In den letzten Tagen herrschte endlich ideales Wanderwetter: nicht zu heiß, nicht mehr so gewittrig schwül wie zuvor und weniger Regentage. Je nach Höhenlage blüht es noch wunderbar.
Die Fotos sprechen für sich: ein paar botanische Fundstücke aus dem Allgäu zwischen Schwarzem Grat und Imberger Horn. 26. 07. 2024
Das Herminium, auch Honigorchis (Herminium monorchis) zu finden hat mich besonders gefreut, dank des Tipps eines anderen Orchideen-Freundes. Die kleine Orchidee fällt durch ihre Farbe in der Wiese auf.
Ein weiteres Highlight der letzten Tage war die Alpen-Haarbinse (Trichophorum alpinum).
Alpen-Haarbinse (Trichophorum alpinum)
Auch weitere Orchideen stehen gerade in voller Blüte, das Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii), die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) und die Sumpf-Ständelwurz (Epipactis palustris).
Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)Bergwiese mit Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) und Sumpf-Ständelwurz (Epipactis palustris)
Nicht selten, aber immer wieder hübsch ist die Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi).
Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi)
Der Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata) will auch bald blühen und an einer Steinmauer huscht eine Berg- oder Moor-Eidechse (Lacerta vivipara) vorbei. Der lateinische Name deutet darauf hin, dass sie lebende Junge zur Welt bringt.
Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata)Berg- oder Moor-Eidechse (Lacerta vivipara)
Kein Blattgrün braucht die Zierliche Sommerwurz (Orobanche gracilis), sie ist ein Wurzelparasit auf Kleearten.
Zierliche Sommerwurz (Orobanche gracilis)
Eindrucksvoll schiebt sich Jahr für Jahr der Japanische Staudenknöterich (Reynoutria japonica) in die Höhe. Ein alter Allgäuer hat mir erzählt, dass man ihn früher rund um Freibäder gepflanzt hat, um die badenden Damen vor neugierigen Blicken zu schützen. Heute ist die Ausbreitungstendenz des ehemaligen Sittenwächters eher unerwünscht.
Um Berg-Orchideen und eine artenreiche Alpenflora geht es am. 6. Juli in einer Exkursion mit dem Arbeitskreis heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu. Wir machen einen Ausflug nach Lech am Arlberg, Österreich. Mit der Bergbahn geht es zu den Lecher Gipslöchern auf etwa 1900 m Höhe, einer bizarren Landschaft, die auch geologisch interessant ist. Bei der leichten bis mittleren Bergwanderung ist ein Anstieg von etwa 250 Höhenmetern zu bewältigen, dann geht es stets bergab. Bergausrüstung und gutes Schuhwerk sind erforderlich, dazu Getränke und evtl. eine Brotzeit. Bergbahn- und Parkplatz-Kosten müssen selbst getragen werden, die Erläuterungen zur Flora sind kostenlos. Nicht-Mitglieder sind willkommen, die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Bei schlechter Witterung entfällt die Wanderung ersatzlos. Treffpunkt Lech am Arlberg, Parkhaus bei der Kirche, 10 Uhr. Rückfragen und Anmeldung bei Manfred Sailer, 0171 5394665
Von den Wiesen am Schwansee bei Schwangau öffnet sich der Blick auf die Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. Die Blickachse ist gewollt und Teil der historischen Parkanlage. Bei der Planung 1837 gab es freilich anstelle des Märchenschlosses Neuschwanstein noch die Ruinen der alten Burgen. Bayernkönig Maximilian II. hatte sich schon als Kronprinz in die geschichtsträchtige Landschaft mit den Burgruinen am Fuße der Berge verliebt. Er ließ Hohenschwangau wieder aufbauen und beauftragte den Landschaftsarchitekten Carl August Sckell mit der Planung eines englischen Landschaftsgartens mit geschwungenen Wegen, malerischen Baumgruppen und überraschenden Ausblicken – eine schwierige Aufgabe, denn es handelt sich weitgehend um feuchtes Gelände.
Einzelbäume und Gehölzgruppen wieder freigestelltSchmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
Um Gartendenkmalpflege und Naturschutz ging es auf einer Wanderung der Bayerischen Botanischen Gesellschaft im königlichen Park in Hohenschwangau. Im Zuge der Gartendenkmalpflege wurden und werden zugewachsene historische Blickachsen wieder hergestellt und anstelle von Fichtenaufwuchs und Waldstücken konnten sich wieder artenreiche Streuwiesen mit Wollgras (Eriophorum angustifolium) und Orchideen entwickeln.
Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)Traunsteiners Knabenkraut (Dactylorhiza traunsteineri)Eine historische Blickachse wird wieder hergestellt
Auch auf den trockeneren Goldhaferwiesen wird schon auf Wunsch der Wittelsbacher auf Düngung verzichtet. Dank der fachgerechten Pflege können wir wie die königlichen Herrschaften durch artenreiche blühende Wiesen flanieren. Nur das Schifferl fahren auf dem Kalten Bach ist nicht mehr möglich. 28. 06. 2024
Vom Manns-Knabenkraut (Orchis mascula) bis zur Hohlzunge (Coeloglossum viride) – es gab viel zu sehen bei der Exkursion mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu.
Highlights waren die winzige Fliegen-Ragwurz (Ophris insectifera), die gerade erst zu blühen beginnt und das Kohlröschen (Nigritella rhellicani), das nach Schokolade duftet.
Auf rund 1700 m Höhe blühen nicht nur die Orchideen: wer genau hinschaut, kann auf den Allgäuer Bergen auch die winzige Mondraute (Botrychia lunaria), die rosa Katzenpfötchen (Antennaria dioica) oder den Milchweißen Mannsschild (Androsace lactea) entdecken. 24. 06. 2024
Zu einer Wanderung zu Manns-Knabenkraut (Orchis mascula) und Hohlzunge lädt der Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu am Samstag, 22. Juni auf den Breitenberg bei Pfronten. Bei der botanischen Wanderung geht es auch um die Vielzahl der anderen Alpenpflanzen, die gerade in der Höhenlage zwischen 1600 und 1800 m zu entdecken sind wie Katzenpfötchen (Antennaria dioica) und Frühlings-Enzian (Gentiana verna). Mit der Breitenbergbahn geht es hinauf zu üppig blühenden Bergwiesen. Für das folgende Steilstück kann bei Bedarf der Sessellift benutzt werden. Bergbahnkosten müssen selbst getragen werden, die Führung ist kostenlos. Bergausrüstung mit passendem Schuhwerk ist erforderlich. Über eine Einkehr wird vor Ort entschieden, ein Getränk und evtl. eine kleine Brotzeit sollten mitgenommen werden. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Nicht-Mitglieder sind willkommen. Eine Anmeldung unter Tel. 0157 56300373 ist empfehlenswert. Treffpunkt 10 Uhr an der Talstation der Breitenbergbahn. Bei schlechtem Wetter entfällt die Tour ersatzlos. 19.06. 2024
Info für alle Botanik-Freunde: Die Bayerische Botanische Gesellschaft hat gerade mitgeteilt, das die 3-bändige „Flora von Bayern“ im Herbst im Haupt-Verlag Bern erscheinen wird. Vorausinfo dort. Ich freue mich schon darauf! (Foto nicht aus dem Buch sondern von mir)
Vor ein paar Tagen war noch nichts zu sehen, doch plötzlich tauchen überall auf Bergwiesen und Weiden weiße und hellviolette Tupfer auf: der Frühlings-Krokus (Crocus vernus) schiebt seine zarten Blüten aus dem Boden. Hier auf 900 Meter Höhe ist er heuer zwei Wochen früher zu sehen als im Vorjahr. Der Frühlings-Krokus ist die einzige bei uns heimische Art, auch wenn einige weitere „botanische“ Krokusse verwildert vorkommen.
Weißer Krokus (Crocus vernus)
Zugleich künden verschiedene Gelbtöne vom Frühling: hellgelb die Schlüsselblume (Primula eliator), leuchtend gelb das Scharbockskraut (Ficaria verna = Ranunculus ficaria ssp. bulbifer) und am Bach die Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris).
Unauffällig stehen vereinzelte Blausterne (Scilla sibirica) am Waldrand, wohl verwilderte Garten-Flüchtlinge. Kleine hellviolette Flecken bildet das rauhaarige Veilchen (Viola hirta). Auch dieses früh blühende Veilchen zeigt sich heuer gut zwei Wochen früher als im letzten Jahr. 19. 03. 2024
Schon schmilzt er wieder, der dicke Schnee, der unsere Landschaft verwandelt. Deshalb noch ein paar Fotos aus dem Winter-Wunderland aus Feld und Garten, bevor die weiße Pracht dahin ist.
Es ist schon verrückt: bis gestern in den Nächten noch klirrende Kälte bis zu minus 18 Grad und jetzt kommen schon wieder zweistellige Plusgrade. Ich hätte den Schnee gerne noch eine Weile behalten. Und Hund Airy sicher auch. Aber es war wohl nicht der letzte in diesem Winter. 22. 1. 2024
AHO-Vortrag 06. Januar 2024: Um erstaunliche und wunderbare Entdeckungen in der Natur geht es beim nächsten Treffen der Regionalgruppe Allgäu im Arbeitskreis Heimische Orchideen Bayern. Mitglieder zeigen Ihre Fotos aus Natur und Landschaft und versprechen: es sind etliche „Wows“ dabei. Wir treffen uns um am Samstag, 06. 01. 24 um 14 Uhr im Hotel Luitpold-Bad in Bad Hindelang. Gäste sind stets willkommen!