Hund und Katze

Wandern und Schauen: Frühlingswiesen

In den Allgäuer Bergtälern freut sich das Jungvieh über das frische Grün. Die fetten Löwenzahn-Wiesen sind schon gemäht, aber der Hahnenfuß leuchtet noch gelb. In kräftigem Gelb strahlt auch das Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina) am Wegrand, eine alte Heilpflanze.

In der Feuchtwiese prangen Trollblumen (Trollius europaeus) und breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis).

Gleich daneben lassen sich Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi) und akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegifolium) mit ihren zarten Blüten entdecken.

Hund Airy interessiert sich nicht für die Botanik und findet die Schumpen, wie das Jungvieh im Allgäu heißt, viel spannender. Wie schade, dass er sie nicht verbellen darf. 25. 05. 2020

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Garten am Alpenrand: Traurige Radieschen

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In meinem Garten sind (fast) alle Einwanderer aus Flora und Fauna willkommen. Aber jetzt bin ich sauer: alle Radieschen – wirklich alle! – sind von Schnecken angefressen. Und das im Hochbeet! Es hilft nichts, ich muss wieder nachts mit der Taschenlampe auf Schneckenjagd gehen. 24. 05. 2020

Garten am Alpenrand: noch mehr Wildwuchs

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Cardamine amara, Bitteres Schaumkraut

In einer meiner „wilden“ Garten-Ecken, dort wo es eher feucht und schattig ist, blüht gerade das bittere Schaumkraut, Cardamine amara. Man erkennt es bei genauem Hinsehen an den purpurfarbenen Staubgefäßen. Das Wiesenschaumkraut, Cardamine pratensis ist schon fast verblüht.

Das kleinere Wald-Schaumkraut, Cardamine flexuosa, fühlt sich trotz seines Namens überall wohl, sogar im Hochbeet, wo es allerdings nicht lange stehenbleibt. Ich freue mich auch jedes Jahr über die ausdauernde Mondviole, Lunaria rediviva, wegen der Samen auch Silberblatt genannt. Den Samen habe ich vor Jahren aus dem Wald mitgebracht.

Von selbst angesiedelt haben sich die Bachnelkenwurz, Geum rivale, auch als Blutströpfchen bekannt, und die echte Goldnessel, Lamium galeobdolon, die mit ihren Ausläufern gerne auch die Blumenbeete erobert. Unterm Flieder streitet sie sich mit der ebenfalls sehr ausbreitungswilligen Pfefferminze. Mal sehen, wer gewinnt, oder ob sie sich arrangieren.

Der Regen hat allen Pflanzen gutgetan, nur die „Pusteblumen“ haben gelitten, zumindest was das Aussehen betrifft. Hier noch ein paar Bilder aus sonnigeren Zeiten. 15. 05. 2020

 

Garten am Alpenrand: tierischer Nachwuchs

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Es herrscht dichtes Gedränge beim Spinnen-Nachwuchs auf dem Balkon. Ich vermute kleine Kreuzspinnen. Zwei Tage verbrachten sie im „Kindergarten“. Einmal musste ich die Netz-Befestigung zerstören, um in den hinteren Balkonteil zu kommen. Nach nur 20 Minuten waren die langen Befestigungsfäden wieder gespannt! Zwei Tage später ist der Spinnen-Nachwuchs verschwunden, wohl jeder am eigenen Faden davongesegelt. 14. 05. 2020

Garten am Alpenrand: Geliebte Veronica

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Veronica serpyllifolia, Quendelblättriger Ehrenpreis

Es ist ein winziges, zartes Blümchen, wie das Löwenzahnblatt daneben deutlich macht: Veronica serpyllifolia, der quendelblättrige Ehrenpreis, ist die vierte wilde Veronica-Art, die ich gerade im Garten entdeckt habe. Ebenfalls recht zart, aber durch die Blütenfülle ins Auge fallend, ist Veronica filiformis, der feinstielige Ehrenpreis mit fast runden Blättchen. Der recht häufige persische Ehrenpreis, Veronica persica, hat sich in einem Balkonkasten angesiedelt. Er hat ebenfalls einen feinen Blütenstiel, aber etwas größere, grob gezähnte Blätter.

