Hund und Katze: Welpen-Tagebuch 14

4.Woche: Maya erkundet den Garten

Kätzchens OP-Wunde ist problemlos verheilt, die Fäden sind gezogen. Damit steht weiteren Begegnungen mit Nachbars Kater nichts mehr im Wege, es wird keine Folgen geben. Ob der Kater noch an Maya interessiert ist, wird sich zeigen. Jedenfalls darf Kätzchen jetzt hinaus in den Garten. Der erste Sprung führt auf den Dachbalken des Gartenhauses. Dann banges Miauen: wie komm ich da wieder runter? Frauchen weiß Rat und holt eine Leiter. Aber als ich mit dem Rettungsgerät ankomme, springt Maya mir bereits entgegen. Sie hat den Absprung allein geschafft. Dann erprobt sie ihre Kletterkünste am Zwetschgenbaum, was ebenfalls gefährlich aussieht, aber auch hier wird der Abstieg selbstständig gemeistert. Gemeinsam mit dem Hund erkundet Maya den Komposthaufen, auf dem zwar nur Grasschnitt, Blätter und sonstige Gartenabfälle kompostiert werden, der aber trotzdem interessant riecht. Seit ich einen hartnäckigen Fuchs als Kompostverteiler im Garten hatte (nachzulesen in meinem Buch „Dackelblick und Ringelschwanz“), kommen Küchenabfälle nur noch in einen geschlossenen, runden Komposter, den auch der schlaueste und kräftigste Fuchs nicht auseinandernehmen kann. Maya trägt ein schickes rotes Halsband zum Zeichen, dass die künftige Freigängerin keine Streunerin ist. Das Halsband geht bei Belastung auf, damit sie bei ihren Exkursionen nicht irgendwo im Gelände hilflos hängenbleibt. Sie ist auch gechipt und bei Tasso registriert, aber den Chip sieht man nicht. Fürs Erste ist die Gefahr gering, dass Maya verlorengeht, denn sie entscheidet sich, mit Hund und Frauchen wieder in die warme Stube zurückzukehren.

Hund und Katze: Welpen-Tagebuch 13

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Friedlich beisammen liegen? Das geht nicht lange gut:

  1. Woche: Airy entdeckt seine Stimme

Erst wird geknurrt, dann herausfordernd gebellt. Kätzchen liegt mal wieder auf der Hundebox und verteilt von oben ein paar Tatzen-Hiebe, offenbar spielerisch mit eingefahrenen Krallen. Denn Airy lässt sich nicht abschrecken. Ganz im Gegenteil: jeder misslungene Versuch, Maya zu erreichen, stachelt ihn weiter an. Er springt so hoch er kann und bellt so laut es geht. Noch passiert das in Welpen-Lautstärke und wirkt eher komisch als gefährlich. Kätzchen sieht das auch so und schaut gelangweilt nach unten. Ich sehe voraus, dass mir die jetzt noch lustigen Beller in ein paar Monaten nicht mehr gefallen werden und setze dem Treiben mit einem kräftigen „Schluß!“ ein Ende. Aber so leicht lässt sich Airy nicht von dem fröhlichen Spiel abbringen. Eine Alternative muss her: der alte Knabber-Schuh sorgt erst einmal für Abwechslung.

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Meine Bücher

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Dackelblick und Ringelschwanz – Erlebnisse mit Hunden

Vom Doggen-Mischling Götz über den schwarzen „Höllenhund Cerberos“ – der mit dem Ringelschwanz – bis zum Rauhhaar-Dackel begleiten stets Hunde das Leben der Autorin. Jeder Vierbeiner hat seinen eigenen Charakter, jeder ist eine Herausforderung für sein Frauchen und die Familie. Denn jeder Hund stammt aus zweiter Hand mit weitgehend unbekanntem Vorleben. Die Autorin erzählt mit viel Humor von Erlebnissen mit diesen „Überraschungspaketen“, vom geklauten Rehbraten, von „Ausgrabungen“ im Garten und von Begegnungen mit Mensch und Tier im Wald und auf den Bergen. Dabei wird klar, dass das Zusammenleben mit einem kraftvollen Riesenhund oder einem sturen Dackel nicht immer ein reines Vergnügen ist. Die Autorin berichtet, wie sich die Ansichten zu artgerechter Tierhaltung und zur Hundeerziehung in den letzten Jahrzehnten gewandelt haben und sie erzählt augenzwinkernd, warum trotz der Erkenntnisse der Verhaltensforschung und moderner Erziehungsmethoden Hunde nicht immer das tun, was ihre Menschen wollen. Mit stets liebevollem Blick, aber ohne die Tiere zu vermenschlichen, schildert Anna Marie Birken, wie jeder Vierbeiner mit seinen Eigenarten unser Leben bereichert.

