Hund und Katze

Hund und Katze: Welpen-Tagebuch 4

  1. Tag: Ist Maya rollig?

Kätzchen lässt sich vom Welpen erstaunlich viel gefallen: Airy darf sie anspringen und zwicken, ohne dass sie gleich Reißaus nimmt. Als sie abwechselnd am Fenster sitzt und zur Tür läuft und dabei laut schreit, habe ich einen Verdacht: Maya wird zum ersten Mal rollig, also geschlechtsreif und deckbereit. Dazu passt, dass sich das Kätzchen besonders verschmust zeigt. Sie sucht ständig meine, beziehungsweise unsere Nähe, kommt auf den Schoß oder rollt sich am Boden und will gestreichelt werden.

Erster Spaziergang mit der Schleppleine übers Feld. Airy darf nach Herzenslust springen. Die 3-Meter-Schleppleine sorgt dafür, dass der Welpe in unmittelbarer Nähe bleibt. Schnell zeigt sich, dass die Schleppleine ihn nicht im Geringsten stört und dass sie noch gar nicht nötig ist, weil der Kleine sich ohnehin nicht weiter entfernt. Die Weidefläche ist offenbar nicht besonders interessant. Airy schnuppert zwar da und dort, aber der Blick geht immer wieder zu Frauchen und fordert: ich will spielen! Ich werfe einen der herumliegenden Zapfen. Airy läuft zwar nach, findet den Zapfen aber uninteressant. Mag er den Geruch nicht?P1070515_1[3882]

  1. Tag: Stress mit der Sexualität.

Mein Verdacht hat sich bestätigt: Maya ist rollig. Sie zeigt das volle Programm: sie wälzt sich auf dem Boden, streckt beim Laufen das Hinterteil in die Höhe und legt den Schwanz zur Seite. Und sie schreit, dass es jeder Kater im Umkreis hören muss. Airy ist aufgeregt: Er schnuppert an der Katze, rempelt sie an, zwickt sie ins Fell. Da sich Maya alles ohne Gegenwehr gefallen lässt, wird er immer wilder und setzt ihr grob zu. Ich muss die beiden trennen und Airy zur Beruhigung in seine Box setzen. Ich habe von einer Hunde-Freundin eine fast neue Riesenbox bekommen, in der auch ein Berner Sennenhund Platz hätte. Hund und Katze nutzen abwechselnd den bequemen Ruheraum zum Schlafen oder Spielzeug verstecken. Da der Hund völlig überdreht ist und sich nicht beruhigen will, lege ich eine Decke über die Box. Das hilft: der müde getobte Hund schläft schnell ein. Aber das passt dem Kätzchen nicht. Maya schleicht um die Box, kratzt am Gitter, springt hinauf. Es hilft nichts, ich muss das Kätzchen aussperren. Sie soll sich im Gästezimmer beruhigen. Als ich nach dem letzten Gartenspaziergang mit Airy nach Maya schauen will, ist sie nicht aufzufinden. Das ist nicht ungewöhnlich, für eine zierliche Katze gibt es einige Verstecke im Haus, hinter den Büchern im Bücherregal, unter der Treppe, im Kleiderschrank mit der schlecht schließenden Tür. Normalerweise lässt sie sich rufen, aber wenn die Hormone verrücktspielen …Am nächsten Morgen wache ich in aller Frühe auf, weil der Bewegungsmelder das Licht an der Terrassentür angeschaltet hat. Nachbars Kater ist mal wieder unterwegs. Aber diesmal ist er nicht allein: wie ein vollendeter Kavalier liefert er Maya vor ihrer Haustür ab. Es bleibt ein Rätsel, wie sie es geschafft hat, trotz unserer Vorsicht zu entwischen. Das Kätzchen kommt herein, frisst hungrig und schläft den ganzen Tag. Es war wohl eine anstrengende Liebesnacht.

Hund und Katze – Welpen-Tagebuch 3

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  1. Tag: Kleine Tobe-Runde im Garten. Ich merke schnell den Unterschied zu Dackeldame Loni, der früheren Herrin in Haus und Garten: Während Loni zuerst Mauselöcher und Maulwurfshügel inspizierte, interessiert sich Airy nicht im Mindesten dafür. Er will spielen, am besten gleich mit einem der herumliegenden Äste, die später einmal für Wärme im Wohnzimmer sorgen sollen – vorausgesetzt, dass sie irgendwann passend zersägt werden. Ich erinnere mich, dass sich bei Loni einmal ein Zweig quer im Gebiss verklemmt hat, was den Jagddackel aber weder beim Spurensuchen noch beim Fressen gestört hat. Wir haben den Fremdkörper im Maul erst später gefunden, der Hund war hart im Nehmen. Seither bin ich vorsichtig mit Ästen als Spielzeug. Ein alter Gartenhandschuh tut es auch. Frauchen wirft den „Fehdehandschuh“ und Airy läuft begeistert hinterher. Das Nachlaufen und Suchen hat er schnell begriffen: ein herrliches Spiel.

Auch Kätzchen Maya erweist sich als schnell von Begriff: Ich habe ihr nur einmal die (noch vom Vorbesitzer installierte) Katzenklappe zwischen Erdgeschoß und Gartengeschoß gezeigt und seither weiß sie, wie sie sich vor Airys Zudringlichkeiten in Sicherheit bringen kann: ab durch die Katzenklappe ins Untergeschoß, wo sie im Gästezimmer ungestörte Ruhe genießen kann.

