Kohlröschen x Alpen-Händelwurz (Nigritella rhellicani x Gymnadenia alpina)
Sie leuchtet von weitem, die prachtvolle Hybride von Kohlröschen x Alpen-Händelwurz (Nigritella rhellicani x Gymnadenia alpina) und auch beide Elternteile stehen in der Nähe.
Einen weiteren Höhepunkt der Wanderung mit dem Arbeitskreis Orchideen, Regionalgruppe Allgäu, bildete die seltene Zwerg-Orchis (Chamorchis alpina).
Zwerg-Orchis (Chamorchis alpina)
Die Wanderung führte uns hoch über dem Tiroler Lechtal mitten hinein in wunderbare, artenreiche Bergwiesen. Alpen-Aster (Aster alpinus), Glockenblumen (Campanula scheuchzeri +C. cochleariifolia) und Mondraute (Botrychium lunaria) säumen den Aufstieg auf über 2000 m Höhe.
Der Fruchtstand zeigt, woher das Brillenschötchen (Biscutella laevigata) seinen Namen hat und die Schwarzrandige Schafgarbe (Achillea atrata) erkennt man beim Hinschauen. Wieviel entgeht doch den Wanderern, die nur das Gipfelkreuz oder die nächste Hütte zum Ziel haben! 04. 08. 2025
Vom Manns-Knabenkraut (Orchis mascula) bis zur Hohlzunge (Coeloglossum viride) – es gab viel zu sehen bei der Exkursion mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu.
Highlights waren die winzige Fliegen-Ragwurz (Ophris insectifera), die gerade erst zu blühen beginnt und das Kohlröschen (Nigritella rhellicani), das nach Schokolade duftet.
Auf rund 1700 m Höhe blühen nicht nur die Orchideen: wer genau hinschaut, kann auf den Allgäuer Bergen auch die winzige Mondraute (Botrychia lunaria), die rosa Katzenpfötchen (Antennaria dioica) oder den Milchweißen Mannsschild (Androsace lactea) entdecken. 24. 06. 2024
Es leuchtet schon von weitem: das ungewöhnliche Kohlröschen (Nigritella rhellicani) entpuppt sich als Hybride, wohl mit der Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea). Jedenfalls stehen beide „Eltern“ gleich in der Nähe.
Zwergorchis (Chamorchis alpina)
Auf windigen Graten fühlt sich die Zwergorchis (Chamorchis alpina) wohl, während Traunsteiners Fingerwurz (Dactylorhiza traunsteineri) Feuchtwiesen und Flachmoore bevorzugt.
Die Orchideen stehen im Mittelpunkt bei den Exkursionen mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, aber in der Regionalgruppe Allgäu schauen wir auf die gesamte Alpenflora. Zu entdecken sind letzte Frühlingsblüher wie die Alpen-Aurikel (Primula auricula) neben der ganzen Sommerpracht von Gelbem Enzian (Gentiana lutea), und Großköpfiger Gämswurz (Doronicum grandiflorum).
Und dann die wunderbaren Steingärten der Natur mit Trauben-Steinbrech (Saxifraga paniculata) und Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri), Stengellosem Leimkraut (Silene acaulis) und Clusius-Enzian (Gentiana clusii) oder Alpen-Süssklee (Hedisarum hedisaroides) und Kopfigem Läusekraut (Pedicularis rostrato-capitata). Mehr davon demnächst.
Um alpine Orchideen und Kostbarkeiten der Berg-Flora geht es bei einer botanischen Exkursion mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu am Samstag 2. Juli 2022 auf dem Hahntennjoch in Tirol. (Die zunächst angekündigte Exkursion bei Berwang/Rinnen muss aus gesundheitlichen Gründen leider ausfallen.) Kohlröschen (Nigritella rhellicani), in der Schweiz auch Schokoladenblümli genannt, Kugelorchis (Traunsteinera globosa), Weißzüngel (Pseudorchis albida) und Zwergorchis (Chamorchis alpina) gilt es zu entdecken und eine Bergflora, die an die Extrembedingungen auf 2000 m Höhe angepasst ist.
Weißzüngel (Pseudorchis albida)
Lange Schneebedeckung mit kurzer Vegetationszeit und extreme Temperaturschwankungen auch im Sommer werden mithilfe besonderer Strategien gemeistert, z.B. durch Polsterwuchs wie beim Stengellosen Leimkraut (Silene acaulis) oder durch starke oder pelzige Behaarung wie beim Zottigen Habichtskraut (Hieracium villosum) und bei der Symbolblume der Berge, dem Edelweiß (Leontopodium alpinum).