„Dackelblick und Ringelschwanz“, Autorin Anna Marie Birken, 215 Seiten, zu beziehen über den Buchhandel und Online-Buchhandel und über den Verlag „vonjournalisten.de“ zum Preis von 15,95 Euro gebunden, ISBN 9789463181990 und 8,95 Euro als E-Pub, ISBN 9789463429580.

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Schlüsselkind – Eine Kindheit in den 50er Jahren

Die große Puppe ist ein Sonntagsspielzeug, viel zu schade für den Alltag. Und ein Tretroller bleibt für Mädchen ein Wunschtraum. Anna Marie Birken erinnert sich an eine Kindheit ohne Kühlschrank und Fernseher, Waschmaschine und Telefon, Handy oder PC. Die Autorin schildert das Leben in den 50er Jahren ohne nostalgische Verklärung. Für Kinder ist es selbstverständlich, überall mitzuhelfen, wo kleine Hände gebraucht werden. Trotz zahlreicher Pflichten bleibt viel Freiraum zum Spielen im Wald oder im verbotenen Bunker. Die Kriegsfolgen sind noch allgegenwärtig, aber die meisten Erwachsenen sprechen nicht darüber. Die Autorin erzählt auch von strengen Strafen, von verschwiegener Sexualität und von der Benachteiligung der Frau, die schon die Kindererziehung prägen. Aber ein selbständiges „Schlüsselkind“, das ohne Vater aufwächst, ist nicht immer so brav, wie es von Mädchen erwartet wird. Die Episoden aus dem Alltag lassen eine typische Nachkriegskindheit lebendig werden.

„Schlüsselkind – Eine Kindheit in den 50er Jahren“, Autorin Anna Marie Birken, 151 Seiten, vonjournalisten.de, ISBN 9789463423472, 12,95 Euro

Garten am Alpenrand: Noch ein Gartenblog?

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Noch ein Gartenblog? Es gibt doch schon so viele!

Den Anstoß gab meine Nachbarin: sie liest keine Gartentipps in der Zeitung und kein Gartenmagazin, weil all die Tipps, Ratschläge und Hochglanzfotos bei uns sowieso nicht zutreffen. Bei uns, das heißt am Alpenrand auf etwa 850 Meter Höhe. Das bedeutet: es kann zwischen Oktober und Mai bis in die Täler schneien, der Frühling hält zwei bis vier Wochen später Einzug als im Unterland, der Sommer kann kühl und verregnet, aber auch sehr heiß sein und der „goldene Herbst“ hält sein Versprechen nicht in jedem Jahr. Im Winter muss mit Frost bis minus 20 Grad gerechnet werden und Regen gibt es im Überfluss. Also kein warmes Weinberg-Klima sondern eine raue Lage, in der nicht jedes Kraut und jeder Baum gedeiht. Aber es macht Spaß, auszuprobieren, was bei uns wächst. Schon mal vorweg: es ist eine ganze Menge.

Hund und Katze: Welpen-Tagebuch 12

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4. Woche: Geschwister-Treffen zur 1. Welpen-Stunde

Großer Spaß beim Geschwistertreffen. An der Schleppleine -wegen des nahen Bachs – konnten die Welpen miteinander toben. Und am Ende der Stunde wurde gemeinsam geübt, wie schon ein kleiner Hund lernen kann, bei Fuß zu laufen. Nicht ganz so „korrekt“/ (der Schrägstrich ist auch unkorrekt, aber Katze Maya wollte auch mit mitschreiben) wie ein großer Hund, aber neben dem linken Fuß ohne zu ziehen, damit auf einen Fuß- und Radweg andere Fußgänger und Radler gefahrlos vorbeikommen, ohne über eine Leine zu stolpern.

 

Garten am Alpenrand

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  1. 2. 2018: Der Hund ist begeistert von der wunderbaren Winterlandschaft

Der Hund tobt durch den Schnee. Wie gut, dass Airy nicht ganz weiß ist, er würde in der Winterlandschaft verschwinden. So wie die Schneeglöckchen, die unter der weißen Pracht nicht mehr zu sehen sind. Die Tageszeitung gibt Tipps, wie das Frühbeet bepflanzt werden kann und Fachzeitschriften mahnen, an den Baumschnitt zu denken. Ich hänge die Wäsche hinaus zum „Gefriertrocknen“. Das funktioniert wirklich. Ich genieße die verzauberte Winterlandschaft und weiß, dass an Gartenarbeit noch lange nicht zu denken ist.

