Hund und Katze

Wandern und Schauen: Ausflug in den Winter

Hund Airy liebt den Schnee und konnte sich endlich wieder ausgiebig wälzen: wir haben einen Ausflug in den Winter gemacht, mit der Bergbahn auf 2000 m Höhe. Das hat ihn dafür entschädigt, dass er in der Gondel einen Maulkorb tragen musste, was er gar nicht mag.

Es war ein Traumtag, ebenso wie einige Tage zuvor, als es im Tal grau und trist war, oben auf den Bergen aber „obheiter“, wie man in Oberstdorf sagt.

Also Sonne über dem Nebelmeer, aus dem nur die hohen Gipfel ragen. Kürzlich auf dem Nebelhorn war nur der Gipfel frei. Im Herbst freue ich mich über jedes letzte Blümchen, das sich noch blicken lässt.

Und gelegentlich sind Besonderheiten zu entdecken wie die verwachsenen Blüten der Silberdistel (Carlina acaulis) und die weiße bärtige Glockenblume (Campanula barbata).

Auch Enzianarten blühen bis spät in den Herbst: im September finden wir den Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), im Oktober noch den Fransen-Enzian (Gentianopsis ciliata, früher Gentiana c.) und den Rätischen Kranzenzian (Gentianella rhaetica) mit fünfteiliger Krone.

Letzterer wurde früher als Unterart des Deutschen Enzians (Gentiana germanica) angesehen, gilt aber inzwischen als eigene Art und als vorherrschend in den Alpen. Genetische Erkenntnisse haben in der Botanik zahlreiche Verwandschafts-Verhältnisse und damit auch die Namen verändert. Man lernt halt nie aus. 04. 11. 2025

Wandern und Schauen – Fotovortrag: Orchideen auf Sardinien

Foto Wilhelm Späth

Die Regionalgruppe Allgäu im Arbeitskreis Heimische Orchideen lädt zum nächsten Foto-Vortrag am 09. 11. 2025 in Bad Hindelang. Während auf Allgäuer Bergen schon Schnee liegt, entführt uns Wilhelm Späth auf eine Sonneninsel im Mittelmeer. Wir treffen uns um 14 Uhr im Hotel Prinz-Luitpold-Bad. Der Vortrag beginnt um 14.30 Uhr. Gäste sind willkommen!

Wandern und Schauen: Seltene Orchideen, prächtige Bergwiesen

Kohlröschen x Alpen-Händelwurz (Nigritella rhellicani x Gymnadenia alpina)

Sie leuchtet von weitem, die prachtvolle Hybride von Kohlröschen x Alpen-Händelwurz (Nigritella rhellicani x Gymnadenia alpina) und auch beide Elternteile stehen in der Nähe.

Kohlröschen (Nigritella rhellicani)
Alpen-Händelwurz (Gymnadenia alpina)

Einen weiteren Höhepunkt der Wanderung mit dem Arbeitskreis Orchideen, Regionalgruppe Allgäu, bildete die seltene Zwerg-Orchis (Chamorchis alpina).

Zwerg-Orchis (Chamorchis alpina)

Die Wanderung führte uns hoch über dem Tiroler Lechtal mitten hinein in wunderbare, artenreiche Bergwiesen. Alpen-Aster (Aster alpinus), Glockenblumen (Campanula scheuchzeri +C. cochleariifolia) und Mondraute (Botrychium lunaria) säumen den Aufstieg auf über 2000 m Höhe.

Alpen-Aster (Aster alpinus)
Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri)
Zierliche Glockenblume (Campanula cochleariifolia)
Mondraute (Botrychium lunaria)

Gleich mehrere Steinbrecharten (Saxifraga paniculata, S. caesia, S. moschata) wachsen nahe beieinander auf dem Felsen.