Hund und Katze: Welpen-Tagebuch 2

  1. Tag: Wer darf auf den Sessel? Ausnahmsweise darf Frauchen mal selbst auf ihrem Sessel sitzen, den sonst die Tiere besetzt halten: oben die Katze, unten der Hund. Da höre ich verdächtige Töne: Hund knabbert mal wieder am verbotenen Teppich. Kurzfristig lässt sich Airy mit einem alten Schuh ablenken, dann ist wieder der Teppich dran. Um weitere Schäden zu vermeiden, nehme ich den Mini-Hund auf den Schoß. Wenig später ein Satz und Katze landet ebenfalls oben. Leider gibt es kein Foto: ich habe beide Hände voll Katz und Hund. Wie soll das weitergehen, wenn beide größer sind?

Einige Stunden später am Schreibtisch: Hund liegt rechts unter mir auf einer Decke, Katze sitzt links neben mir am Fensterbrett und kaut am Asparagus. Darf sie das? Ich frage das allwissende Web: Eintrag 1:  Asparagus ist für Katzen giftig. Eintrag 2: Asparagus ist für Katzen ungiftig. Was nun? Eintrag 3: Die Beeren des Asparagus sind für Katzen giftig. Ich schaue die Pflanze an und kann keine Beeren entdecken. Also keine Gefahr? Maya hat inzwischen einen frischen Zweig zerrupft und die Teile über die Akten verstreut. Also doch kein Appetit auf Grünzeug. Stattdessen: Hilfe, Maya ist am PC! Maya will „schreiben“. Ich muss hier leider abbrechen!

Hund und Katze – Welpentagebuch 1

Erste Woche

 

Ankunft: Während der Fahrt drang kein Mux aus der Transportbox. Airy kennt das Autofahren schon. Im neuen Zuhause darf er als erstes im Garten sein Geschäft machen. Das klappt schon mal gut. Das Wohnzimmer beherrscht seit ein paar Tagen Katze Maya. Airy und Maja kennen sich schon aus dem Haus der Züchterin und so marschiert Airy ohne zu Zögern ins Zimmer und erkundet furchtlos seine neue Umgebung. Maya hält sich im Hintergrund. Schon eine halbe Stunde später stehen beide einträchtig über dem Teller mit Welpen-Futter. Damit steht fest, Hund und Katze vertragen sich.

  1. Tag: Aufregende Besuche: Frauchen muss in der Tierarztpraxis ein Medikament holen und Airy darf ganz ohne Behandlungsstress die Praxis erkunden, damit er im Ernstfall schon alles kennt. Er lässt sich ohne Angst auf den Behandlungstisch setzen, bekommt ein Leckerli und wird von allen gestreichelt. Er soll lernen: hier geht’s mir gut – zumindest an diesem Tag. Die Tierärztin lobt den selbstbewussten kleinen Kerl und lädt uns ein, den Besuch öfter zu wiederholen, damit er sich an die fremden Gerüche, das Team und die fremden Hunde und Katzen im Wartezimmer gewöhnen kann. Nach einer kurzen Autofahrt geht es genau so aufregend weiter: im Tierfutterladen riecht es sehr verlockend. Airy braucht ein Welpen-Geschirr. Beim Anpassen verhält er sich cool wie ein Modeprofi. Dabei brauchen Hund und Frauchen Geduld: es ist gar nicht so einfach, ein passendes Geschirr zu finden. Eines ist am Hals zu weit, das andere am Bauch zu lang. Schließlich bleiben wir bei einem vielseitig verstellbaren Modell, das allerdings Frauchens Fingerfertigkeit fordert, weil der winzige Verschluss schwer zu bedienen ist. Und bei jedem Anlegen werde ich mich von Neuem fragen: wie herum gehört das Teil, welche Gurte sollen vorne, hinten, am Bauch und am Rücken sitzen? Aber es ist das einzige Geschirr, das gut passt und dank Verstellbarkeit wohl länger als zwei Wochen brauchbar sein wird. Zum Glück schont es auch noch den Geldbeutel. Airy lässt sich beim Anprobieren nicht aus der Ruhe bringen und darf sich wieder viel Lob anhören. Und ich lobe die Züchterin, bei der die Welpen schon Auto, Staubsauger, Spaziergänge und vieles mehr kennen lernen durften, damit sie sich zu sicheren kleinen Vierbeinern entwickeln. Und natürlich finden alle Airy „süüüß“. Zum Ausgleich darf am Nachmittag im Garten getobt werden.
  2. Tag: Stubenrein, oder doch nicht? „Na, wie war die Nacht?“ fragen Freunde mit schadenfrohem Grinsen. Schließlich weiß jeder: wer sich einen Welpen aufhalst, muss auch nachts raus oder morgens Seen und Häufchen aufputzen. „Ich habe durchgeschlafen und der Hund auch“, kann ich zum Erstaunen der Frager antworten. Zugegeben, in der ersten Nacht ist Frauchen alle zwei Stunden aufgewacht und hat besorgt ins Hundekörbchen geschaut, während Airy durchgehend friedlich gepennt hat. Frauchen ist eine Nachteule und ein Morgenmuffel, Airy offenbar auch. Wenn wir vor dem Schlafengehen zwischen Mitternacht und halb zwei Uhr einen Abstecher in den Garten machen, hält er es bequem bis sieben oder halb acht Uhr morgens aus. Auch tagsüber ist der Welpe schon (fast) stubenrein. Nur wenn Frauchen bei der Arbeit am PC oder in der Küche auf die Zeit vergisst, kann mal ein Malheur passieren. Auch hier danke ich der Züchterin, die die Welpen immer wieder in den Garten geschickt und beim Verrichten eines Geschäfts gelobt hat. Und zwischendurch, so lernten die Kleinen, können alte Zeitungen als Welpen-WC dienen. Letzteres scheint Airy allerdings vergessen zu haben – oder Kätzchen hat ihm beigebracht, dass Zeitungen anders genutzt werden können: sie rascheln wunderbar beim Zerreißen und bieten einen warmen Liegeplatz.