Wandern und Schauen: Mit der Bayerischen Botanischen Gesellschaft im Königlichen Park Hohenschwangau

Von den Wiesen am Schwansee bei Schwangau öffnet sich der Blick auf die Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. Die Blickachse ist gewollt und Teil der historischen Parkanlage. Bei der Planung 1837 gab es freilich anstelle des Märchenschlosses Neuschwanstein noch die Ruinen der alten Burgen. Bayernkönig Maximilian II. hatte sich schon als Kronprinz in die geschichtsträchtige Landschaft mit den Burgruinen am Fuße der Berge verliebt. Er ließ Hohenschwangau wieder aufbauen und beauftragte den Landschaftsarchitekten Carl August Sckell mit der Planung eines englischen Landschaftsgartens mit geschwungenen Wegen, malerischen Baumgruppen und überraschenden Ausblicken – eine schwierige Aufgabe, denn es handelt sich weitgehend um feuchtes Gelände.

Einzelbäume und Gehölzgruppen wieder freigestellt

Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)

Um Gartendenkmalpflege und Naturschutz ging es auf einer Wanderung der Bayerischen Botanischen Gesellschaft im königlichen Park in Hohenschwangau. Im Zuge der Gartendenkmalpflege wurden und werden zugewachsene historische Blickachsen wieder hergestellt und anstelle von Fichtenaufwuchs und Waldstücken konnten sich wieder artenreiche Streuwiesen mit Wollgras (Eriophorum angustifolium) und Orchideen entwickeln.

Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)
Traunsteiners Knabenkraut (Dactylorhiza traunsteineri)
Eine historische Blickachse wird wieder hergestellt

Auch auf den trockeneren Goldhaferwiesen wird schon auf Wunsch der Wittelsbacher auf Düngung verzichtet. Dank der fachgerechten Pflege können wir wie die königlichen Herrschaften durch artenreiche blühende Wiesen flanieren. Nur das Schifferl fahren auf dem Kalten Bach ist nicht mehr möglich. 28. 06. 2024

Kalter Bach
Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa)
Schlauch-Enzian (Gentiana utriculosa)
Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata)
Betonie (Stachys officinalis)

Wandern und Schauen: Highlights von den AHO-Exkursionen

Kohlröschen (Nigritella rhellicani)- Hybride

Es leuchtet schon von weitem: das ungewöhnliche Kohlröschen (Nigritella rhellicani) entpuppt sich als Hybride, wohl mit der Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea). Jedenfalls stehen beide „Eltern“ gleich in der Nähe.

Zwergorchis (Chamorchis alpina)

Auf windigen Graten fühlt sich die Zwergorchis (Chamorchis alpina) wohl, während Traunsteiners Fingerwurz (Dactylorhiza traunsteineri) Feuchtwiesen und Flachmoore bevorzugt.

Traunsteiners Fingerwurz (Dactylorhiza traunsteineri)

Die Orchideen stehen im Mittelpunkt bei den Exkursionen mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, aber in der Regionalgruppe Allgäu schauen wir auf die gesamte Alpenflora. Zu entdecken sind letzte Frühlingsblüher wie die Alpen-Aurikel (Primula auricula) neben der ganzen Sommerpracht von Gelbem Enzian (Gentiana lutea), und Großköpfiger Gämswurz (Doronicum grandiflorum).

Alpen-Aurikel (Primula auricula)
Gelber Enzian (Gentiana lutea)
Großblütige Gämswurz (Doronicum grandiflorum)

An der Symbolblume der Berge, dem Edelweiß (Leontopodium alpinum) gehen fast alle Wanderer vorbei, so unscheinbar steht es am Wegrand.

Edelweiß (Leontopodium alpinum)
Trauben-Steinbrech (Saxifraga paniculata) + Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri)

Und dann die wunderbaren Steingärten der Natur mit Trauben-Steinbrech (Saxifraga paniculata) und Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri), Stengellosem Leimkraut (Silene acaulis) und Clusius-Enzian (Gentiana clusii) oder Alpen-Süssklee (Hedisarum hedisaroides) und Kopfigem Läusekraut (Pedicularis rostrato-capitata). Mehr davon demnächst.

Stängelloses Leimkraut (Silene acaulis) + Clusius-Enzian (Gentiana clusii)
Alpen-Süssklee (Hedisarus hedisaroides) + Kopfiges Läusekraut (Pedicularis rostrato-capitata)