 

  1. 2. 2018: „Sissinghurst“ – Ein Büchlein voller Gartenbegeisterung

Eine Freundin hat mir ein Büchlein mitgebracht: „Sissinghurst – Portrait eines Gartens“ von Vita Sackville-West und Harold Nicolson. Die richtige Lektüre, wenn die Gartenarbeit zwangsweise ruht. An Hand von Auszügen aus Tagebüchern und Briefen von 1930 bis 1962 wird die Entstehung des berühmten Gartens deutlich, der zu den schönsten in Großbritannien zählt. Klar wird auch, wie sich britische Gartenbegeisterung von unserer unterscheidet: Hier wird oft spontan im Gartencenter gekauft, was gerade gefällt oder Mode ist, dort wird sorgfältig und langfristig geplant, auf Blickachsen geachtet, auf Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winteransicht und mit Licht- und Schattenbepflanzung geplant und auf Farbharmonien geachtet. Freilich hatte das englische Paar ein Grundstück von sieben Morgen, ( mehrere Hektar), zur Verfügung, während wir in der Regel über 300 bis 500 Quadratmeter verfügen. Was darüber hinaus geht, gilt uns bereits als groß. Um ihren Gartentraum zu verwirklichen, hatten die beiden Schriftsteller eine Schlossruine erworben, in der nur ein Turm und ein Cottage notdürftig bewohnbar waren. Wichtiger war ihnen das ebenfalls ziemlich heruntergekommene, aber riesige Gartengrundstück. Mit wenig Kapital – die Einkommenslage der Autoren war stets unsicher – aber mit viel Begeisterung und Tatkraft begannen sie mit der großzügigen Umgestaltung des Gartens nach dem Motto: „Laßt uns pflanzen und glücklich sein, denn im nächsten Herbst sind wir vielleicht alle ruiniert.“ (Vita Sackville-West). Das Büchlein ist zugleich das Portrait einer ungewöhnlichen Ehe. Wer Vita Sackville-West als Freundin der berühmten Schriftstellerin Virginia Woolf kennt, lernt hier eine ganz andere Seite der Autorin kennen. Und nebenbei vermittelt das posthum zusammengestellte Büchlein ein Stück Zeitgeschichte, denn der Krieg mit Nazi-Deutschland ließ sich auch im Traumgarten nicht ausblenden. Die von Julia Bachstein sorgfältig ausgewählten Texte kommen ganz ohne Hochglanzfotos und ohne Kommentare aus. Ich habe mich von der Gartenbegeisterung anstecken lassen.

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3. 2. 2018: Der Winter ist zurück

Anfang Februar ist der Winter zurück. Der Januar war vorfrühlingshaft warm, Föhnstürme hatten den Dezemberschnee dahinschmelzen lassen, in den Tälern zeigte sich erstes Grün, ein ungewohnter Anblick zu dieser Jahreszeit. Aber jetzt präsentieren sich Landschaft und Garten wieder strahlend weiß. Offenbar beginnt das Jahr so wechselhaft, wie sich das ganze letzte Jahr 2017 gezeigt hat: es gab nur zwei längere Sonnenperioden im März und zu Anfang des Sommers, ansonsten folgten auf wenige warme Sonnentage unweigerlich kühle, regnerische Perioden. Der schattige hintere Gartenteil blieb durchgehend feucht. Und es gab bis Ende Mai und wieder ab September Nachttemperaturen unter null Grad. Das Wetter schlug das ganze Jahr über Kapriolen und das scheint sich 2018 zu wiederholen.