Trauben-Steinbrech (Saxifraga paniculata)
Blaugrüner Steinbrech (Saxifraga caesia)
Moschus-Steinbrech (Saxifraga moschata)

Der Fruchtstand zeigt, woher das Brillenschötchen (Biscutella laevigata) seinen Namen hat und die Schwarzrandige Schafgarbe (Achillea atrata) erkennt man beim Hinschauen. Wieviel entgeht doch den Wanderern, die nur das Gipfelkreuz oder die nächste Hütte zum Ziel haben! 04. 08. 2025

Brillenschötchen (Biscutella laevigata)
Schwarzrandige Schafgarbe (Achillea atrata)

Wandern und Schauen: Vom „Monte Müll“ zum Blumenberg

Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)

Magerrasenflächen mit seltenem Färberginster (Genista tinctoria), Sommerwurz (Orobanche sp.) und Orchideen findet man auf dem „Monte Müll“ bei Füssen.

Färber-Ginster (Genista tinctoria)
Sommerwurz (Orobanche sp.)

Die 1986 aufgelassene und renaturierte Mülldeponie hat sich zu einem Biotop mit erstaunlicher Artenvielfalt in Flora und Fauna entwickelt. Auf der Exkursion mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu fanden wir Anfang des Monats die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), auch in einem weißen Exemplar und in einem Randbereich die Sumpf-Ständelwurz (Epipactis palustris).

Mücken-Händelwurz weiß
Sumpf-Ständelwurz (Epipactis palustris)

Aufgrund der Hitzeperiode im Juni war vieles schon verblüht, aber echtes Labkraut (Galium verum), bunte Kronwicke (Securigera varia) und Wald-Platterbse (Lathyrus sylvatica) zauberten bunte Punkte in den Hang.

Echtes Labkraut (Galium verum)
Bunte Kronwicke (Securigera varia)
Wald-Platterbse (Lathyrus sylvestris)

Die weißen Doldenblütler wie die wilde Möhre (Daucus carota) sind immer ein beliebter Landeplatz für Insekten. In den nahen Streuwiesen freuten wir uns über letzte Sumpf-Gladiolen (Gladiolus palustris). 24. 07.2025

Sumpf-Gladiole (Gladiolus palustris)

Garten am Alpenrand: Weitere fliegende Gäste

Einen besonders hübschen Gast entdeckten wir heute im Garten: einen je nach Sonneneinstrahlung metallisch grün oder braun schimmernden Bockkäfer, wohl ein Moschusbock (Aromia moschata), der zum Glück darauf verzichtet hat, sein stark riechendes Sekret auf dem menschlichen Arm zu verteilen.

Seine Larven leben in Weiden, die ich wegen der Kätzchen im Frühjahr im „wilden“ Gartenteil stehen lasse.

Vor ein paar Tagen hatte sich ein anderer Bockkäfer eingefunden, wohl ein Einfarbiger Langhornbock oder Schusterbock (Monochamus sutor), der allerdings nicht einfarbig war, den Fühlern nach ein Weibchen. Der Käfer entwickelt sich in Fichten, davon gibt es einige am Gartenzaun. 17. 07. 2025

Wandern und Schauen: 19. 07. 2025 – Bergorchideen und seltene Hybriden

Bergorchideen stehen im Mittelpunkt der Exkursion mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu am Samstag, 19. Juli 2025. Es geht ins benachbarte Tirol in die Lechtaler Berge. Auf dem Hahntenn-Joch in rund 2000 Meter Höhe erwartet uns eine reiche Alpenflora mit Kohlröschen (Nigritella rhellicani), Kugelorchis (Traunsteinera globosa), Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) und seltenen Hybriden sowie anderen Kostbarkeiten.

