Wandern und Schauen: Seltene Orchideen, prächtige Bergwiesen

Kohlröschen x Alpen-Händelwurz (Nigritella rhellicani x Gymnadenia alpina)

Sie leuchtet von weitem, die prachtvolle Hybride von Kohlröschen x Alpen-Händelwurz (Nigritella rhellicani x Gymnadenia alpina) und auch beide Elternteile stehen in der Nähe.

Kohlröschen (Nigritella rhellicani)
Alpen-Händelwurz (Gymnadenia alpina)

Einen weiteren Höhepunkt der Wanderung mit dem Arbeitskreis Orchideen, Regionalgruppe Allgäu, bildete die seltene Zwerg-Orchis (Chamorchis alpina).

Zwerg-Orchis (Chamorchis alpina)

Die Wanderung führte uns hoch über dem Tiroler Lechtal mitten hinein in wunderbare, artenreiche Bergwiesen. Alpen-Aster (Aster alpinus), Glockenblumen (Campanula scheuchzeri +C. cochleariifolia) und Mondraute (Botrychium lunaria) säumen den Aufstieg auf über 2000 m Höhe.

Alpen-Aster (Aster alpinus)
Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri)
Zierliche Glockenblume (Campanula cochleariifolia)
Mondraute (Botrychium lunaria)

Gleich mehrere Steinbrecharten (Saxifraga paniculata, S. caesia, S. moschata) wachsen nahe beieinander auf dem Felsen.

Trauben-Steinbrech (Saxifraga paniculata)
Blaugrüner Steinbrech (Saxifraga caesia)
Moschus-Steinbrech (Saxifraga moschata)

Der Fruchtstand zeigt, woher das Brillenschötchen (Biscutella laevigata) seinen Namen hat und die Schwarzrandige Schafgarbe (Achillea atrata) erkennt man beim Hinschauen. Wieviel entgeht doch den Wanderern, die nur das Gipfelkreuz oder die nächste Hütte zum Ziel haben! 04. 08. 2025

Brillenschötchen (Biscutella laevigata)
Schwarzrandige Schafgarbe (Achillea atrata)

Wandern und Schauen: Bergfrühling in schönster Pracht

Bergwiese mit Enzian (Gentiana clusii) und Mehlprimeln (Primula farinosa)

Ziemlich durchnässt, aber begeistert sind wir von der Wanderung heimgekommen. An den Nordhängen der Allgäuer Alpen zeigt sich auf etwa 1400 m Höhe der Bergfrühling in voller Pracht. Das leuchtende Blau des Enzians (Gentiana verna und Gentiana clusii) und das zarte Rosa der Mehlprimel (Primula farinosa) begleitet uns fast auf dem gesamten Weg.

Frühlings-Enzian (Gentiana verna)

Die Silberwurz (Dryas octopetala) ist ein Eiszeitrelikt, ihre Blätter finden sich bereits fossil in eiszeitlichen Schichten.

Schnee-Pestwurz (Petasites paradoxus) Fruchtstand
Schnee-Pestwurz (Petasites paradoxus) als Schutt-Festiger

Die Schnee-Pestwurz (Petasites paradoxus) kann sich mit ihren Wurzeln im rutschenden Geröll von Lawinen- und Wasserrinnen halten und wirkt als wichtiger Schuttfestiger.

Fast hätten wir sie übersehen: die Blütenknospe des Frauenschuhs (Cypripedium calceolus) versteckt sich im dichten Grün des Steilhangs. Und dann steht auch noch eine erste, prächtige Blüte dieser größten heimischen Orchidee vor uns.

Frauenschuh (Cypripedium calceolus)

Und das bleibt nicht der einzige Höhepunkt: winzig, aber wunderschön lacht uns der Bewimperte Mannsschild (Androsace chamaejasme) an. Die Blattrosette zeigt, woher der Name kommt.

Bewimperter Mannsschild (Androsace chamaejasme)

Noch winziger und leicht zu übersehen ist ein Steinbrech im feuchten Schutt, ich halte ihn für den Blaugrünen Steinbrech (Saxifraga caesia).

Blaugrüner Steinbrech (Saxifraga caesia)
Alpen-Fettkraut (Pinguicula alpina)

Feucht mag es auch das Alpen-Fettkraut (Pinguicula alpina), eine „fleischfressende“ Pflanze, die ihren Nährstoffbedarf mit kleinen Insekten aufbessert, die an den Blättern kleben bleiben. Leicht zu übersehen sind auch der Alpenlattich (Homogyne alpina) und der Alpenhelm (Bartsia alpina), der mit seinen an der Spitze dunkelvioletten Blüten und Blättern im hohen Grün verschwindet.

Alpenlattich (Homogyne alpina)
Alpenhelm (Bartsia alpina)

Zu meinen Lieblingen gehört das Steinröschen, auch gestreifter Seidelbast genannt (Daphne striata). Vom in der Regel starken Duft ist diesmal nichts zu spüren. Vielleicht ist die Luft zu feucht. Tatsächlich haben wir mit Schauen und Fotografieren so viel Zeit verbracht, dass uns am Schluss noch der Regen einholt. Aber der stört uns nicht mehr. 01. 06. 2022

Steinröschen (Daphne striata)