands und der beteiligten Landwirte zur Renaturierung der wenigen noch erhaltenen Moore ist nicht hoch genug einzuschätzen. 02. 06. 2025

Auf einer Anhöhe vor dem Wurzacher Ried standen in einer Zeit, in der man noch viele andere schlimme und bösartige Dinge vorhatte und leider auch in die Tat umsetzte, gewichtige Herren und sprachen: Wir werden diesen Schandfleck der Natur beseitigen!“ (Man rolle das R und so weiter, der Leser weiß schon, wie man damals sprach, wenn man jemandem das Recht zu existieren absprach)
Ehrlich, die hätten das gemacht. Das war ernst gemeint wie alles, was solche Leute von sich geben, auch wenn es mit den technischen Möglichkeiten immer noch eine Herkulesaufgabe für Zwangsarbeiter udn Moorsoldaten gewesen wäre. Sie haben dann aber doch lieber einen Krieg angefangen. Was auch nicht besser ist. Jedenfalls ist das angewandter rechter Naturschutz. Vernichten, planieren, unmittelbare, kurzfristige Nützlichkeit vor alles stellen (und z.B. in ausgewisenen Überschwemmungsgebieten Bauland verkaufen – man muß nicht bis in den Amazonasurwald gehen, man kann auch in Süddeutschland bleiben, wo man derlei auch nach schweren Unglücken infolge von Hochwasser noch betreibt.).
Warum achten die Leute eigentlich nicht mal langsam darauf, wen sie da wählen? Und was die wirklich erreichen wollen und mit welchen Methoden?
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Auch hier gilt wie in der Natur: Bitte genau hinschauen!
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