Auch Enzian- und Steinbrecharten und eine winzige alpine Weide sind zu finden. Der Bergpfad mit etwa 300 m Anstieg erfordert etwas Kondition und Ausdauer. Entsprechende Ausrüstung ist erforderlich, die Mitnahme von Getränken und evtl. Brotzeit ratsam. Im Anschluss ist eine Einkehr möglich. Nichtmitglieder sind willkommen, die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr! Die Erläuterungen zur Flora sind kostenfrei. Achtung: das ursprünglich an diesem Termin vorgesehene Ziel musste geändert werden, weil sich witterungsbedingt Blühtermine verschoben haben. Wir treffen uns jetzt um 10 Uhr am Parkplatz Hahntenn-Joch. 16. 07. 2025

Wandern und Schauen: Vom „Monte Müll“ zum Blumenberg am 5. 7. 2025

Zum „Monte Müll“ in Füssen führt die botanische Wanderung mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu am kommenden Samstag, 5. Juli 2025. Die 1986 aufgelassene und renaturierte Mülldeponie hat sich zu einem wertvollen Biotop mit erstaunlicher Artenvielfalt entwickelt. Auf dem etwa 5 Hektar großen Gelände mit Magerrasenflächen wachsen Knäuelglockenblume, Hufeisenklee, Enziane und Orchideen. Auf nahen Wiesen kann noch die Sumpfgladiole blühen. So ist auch ein Lebensraum für zahlreiche Insekten entstanden. Die sehr leichte Wanderung dauert etwa zwei Stunden. Die botanische Führung ist kostenfrei. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Nichtmitglieder sind willkommen. Wir treffen uns um 14 Uhr auf dem Parkplatz Segelflugplatz Füssen. 02. 07. 2025

Wandern und Schauen: Wiesen, die fliegen

Brauner Waldvogel (Aphantopus hyperantus) auf Wiesen-Flockenblume

Zu „Wiesen, die fliegen“ hatte der Landschaftspflegeverband Oberallgäu eingeladen. Und das war nicht übertrieben. Über den Streuwiesen herrschte reger Flugverkehr. Allerdings erwiesen sich die Schmetterlinge als ausgesprochen flatterhaft, offenbar wollten sich nur wenige ablichten lassen. Augenfällig war aber, dass die Renaturierungs- und Pflegemassnahmen von Landschaftspflegeverband und Landwirten erfolgreich sind.

Schachbrettfalter (Melanargia galathea)

Zur Förderung der Artenvielfalt müssen die Futterpflanzen erhalten bleiben, denn zahlreiche Schmetterlinge der Streuwiesen sind zur Eiablage und Raupenentwicklung auf ganz bestimmte Pflanzen angewiesen: der Baldrian-Scheckenfalter braucht den Baldrian, der seltene Hochmoor-Gelbling die Rauschbeere und der Schwalbenwurz-Enzian-Ameisenbläuling den Schwalbenwurz-Enzian und Ameisen, die die Raupe den Winter über im Ameisenbau füttern. Zu den typischen Pflanzen der feuchten Streuwiesen gehören altbekannte Heilpflanzen wie Mädesüß (Filipendula ulmaria) und Engelwurz (Angelica sylvestris), deren breite Doldenblüte gerade aus der Umhüllung bricht.

Mädesüss (Filipendula ulmaria)
Engelwurz (Angelica sylvestris)

Das helle Grün des Zottigen Klappertopfs (Rhinanthus alectorolophus) weist darauf hin, dass es sich um einen Halbschmarotzer handelt.

Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus)

Staunen konnten wir über üppige Bestände der Pracht-Nelke (Dianthus superbus) oder eine prächtige Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea).

Pracht-Nelke (Dianthus superbus)
Ptacht-Nelke (Dianthus superbus)
Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)

Eine merkwürdige Spinne gab uns Rätsel auf. Die Lösung: die Eichenblatt-Radspinne (Aculepeira ceropegia) zeigte ihre Unterseite mit dem Spinnapparat. 30. 06. 2025

Eichenblatt-Radspinne (Aculepeira ceropegia), Unterseite

Wandern und Schauen: Alpenrosen färben die Hänge rot

Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum)

Die Alpenrosen (Rhododendron ferrugineum) färben die Hänge rot, der Türkenbund (Lilium martagon) steht in den Startlöchern, das Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) leuchtet und Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum) und Berg-Baldrian (Valeriana montana) blühen.