Botanisch interessierte Nicht-Mitglieder sind stets willkommen. Mitwandern ist kostenfrei, Kosten für Anfahrt und Einkehr müssen selbst getragen werden. Bergwanderung mit etwa 300 Meter Höhenunterschied, entsprechende Ausrüstung wird vorausgesetzt. Zum Abschluss ist eine Einkehr im Gasthof Pfafflar vorgesehen. Wir treffen uns um 9.30 Uhr am Parkplatz Hahntennjoch, auf der Passhöhe, 1895 m, zwischen Tiroler Lechtal und Imst im Inntal.
Die AHO-Wanderung Rinnen-Galtjoch muss aus gesundheitlichen Gründen auf den 2. Juli verschoben werden. Stattdessen findet am 18. Juni eine Orchideen-Wanderung auf der Nagelfluhkette statt:
Veranstaltungshinweis Samstag, 18. 6. 2022: Orchideen, Steinnelke und Apollo-Falter – Artenreichtum-Hotspot auf „Herrgotts-Beton“
Auf „Herrgotts-Beton“, wie das Nagelfluh-Gestein gern genannt wird, findet sich einer der wenigen bayerischen Standorte der Steinnelke (Dianthus sylvestris).
Steinnelke (Dianthus sylvestris)
Und mit etwas Glück lassen sich der seltene Apollo-Falter und die sibirische Keulenschrecke beobachten. In den Naturpark Nagelfluhkette geht es mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu am Samstag, 18. Juni 2022. Die botanische Exkursion gilt nicht nur Heimischen Orchideen wie Kugelorchis (Traunsteinera globosa) und Kohlröschen (Nigritella rhellicani), sondern dem ganzen Artenreichtum, den das Molasse-Gestein zu bieten hat.
Der weiße Mauerpfeffer (Sedum album) ist die Raupen-Futterpflanze des Apollofalters, das Hahnenfuß-Hasenohr (Bupleurum ranunculoides) kommt erst in Höhen ab etwa 1500 m vor und der Gelbe Enzian (Gentiana lutea) wird zum Schnapsbrennen genutzt. Die anspruchsvolle Bergtour über Mittag und Steineberg erfordert Trittsicherheit, Kondition und entsprechende Bergausrüstung, auch wenn die ersten 700 Höhenmeter mit dem Sessellift überwunden werden. „Nur für Geübte“ warnt der Exkursionsleiter. Nicht-Mitglieder sind stets willkommen, die Führung ist kostenfrei. Bergbahn und Einkehr müssen selbst getragen werden. Treffpunkt 10 Uhr, Talstation Mittag-Bahn, Immenstadt. Bei Interesse bitte bei mir melden, ich gebe die Anmeldung an den Exkursionsleiter weiter. 14. 06. 2022
Kaum taut der Schnee, öffnen die Soldanellen oder Alpenglöckchen (Soldanella alpina) ihre Blütenköpfe. Die Hummel scheint viel zu schwer für die zarten Glöckchen, aber sie halten der Last stand. Zur Freude von Hund Airy gibt es heuer auf 2000 m Höhe in den Allgäuer Bergen noch etliche Schneefelder in nordseitigen Rinnen und sogar noch in Mulden auf der Südseite, genug zum Toben, Springen und Wälzen für den begeisterten Hund.
Dafür hält er brav still, wenn Frauchen fotografiert: Frühlingsenzian (Gentiana verna), Clusius‘ Enzian (Gentiana clusii) und letzte narzissenblütige Anemonen (Anemone narcissiflora) sind noch Frühlingsboten, während Fruchtstände der Weißen Alpen-Anemone (Pulsatilla alpina) schon den Sommer anzeigen.
Im Allgäu sagt man „Bergmännle“ zu den lustigen Schöpfen, während die mehrblütige Anemone „Berghähnle“ genannt wird. „Bergweible“ gibt es auch, aber die haben wir noch nicht gesehen, es sind die Fruchtstände der Silberwurz.
Bewimperter Mannsschild (Androsace chamaejasme) und Geschnäbeltes Läusekraut (Pedicularis rostrato-capitata)Geschnäbeltes Läusekraut (Pedicularis rotrato-capitata) und Alpen-Aster (Aster alpinus)
Leuchtend violette Farbtupfer setzt das Geschnäbelte Läusekraut (Pedicularis rostrato-capitata) neben dem zierlichen bewimperten Mannsschild (Androsace chamaejasme) und der Alpen-Aster (Aster alpinus). Auch die bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum) blüht noch, in Oberbayern als „Almrausch“ bekannt.
Meine besondere Liebe gilt den heimischen Orchideen. Auf der Höhe blühen jetzt die prächtige Kugelorchis (Traunsteinera globosa). Um Weißzüngel (Pseudorchis albida, Syn. Leucorchis a.) und grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride) zu entdecken, muss man genau hinschauen.
Unübersehbar sind dagegen die fast schwarzen Punkte des schwarzen Kohlröschens (Nigritella rhellicani). In der Schweiz nennt man sie Männertreu und „Schokoladenblümli“, wer daran riecht, weiß warum. 24. 07. 2021