Wandern und Schauen: Ein Hauch von Winter

In Talnähe ist nur ein Hauch von Winter angekommen. Wohl nur vorübergehend, denn für die nächsten Tage ist Regen angekündigt.

Zumindest die Berge leuchten in frischem Weiß, wenn sie sich mal zeigen zwischen den tiefhängenden Wolken. Trotzdem ist es ideales Wanderwetter, denn die Wege sind zumindest in tieferen Lagen nicht vereist und gut zu begehen.

Und die kleinen Schneehauben auf Moos und Nagelfluh-Gestein schaffen Kontraste.

Der Borkenkäfer hat ein Relief in ein Stück Rinde gezeichnet: Kunst in der Natur, schön und zerstörerisch, denn der betroffene Baum ist dem Käfer zum Opfer gefallen.

Zerstörerisch und bewundernswert zugleich ist auch den Biber am Werk, selbst am kleinsten Wiesenbach, der im Sommer kaum Wasser führt. Wo der Schnee fehlt, leuchtet das Weiß der Birkenstämme. 10. 01. 2023

Wandern und Schauen: Familie Biber war aktiv

Es gibt wahre Kunstwerke unter den Biber-Skulpturen im Auwald. Es ist bewundernswert, wie der Biber auch dickere Bäume so bearbeitet, dass sie fallen oder gefällt werden müssen.

Auch der Biberdamm ist ein eindrucksvoller Bau. Hund Airy schnuppert mal kurz, ist aber nicht weiter interessiert. Sein Jagdtrieb ist gering und ins Wasser geht er nur an seichten Stellen, wenn er saufen will. Familie Biber ist dem Hund egal. Mein Verhältnis zu den fleißigen Nagern ist zwiespältig. Einerseits freue ich mich über den Neuzugang in der Natur und bewundere ihren Ausbreitungsdrang und ihre Aktivität. Andererseits bin erschrocken über die Vielzahl an gefällten Bäumen – mehr als zwanzig in einem kleinen Abschnitt direkt am Wanderweg. Und in den Vorjahren sah es ähnlich aus.

Im Auwald wächst auch viel nach, aber an einem kleinen Wiesenbach sind auf fast zwei Kilometer Länge alle – wirklich alle! – Gehölze verschwunden. Und da jeder Baum und Busch Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Klein- und Kleinst-Lebewesen bietet, bedeutet das zumindest stellenweise einen herben Verlust für andere gefährdete und im Rückgang begriffene Arten. Am hier fotografierten Wanderweg sind inzwischen zumindest einige der stärkeren Bäume durch „Drahthosen“ geschützt. 07. 05. 2022