Einen besonders hübschen Gast entdeckten wir heute im Garten: einen je nach Sonneneinstrahlung metallisch grün oder braun schimmernden Bockkäfer, wohl ein Moschusbock (Aromia moschata), der zum Glück darauf verzichtet hat, sein stark riechendes Sekret auf dem menschlichen Arm zu verteilen.
Seine Larven leben in Weiden, die ich wegen der Kätzchen im Frühjahr im „wilden“ Gartenteil stehen lasse.
Vor ein paar Tagen hatte sich ein anderer Bockkäfer eingefunden, wohl ein Einfarbiger Langhornbock oder Schusterbock (Monochamus sutor), der allerdings nicht einfarbig war, den Fühlern nach ein Weibchen. Der Käfer entwickelt sich in Fichten, davon gibt es einige am Gartenzaun. 17. 07. 2025
Erst gestern im Kreislehrgarten Oberallgäu haben wir einen kunstvoll gefertigten, verlassenen Hornissenbau bewundert. Und heute entdecke ich dieses prachtvolle Tier in meiner Küche. Wir haben die Hornisse vorsichtig wieder in den Garten gebracht, wo sie sich vor dem Abflug noch kurz auf einem Rosenzweig erholt hat. 10. 06. 2025
Es regnet. Endlich! Nicht heftig, aber immerhin mehr als nur ein Nieseln und das mit Unterbrechungen schon seit drei Tagen. Das freut den Salat und den Schneck.
Den frischen Zuckererbsenspross, auf den er zielstrebig zukriecht, habe ich ihm aber nicht gegönnt, sondern ihn im hohen Bogen in eine der wilden Ecken befördert. Dort kann er wie ein Liebender die Goldnessel umarmen oder sich zum Gourmet-Festival an den Tulpenblättern einfinden.
Auch die Wassertonnen füllen sich, der Vorrat für trockene Zeiten wird immer wichtiger, selbst bei uns am Alpenrand, wo es immer noch mehr Niederschläge gibt als in anderen Landesteilen.
Akelei und Kugellauch haben inzwischen die Tulpen abgelöst und sind vor allem bei trockenem Wetter heftig umschwärmt. Auch die Schnittlauchblüten sind bei Hummeln, Bienen und Co. beliebt.
Die letzten Tulpen sind noch im Verblühen aparte Schönheiten.
Mich fasziniert auch immer das Farbspiel der Akeleien, zu dem sich passend der Flieder gesellt.
Und habe ich hier eine rosenblättrige Akelei entdeckt? 25. 05. 2025
Gerade noch haben die Tulpen den Garten dominiert, da setzt sich das tränende Herz darüber.
Ein paar Regentage im April ließen das Wachstum geradezu explodieren, obwohl der Regen nicht ausgereicht hat, um den Boden tief zu durchfeuchten. Die Wassertonnen hinter dem Hochbeet mit „Frühbeet“ sind noch längst nicht gefüllt.
Frühbeet
Der Apfelbaum Jakob Fischer beschenkt uns und seine fliegenden Besucher mit einer Überfülle an Blüten, während die anderen Apfelbäume sich noch Zeit lassen.
Die Schlüsselblumen haben die Helligkeit unter den noch blattlosen Bäumen zur Blüte genutzt, sie werden allerdings vom Bärlauch bedrängt, dem sein angestammtes Beet zu eng geworden ist.
Durchsetzungskraft zeigt auch der Günsel, der im hinteren, kühlen Gartenteil mit hellem Blau vor dunklem Laub brilliert. Ich mag auch die filigranen Blütensterne des Fieberklees, der sich den Gartenteich mit Iris und Bergmolchen teilt.
Noch im Verblühen prächtig ist die Lenzrose, der üppige schon einige Jahre alte Stock ebenso wie die im letzten Jahr neu gesetzte dunkle Variante. 02. 05. 2025
Die Bergmolche sind wieder da! Heute Morgen habe ich sie im Gartenteich entdeckt. Ich freue mich jedes Frühjahr über die munteren Gesellen. Wir haben den fast zugewachsenen Teich zur Hälfte wieder frei geräumt und die Molche scheinen sich zwischen den Wurzelresten wohl zu fühlen. Wer findet die beiden Männchen mit dem gelb gepunkteten Kamm auf den Fotos?
Ein Weibchen ist auch da, wollte sich aber nicht fotografieren lassen.
Mein Garten ist jetzt als Naturgarten zertifiziert. Der Anstoß kam vom Gartenbauverein, der zeigen will, dass jeder Garten zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen kann. Da mir Wildpflanzen genauso lieb sind wie gezüchtete Kulturpflanzen, war mein Motto seit jeher: Bei mir darf (fast) alles wachsen, nur nicht überall.
Jetzt im Vorfrühling blühen Krokus und Lenzrose (Helleborus orientalis) neben Himmelschlüssel (Primula eliator) und bald auch Scharbockskraut (Ranunculus ficaria).
Die Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) haben den letzten Schneefall gut überstanden und sind inzwischen am Verblühen. Auch erste Bienen, Hummeln und Zitronenfalter haben wir schon beobachtet.