Noch robuster und größer wird der Gamander-Ehrenpreis, Veronica chamaedrys, der gern in den Gemüse-Beeten und zwischen den Erdbeeren wuchert. Dort soll er nicht überhandnehmen, aber ich freue mich über all meine Veronicas.

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Veronica chamaedrys, Gamander-Ehrenpreis

Dazu kommt eine ebenfalls aparte Zuchtsorte: Veronica gentianoides, der enzianblättrige Ehrenpreis. 13. 05. 2020

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Veronica gentianoides Enzianblättriger Ehrenpreis

 

Wandern und Schauen: Noch mehr Bergfrühling

Der Frühling überrascht uns jeden Tag neu, im Garten und vor allem in der freien Natur: da blühen Frühlings-Krokus (Crocus albiflorus, bzw. C. vernus ssp. albiflorus) und Pestwurz (Petasites hybridus) neben dem letzten Huflattich (Tussilago farfara) und zugleich leuchten schon die violetten Blüten des ersten männlichen Knabenkrauts (Orchis mascula), des frühesten Vertreters der heimischen Orchideen im Allgäu. Gleich daneben sind schon die Blätter des gelben Enzians (Gentiana lutea) zu sehen, die sich kräftig aus dem Boden schieben.

Auf 1200 Meter Höhe kann man bereits die zarten Alpenglöckchen (Soldanella alpina) entdecken, die in höheren Lagen erst einige Wochen später zu den ersten Blühern nach der Schneeschmelze zählen. An feuchten Stellen leuchtet das Gelb der Butterblume (Caltha palustris) und auf steinigem Boden steht schon die nacktstängelige Kugelblume (Globularia nudicaulis).

Auch Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) und erster Wundklee (Anthyllis vulneraria) melden sich zur Stelle.

In einem kleinen Moortümpel herrscht reges Leben: aus dem Laich schlüpft gerade der Nachwuchs der Bergmolche. Ich kenne sie aus meinem Gartenteich, wo sich auch junge Exemplare tummeln, obwohl ich dort noch keinen Laich gesehen habe. 05. 05. 2020

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Garten am Alpenrand: Überraschung

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Nein, nicht der dringend nötige und sehnlichst erwartete Regen, der hoffentlich nicht schon wieder vorbei ist. Die Überraschung bietet das Terrassen-Beet: hier sollten elegante lilienblütige Tulpen in zarten Weiß-Rosa-Tönen stehen. Stattdessen Tulpen mit gefranstem Rand in kräftigem Gelb. Und dazwischen eine ebenfalls ungeplante Blüte in blassem Rot. Weder die eine noch die andere Blüte entspricht dem Bild der „Elegant Lady“ auf dem Etikett. Da muss wohl beim Sortieren etwas schiefgelaufen sein.

Die Überraschungsblüten sind auch reizvoll, aber mein geplantes Farbkonzept in diesem Beet hat leider nicht geklappt. Dafür ist der Fieberklee im Gartenteich wieder ganz besonders apart. Ich liebe diese filigranen Blüten. Eine Überraschung im Blumentopf sind die Lichtnelken, die sich selbst dort angesiedelt haben. Am üblichen Platz in einer wilden Gartenecke blühen sie noch nicht. Aber der Regen sorgt für einen Wachstumsschub. 02.05.2020

Meine Bücher: Luxi soll Leben retten

Neuerscheinung demnächst:

Luxi soll Leben retten – Ein Welpe auf dem Weg zum Rettungshund

Von Anna Marie Birken und Viktoria Wagensommer

Als Welpe Luxi bei seinem neuen Frauchen einzieht, ahnt er noch nicht, welche Aufgabe auf ihn zukommt. Viktoria Wagensommer ist Rettungshunde-Führerin beim Bayerischen Roten Kreuz und will Luxi zum Suchhund ausbilden. Noch ist für den Welpen alles ein Spiel und er meistert mit Begeisterung die ersten kleinen Aufgaben in der „Rettungshunde-Schule“. Mit der gleichen Begeisterung soll er später vermisste Personen in unwegsamem Gelände suchen, aber bis dahin ist es ein weiter Weg. Die Journalistin Anna Marie Birken und ihre Kollegin Viktoria Wagensommer erzählen, wie Luxi lernt, seine Nase richtig einzusetzen und was ein künftiger Rettungshund sonst noch alles können muss. Wichtig ist, dass der fröhliche Welpe auch im Training seine Neugier und Freundlichkeit behält, damit er für sein Frauchen nicht nur ein verlässlicher Arbeits-Partner wird, sondern auch ein liebenswerter und heißgeliebter Hausgenosse bleibt.

