Wandern und Schauen: Schwarze Schönheit

DSC06330 Aquilegia atrata Schwarze Akelei

Akelei habe ich in verschiedenen Farbtönen im Garten – aber die nahezu schwarze Akelei (Aquilegia atrata) fehlt. Beim Wandern in Allgäuer Bergtälern kann man ihre aparte Schönheit jetzt entdecken – und noch viel mehr. Allein sieben Orchideenarten habe ich kürzlich auf einem Berg-Spaziergang gefunden: Das männliche Knabenkraut (Orchis mascula) und das schwertblättrige Waldvögelein (Cephalanthera longifolia) sind fast verblüht, eine Stendelwurz (Epipactis, wohl atrorubens) schiebt sich gerade kraftvoll aus der Erde, hier schon ein Vorbote des Sommers.

An einer feuchten Stelle blüht das Fettkraut (Pinguicula vulgaris). Beim genauen Hinschauen sieht man auf den Blättern schwarze Punkte, Überreste kleiner Insekten, aus denen die fleischfressende Pflanze ihr Eiweiß bezieht – eine Anpassung an den oft kargen Boden.

Auch die Simsenlilie (Tofielda caliculata) liebt feuchten Boden. Dagegen mag es die Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria) eher trocken und warm, ihre Blätter gaben dem Schwalbenwurz-Enzian seinen Namen.

In kräftigem Rosa strahlt die Alpen-Heckenrose (Rosa pendulina), die fast ohne Stacheln auskommt. 03. 06. 2020

DSC06296 Rosa pendulina
Alpen-Heckenrose, Rosa pendulina

Wandern und Schauen: Bergfrühlings-Blau

Mal schauen, ob sich schon etwas zeigt: unsere Erwartungen waren nicht hoch und wurden weit übertroffen: in den Allgäuer Bergtälern, wo sonst Ende April oft noch Schnee liegt, zeigt sich der Bergfrühling heuer schon in schönster Pracht. Jedes Jahr von Neuem bezaubern die wunderbaren Blautöne von Frühlingsenzian (Gentiana verna) und Clusius-Enzian (Gentiana Clusii).

Dazu harmonieren die zarten Rosa-Töne der Mehlprimel (Primula farinosa). Dazwischen leuchten in kräftigem Gelb Berghahnenfuß (Ranunculus montanus) und Echte Primel (Primula veris), die sich durch das kräftige Gelb von der verbreiteten blassgelben Schlüsselblume (Primula eliator) unterscheidet.

Man muss freilich genau hinschauen, denn die Blüten sind oft noch winzig im graubraunen alten Gras der extensiven Weideflächen. Aber einmal entdeckt erschließen sich dem Auge zahllose Farbtupfer: das Wunder des Frühlings. 26. 04. 2020

DSC05838

Wandern und Schauen: Mehlprimeln und Enzian auf dem Oberjoch

 

Kleine Nachlese zur Wanderung des Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu

 

Kaum ist der Schnee verschwunden, schieben sich Soldanellen und Krokus aus dem Boden. Der Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu, konnte bei seiner botanischen Wanderung auf dem Oberjoch noch zahlreiche andere Kostbarkeiten entdecken: Frühlingsenzian, Clusius-Enzian und Mehlprimeln leuchten um die Wette, der Bergwegerich (Plantago atrata) streckt seine schwarzen Köpfchen in die Höhe und das erste durchblätterte Läusekraut blüht.

 

Und für Orchideenfreunde besonders wichtig: die kleinen Orchideen stehen schon in den Startlöchern. Wegen der Schnee- und Wetterlage wanderten wir nicht so hoch hinauf wie geplant sondern blieben auf talnahen Wiesenwegen wie der alten Salzstraße. Es hat sich gelohnt! Der Bergfrühlings beginnt. 25.05.2019