Türkenbund (Lilium martagon)
Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)
Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum)
Berg-Baldrian (Valeriana montana)

Für botanisch interessierte Bergwanderer ist jetzt die schönste Jahreszeit. Überall gibt es kleine Kostbarkeiten zu entdecken. In den Blüten des Rundblättrigen Steinbrechs (Saxifraga rotundifolia) erkennt man bei genauem Hinsehen ein apartes Punktmuster.

Rundblättriger Steinbrech (Saxifraga rotundifolia)

Das durchblätterte Läusekraut (Pedicularis foliosa) und die Bergdistel (Carduus defloratus) werden gerne von Hummeln besucht.

Bergdistel (Carduus defloratus)
Durchblättertes Läusekraut (Pedicularis foliosa)

Die kleine Fichte kann wohlbehütet und mit idealem Nährstoffangebot im Schutz eines Baumstumpfs aufwachsen.

Steinpyramiden an Bergwegen können im Nebel Wanderern den Weg weisen. Oft aber ist der Bau ein spannender Spaß nicht nur für Kinder.  Hund Airy sitzt geduldig dabei. 26. 06. 2025

Wandern und Schauen: Orchideen gehen gerne „fremd“

Orchideen auf Schritt und Tritt: der Ausflug mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu, hat sich mal wieder gelohnt. Auf gut 1500 Meter Höhe blüht jetzt alles auf einmal: das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), das Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii), die Grünliche Waldhyazinthe (Platanthera chloranta),

Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)
Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) und Wollgras (Eriophorum vaginatum)
Grünliche Waldhyazinthe (Platanthera chloranta)

die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), die Höswurz (auch Weißzüngel genannt, Pseudorchis albida). Und dazwischen jede Menge Exemplare, die in Farbe und Form abweichen:

Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)
Höswurz oder Weißzüngel (Pseudorchis albida)
Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) Albino

Unsere heimischen Orchideen sind im Erscheinungsbild sehr variabel und sie gehen gerne fremd: sie halten sich nicht an Artgrenzen, sondern bilden oft Hybride. So haben wir zahlreiche Pflanzen gesehen, die dem Breitblättrigen Knabenkraut ähnlich waren, aber mit kleinerem, lockeren Blütenstand und leicht einseitswendig. Da war offenbar das Lappländische Knabenkraut beteiligt.

Breitblättriges Knabenkraut x Lappländisches Knabenkraut ((Dactylorhiza majalis x Dactylorhiza lapponica)
Kälteliebendes Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii ssp. psychrophila)

Eine kleine und besonders zarte Form des Fuchs-Knabenkrauts ist das Kälteliebende Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii, ssp. psychrophila), das in höheren Lagen vorkommt. Den viel fotografierten Höhepunkt bildete eine sehr seltene Hybride zwischen einem Albino-Fuchs-Knabenkraut und der Höswurz. Auch beide Elternteile waren in der Nähe zu finden.

Fuchs-Knabenkraut x Höswurz (Dactylorhiza fuchsii, Albino x Pseudorchis albida)

Hund Airy erwies sich mal wieder als echter Orchideenhund: er setzte sich zwischen die Orchideen und nicht darauf.

Auch wir Zweibeiner mussten sorgfältig darauf achten, die Bergschuhe nicht auf die kleinen Kostbarkeiten zu setzen und auch die übrige Bergflora nicht zu stören: das Schmalblättrige und das Scheidige Wollgras (Eriophorum angustifolia und E. vaginatum), den punktierten Enzian (Gentiana punctata) oder die Katzenpfötchen (Antennaria dioica). Bitte vormerken: die nächste AHO-Exkursion im Allgäu findet am 05. Juli statt. 23. 06. 2025

Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
Punktierter Enzian (Gentiana punctata)
Katzenpfötchen (Antennaria dioica)