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Lieblingsrezepte: Wilder Spinat

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Eigentlich sollte der im Spätsommer gesetzte Spinat ebenso wie ein Feldsalat für eine späte Ernte im Herbst sorgen. Aber beides wollte nicht mehr wachsen. Dafür gab es jetzt im April einen Wachstumsschub, zumindest bei einigen Pflanzen. Für ein ganzes Spinatgericht reichte die Ernte nicht, aber immerhin als Zutat für einen Wild-Spinat. Schließlich wachsen auch Bärlauch und Löwenzahn schon kräftig im Garten. Und Winterheckenzwiebel und Luftzwiebel aus dem Hochbeet sorgen für würzigen Zwiebellauch. Dazu Kartoffelstampf – den mache ich immer in großen Mengen und friere ihn portionsweise ein – und ein Spiegelei: fertig ist ein köstliches und schnelles Frühlingsgericht.

Zutaten für den Wild-Spinat:
Spinatblätter, frische Löwenzahn- und Bärlauch-Blätter, Zwiebellauch. Wenn vorhanden auch weitere Wildgemüse oder Wildkräuter wie Brennnessel, Melde oder Guter Heinrich. Für Farbtupfer sorgen ein paar Löwenzahn-Blüten. Mengenverhältnisse je nach Vorhandensein und Geschmack, je mehr Wildpflanzen, desto kräftiger und herber wird das Gemüse. Öl, Kräutersalz, evtl. Sonnenblumenkerne, Zitronensaft oder Sahne.

Alle Gemüse und Kräuter waschen und grob schneiden. Im Topf etwas Öl erhitzen – ich nehme Distelöl oder Olivenöl – nach Belieben eine Handvoll Sonnenblumenkerne leicht anrösten, das Grünzeug dazu werfen und ohne weitere Wasserzugabe zusammenfallen lassen. Bei sanfter Hitze kurz dünsten. Zum Schluss die grob zerteilten Löwenzahn-Blüten dazu geben. Mit Kräutersalz und eventuell ein paar Tropfen Zitronensaft oder Sahne abschmecken. Fertig.
Meine Rezepte sind in der Regel Grundrezepte, die nach Belieben abgewandelt werden können, z.B. mit anderen Nüssen oder Gewürzen. Der Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt – nur durch den eigenen bzw. den Geschmack der Mit-Esser.

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Wandern und Schauen: Bergfrühlings-Blau

Mal schauen, ob sich schon etwas zeigt: unsere Erwartungen waren nicht hoch und wurden weit übertroffen: in den Allgäuer Bergtälern, wo sonst Ende April oft noch Schnee liegt, zeigt sich der Bergfrühling heuer schon in schönster Pracht. Jedes Jahr von Neuem bezaubern die wunderbaren Blautöne von Frühlingsenzian (Gentiana verna) und Clusius-Enzian (Gentiana Clusii).

Dazu harmonieren die zarten Rosa-Töne der Mehlprimel (Primula farinosa). Dazwischen leuchten in kräftigem Gelb Berghahnenfuß (Ranunculus montanus) und Echte Primel (Primula veris), die sich durch das kräftige Gelb von der verbreiteten blassgelben Schlüsselblume (Primula eliator) unterscheidet.

Man muss freilich genau hinschauen, denn die Blüten sind oft noch winzig im graubraunen alten Gras der extensiven Weideflächen. Aber einmal entdeckt erschließen sich dem Auge zahllose Farbtupfer: das Wunder des Frühlings. 26. 04. 2020

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