Die wichtigsten Kriterien für den Naturgarten sind der Verzicht auf „chemische“ Pflanzenschutz- und Düngemittel sowie auf torfhaltige Erde. Und natürlich die Förderung der Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt. Also Marienkäfer und Ohrwurm statt Gift gegen Blattlaus und Co. und Hornspäne und Kompost statt „Kunst“-Dünger. Da ich Moorlandschaften mit ihrer besonderen Pflanzenwelt liebe und Moore wichtige Wasser- und CO2-Speicher sind, ist die Verwendung von torffreier Erde für mich selbstverständlich – die Qualität der angebotenen Erden ist allerdings sehr unterschiedlich, da muss man ausprobieren, was passt.
Arten- und Sortenvielfalt gibt es nicht nur im weitgehend insektenfreundlichen Blumenbeet sondern auch im Obst- Gemüse- und Kräutergarten. So ein Naturgarten sieht freilich nicht so ordentlich aus wie ein „aufgeräumter“ Steine- und Rasengarten.
So durften z.B. Stauden und Stängel im Winter stehen bleiben als Nahrungsquelle und Rückzugsort für Insekten und Vögel. Und was jetzt abgeschnitten wird, landet nicht gleich im Schredder sondern erst mal auf einem Haufen. Auch „wilde“ Ecken, Holzstapel, Mauern und eine Wasserfläche bieten spezielle Lebensräume im Naturgarten. – 22. 03. 2025
Über Nacht sind etwa 30 Zentimeter Schnee gefallen. Wunderschön zum Anschauen, aber in der Masse anstrengend. Heute Morgen war erst einmal Schneeräumen angesagt: Hauseingang und Auto, und im Garten ein Gang für den Hund.
Dabei lohnt die Arbeit kaum, denn am Sonntag sind schon wieder mehr als zehn Grad angesagt, da wird vom Schnee nicht viel übrigbleiben. 22. 11. 2024
Eigentlich wollten die ersten Pfingstrosen pünktlich zu Pfingsten blühen, aber es war zu kalt und zu nass. Erst seit zwei Tagen hat die erste Pfingstrose ihre Blüte geöffnet, und zahlreiche weitere warten noch als prall gefüllte Kugeln.
Dieses Frühjahr gefällt nur dem Gras und den Schnecken: selbst im Hochbeet fressen sie die Radieschen an und haben erste zarte Blättchen von Spinat und Zwiebellauch ratzekahl vernichtet. Selbst die wunderschön blühenden dicken Bohnen sind nicht vor ihnen sicher.
Die heute geerntete allererste Erdbeere: angefressen! Es ist ein Trauerspiel!
Auch die Tomaten legen eine lange Wachstumspause ein und warten auf Sonne und Wärme, stattdessen gab es auf den Bergen nochmal ordentlich Neuschnee.
Zum Glück wachsen schneckenresistente Pflanzen in den Blumenbeeten. Das wunderbare Farbenspiel der Akeleien neigt sich dem Ende zu.
Das vom Aprilschnee geknickte Tränende Herz hat noch einmal ein paar Blüten getrieben und am Gartenhaus öffnet sich die Clematis.
Von Bienen und Wildbienen umschwärmt werden Salbei und Himbeeren, die reiche Ernte versprechen, wenn es endlich aufhört zu regnen.
Unbeeindruckt vom Wetter zeigen sich Wildpflanzen wie Günsel (Ajuga reptans), Berg-Flockenblume (Centaurea montana) und orangerotes Habichtskraut (Pilosella aurantiaca). Sie alle sind hart im Nehmen. 10. 06. 2024
Der April sorgt für malerische Kontraste: Rosa Blüten im weißen Garten, rote Tulpen mit Sahnehäubchen und zartrosa Apfelblüten, die im Weiß fast verschwinden. Das Tränende Herz hat allerdings unter dem Wintereinbruch stark gelitten, zahlreiche üppig mit Blüten geschmückte Stängel sind unter der Schneelast umgeknickt.
Dagegen sind die Tulpen hart im Nehmen, mit dem ersten Sonnenstrahl richten sie sich wieder auf. Das Foto stammt allerdings aus den vorherigen Sonnentagen.
Ich fürchte um die Obsternte, wobei der Schnee wohl weniger schadet als die frostigen Nachttemperaturen.
Die ersten Aussaaten sind im „Frühbeet“ gut geschützt. Dort warten Radieschen und ausgerechnet Eiszapfen auf wärmere Zeiten. 19. 04. 2024
So sah es vor zwei Tagen im Garten aus. Und heute boten sich diese Bilder:
Zum Glück sind die meisten Frühlingsblüher hart im Nehmen. Die Schlüsselblumen (Primula eliator) werden auch nach dem Schnee unter den Obstbäumen stehen.
Schlüsselblume (Primula eliator)
Laut Flora germanica treten zwischen Primula eliator und „Gartenprimeln“ verschiedene Rückkreuzungen mit allen möglichen Farbübergängen auf, was sich im vorderen Gartenteil gut beobachten lässt. Dort setze ich gern die gekauften und geschenkten Pflanzen ein, die in den nächsten Jahren meistens wieder blühen, allerdings in oft überraschenden Farbtönen.
Die kleinen Narzissen-Arten stehen schon in voller Blüte. Das merkwürdige Gebilde auf einem Narzissenkelch gibt mir Rätsel auf.
Unter dem Schnee verschwunden sind auch Krokus (Crocus chrysanthus „Ard Schenk) und Milchstern (Ornithogalum sp.).
Der Birnbaum (Clapps Liebling) hat schon dicke Blütenknospen, aber nach dem Kälteeinbruch wird er sich hoffentlich mit dem Blühen noch Zeit lassen. Für die Obstblüte ist es noch viel zu früh. 24. 03. 2024