 

  1. 1. 2018: Garten-Tagebuch Mitte Januar: Es juckt in den Fingern

Es juckt in den Fingern: der Garten präsentiert sich frühlingshaft grün, die Blätter der Schneeglöckchen schieben sich bereits aus der Erde und ich bin in Versuchung, mich an die ersten Frühjahrsarbeiten zu machen. Aufräumen und Stauden und Sträucher schneiden stehen an. Ich schneide Samenstände und altes Laub erst im Frühjahr ab, um den Vögeln mit Hagebutten, Beeren und überwinternden Insekten Nahrung zu bieten. Das sieht zwar unordentlich aus, aber Meisen, Spatzen und Amseln freuen sich. Die Sonnenstrahlen schicken erste Wärme auf den Boden und ich möchte am liebsten gleich loslegen. Aber halt: vor zwei Wochen lag noch ein halber Meter Schnee im Garten und die Erfahrung zeigt, dass es bestimmt nicht der letzte Schnee dieses Winters war. Im Gegenteil: am Alpenrand auf etwa 850 Meter Höhe ist die kalte Jahreszeit noch lange nicht zu Ende. Schneeglöckchen und Primeln müssen sich noch gedulden und die Gartengeräte dürfen noch ruhen. Ich sollte lieber das am Schuppen gelagerte Holz auf die Terrasse holen, bevor ich dazu wieder durch tiefen Schneestapfen muss. Und ich könnte in den Rosenkatalogen schauen, welche Rose noch ins Terrassenbeet passt.

 

Hund und Katze: Welpen-Tagebuch 11

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  1. Woche: Traute Zweisamkeit

Ich sitze am Schreibtisch und höre ein Schnurren zu meinen Füßen. Dort liegt sonst nur der Hund, Kätzchen bevorzugt das Fensterbrett in Augenhöhe. Ich schaue hinunter und traue meinen Augen kaum: Airy und Maya kuscheln erstmals miteinander: erst Hintern an Hintern, dann ineinander gerollt und jetzt schleckt Kätzchen den Hund ab! Klar, er hat eine etwas andere Vorstellung von Sauberkeit, da muss sie ihm zeigen, was sich gehört. Ich staune und freue mich: schon bisher haben sich die beiden morgens oder nach dem Hundespaziergang freudig begrüßt und dann meist ziemlich wild miteinander gespielt. Friedlich kuscheln gab es noch nicht, das ist eine neue Qualität der Zweisamkeit, die allerdings nicht lange dauert: Airy sticht der Hafer, er will lieber spielen als schmusen.

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Airy im Biber-Land. Airy ist jetzt gut zehn Wochen alt. In diesem Alter sollte ein junger Hund nicht länger als eine Viertelstunde am Stück spazieren gehen, so die Empfehlung der Hunde-Ratgeber. Die Welpen-Knochen sind noch nicht ausreichend mineralisiert, das Skelett darf nicht überanstrengt werden. Leider hält Airy nichts von solchen Empfehlungen und Frauchen stellt sich immer wieder die Frage: „Wie bekomme ich den Minihund müde?“ Wenn wir nach einem (zu) kurzen Spaziergang heimkommen, dreht Airy erst richtig auf. Dann wird im Garten oder mit Kätzchen quer durch die Wohnung getobt. Dieser Welpe hat Energie für drei!

Hund und Katze: Welpen-Tagebuch 10

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  1. Woche: Allein zu zweit

Allein bleiben war von Anfang an kein Problem. Mit Katze Maya hat sich Airy offenbar nicht allein gefühlt. Jedenfalls ist von beiden kein Mucks zu hören, wenn ich nach Einkauf, Gymnastik etc. wieder heimkomme. Nur wenn der Hund ganz allein im Schlafzimmer war, -fürs Kätzle verbotenes Terrain, ich mag keine Tierhaare im Bett – gabs in den ersten zwei Tagen mal ein kurzes Weinen, wenn Frauchen im Badezimmer verschwand und die Tür zumachte. Aber verschlossene Türen gabs auch schon bei der Züchterin, es war keine ganz neue Situation. Am dritten Tag saß Airy dann ohne zu weinen vor der geschlossenen Tür, seither verzieht er sich in sein Körbchen und schläft beruhigt weiter. Er ist offenbar sicher, dass Frauchen bald wiederkommt.

Beim Spaziergang waren wir am Flussufer und sind über die glatt geschliffenen Kiesel gelaufen – für Airy ein bisher fremder Untergrund, was ihm offenbar egal war. Die flachen Pfützen hat er nach Möglichkeit umgangen, bei winterlichen Temperaturen müssen nasse Füße nicht sein. Für Airys Vorgänger, Rauhaar-Dackel Loni, war jedes im Wasser schwimmende Blatt spannend. Aber die Dackel-Dame durfte nur im flachen Randbereich an der sicheren Leine im Wasser „jagen“. Jedenfalls ist für Airy der ruhig dahinfließende Fluss weit weniger interessant als ein rauschender und polternder Bergbach. Vor letzterem hat er Respekt.