Wandern und Schauen: Frühlingsahnen im Agathazeller Moos

 

DSC03270

Birken im Moos – das Motiv hat schon zahlreiche Maler inspiriert und ich liebe z. B. die Bilder von Paula und Otto Modersohn, aber auch von Kilian Lipp, einem zeitgenössischen Allgäuer Künstler. Moos steht hier als Allgäuer Ausdruck für Moor. Und wie schon die genannten Künstler finde ich das Moos im Übergang vom Winter zum Frühling besonders faszinierend. Die weißen Stämme der Birken leuchten mit dem Schnee um die Wette, aber apere Stellen setzen schon neue, kräftige Kontraste.

 

Alte Bäume am Moosrand sind vom Sturm zerzaust, der gerade erst gewütet und morsche Äste heruntergeworfen hat. Auf den feuchten Wiesen rund ums Moos hat die Schneeschmelze kleine Seen gebildet. Auf den Bergen ringsum leuchtet frischer Neuschnee, in der Höhe ist der Winter noch lange nicht zu Ende.

 

Auch auf dem Parkplatz türmt sich der zusammengeschobene Schnee noch meterhoch, aber immerhin finden schon wieder einige Autos Platz. Und die Aussicht von den Schneebergen auf die Steinberge ist großartig. 12. 03. 2019

 

Wandern und Schauen: Andromeda im Moos

 

Weiße Wolken tanzen über den Mooren – im Allgäu sagt man Moos, wie hier im Agathazeller Moos – das Wollgras wiegt sich im Wind. Neben dem einköpfigen, scheidigen Wollgras (Eriophorum vaginatum) steht vereinzelt auch das schmalblättrige (?) Wollgras mit mehreren überhängenden Büscheln. Direkt daneben blüht die Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), deren Blätter im Gegensatz zur ähnlichen Heidelbeere einen blaugrünen Ton haben. Leicht zu erkennen ist die Rosmarinheide, die im Aussehen an Rosmarin erinnert und den hübschen Namen Andromeda polifolia trägt. Die kugelrunden Glöckchen sind schon am verblühen, während sich die winzige Moosbeere (Vaccinium oxycoccos) noch mit ihren Blüten schmückt.

 

Der Fieberklee (Menyanthes trifoliata) steht gern im Wasser oder in feuchten Verlandungszonen. Der Name verrät, dass die Pflanze mit den kleeähnlichen Blättern in der Volksmedizin verwendet wurde. Eine altbekannte Heilpflanze ist auch der Baldrian, allerdings nicht der zierliche Sumpfbaldrian (Valeriana dioica), dessen Blütenstände die gleiche typische Form aufweisen wie die größeren Baldrianarten. Wer genau hinschaut, kann männliche und kleinere weibliche Blüten unterscheiden. Ein Spaziergang im Moos hat für mich immer eine beruhigende Wirkung, jetzt im Frühjahr mit den Weiß-, Grün- und Rosatönen und den vielen kleinen Entdeckungen am Wegrand. 16. 5. 2018