„Männliches Knabenkraut“ – wie kommt diese zarte und anmutige Pflanze zu diesem merkwürdigen doppelt männlichen Namen? Auch die botanische Bezeichnung „Orchis mascula“ weist diese Doppelung auf, wobei Orchis aus dem Griechischen kommt und auf die hodenähnlichen Wurzelknollen der Knabenkräuter verweist. „Mascula“ -in Latein „masculus“ (mit männlicher Endung) nannten frühe Botaniker die größere von zwei ähnlichen Arten.
Schlüsselblume (Primula eliator)
Im Allgäuer Bergland auf etwa 1300 m blühen noch üppig die Schlüsselblumen (Primula eliator) und weiter oben im Steilhang ist ein Prachtexemplar der Aurikel (Primula auricula) zu entdecken.
Die rosa blühenden Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) versprechen eine reiche Beerenernte.
Noch eng eingerollt erscheinen die ersten Farnblätter, während die Pestwurz (Petasites albus) bereits zur Mehrfach-Pusteblume wird. Ein dunkler Fleck am hellen Felsen entpuppt sich als Trauermantel (Nymphalis antiopa), ein prächtiger Schmetterling, den ich hier nur selten sehe. 16. 05. 2025
Gerade noch haben die Tulpen den Garten dominiert, da setzt sich das tränende Herz darüber.
Ein paar Regentage im April ließen das Wachstum geradezu explodieren, obwohl der Regen nicht ausgereicht hat, um den Boden tief zu durchfeuchten. Die Wassertonnen hinter dem Hochbeet mit „Frühbeet“ sind noch längst nicht gefüllt.
Frühbeet
Der Apfelbaum Jakob Fischer beschenkt uns und seine fliegenden Besucher mit einer Überfülle an Blüten, während die anderen Apfelbäume sich noch Zeit lassen.
Die Schlüsselblumen haben die Helligkeit unter den noch blattlosen Bäumen zur Blüte genutzt, sie werden allerdings vom Bärlauch bedrängt, dem sein angestammtes Beet zu eng geworden ist.
Durchsetzungskraft zeigt auch der Günsel, der im hinteren, kühlen Gartenteil mit hellem Blau vor dunklem Laub brilliert. Ich mag auch die filigranen Blütensterne des Fieberklees, der sich den Gartenteich mit Iris und Bergmolchen teilt.
Noch im Verblühen prächtig ist die Lenzrose, der üppige schon einige Jahre alte Stock ebenso wie die im letzten Jahr neu gesetzte dunkle Variante. 02. 05. 2025
Die Bergmolche sind wieder da! Heute Morgen habe ich sie im Gartenteich entdeckt. Ich freue mich jedes Frühjahr über die munteren Gesellen. Wir haben den fast zugewachsenen Teich zur Hälfte wieder frei geräumt und die Molche scheinen sich zwischen den Wurzelresten wohl zu fühlen. Wer findet die beiden Männchen mit dem gelb gepunkteten Kamm auf den Fotos?
Ein Weibchen ist auch da, wollte sich aber nicht fotografieren lassen.
Mein Garten ist jetzt als Naturgarten zertifiziert. Der Anstoß kam vom Gartenbauverein, der zeigen will, dass jeder Garten zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen kann. Da mir Wildpflanzen genauso lieb sind wie gezüchtete Kulturpflanzen, war mein Motto seit jeher: Bei mir darf (fast) alles wachsen, nur nicht überall.
Jetzt im Vorfrühling blühen Krokus und Lenzrose (Helleborus orientalis) neben Himmelschlüssel (Primula eliator) und bald auch Scharbockskraut (Ranunculus ficaria).
Die Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) haben den letzten Schneefall gut überstanden und sind inzwischen am Verblühen. Auch erste Bienen, Hummeln und Zitronenfalter haben wir schon beobachtet.
Die wichtigsten Kriterien für den Naturgarten sind der Verzicht auf „chemische“ Pflanzenschutz- und Düngemittel sowie auf torfhaltige Erde. Und natürlich die Förderung der Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt. Also Marienkäfer und Ohrwurm statt Gift gegen Blattlaus und Co. und Hornspäne und Kompost statt „Kunst“-Dünger. Da ich Moorlandschaften mit ihrer besonderen Pflanzenwelt liebe und Moore wichtige Wasser- und CO2-Speicher sind, ist die Verwendung von torffreier Erde für mich selbstverständlich – die Qualität der angebotenen Erden ist allerdings sehr unterschiedlich, da muss man ausprobieren, was passt.
Arten- und Sortenvielfalt gibt es nicht nur im weitgehend insektenfreundlichen Blumenbeet sondern auch im Obst- Gemüse- und Kräutergarten. So ein Naturgarten sieht freilich nicht so ordentlich aus wie ein „aufgeräumter“ Steine- und Rasengarten.
So durften z.B. Stauden und Stängel im Winter stehen bleiben als Nahrungsquelle und Rückzugsort für Insekten und Vögel. Und was jetzt abgeschnitten wird, landet nicht gleich im Schredder sondern erst mal auf einem Haufen. Auch „wilde“ Ecken, Holzstapel, Mauern und eine Wasserfläche bieten spezielle Lebensräume im Naturgarten. – 22. 03. 2025
So sah es vor zwei Tagen im Garten aus. Und heute boten sich diese Bilder:
Zum Glück sind die meisten Frühlingsblüher hart im Nehmen. Die Schlüsselblumen (Primula eliator) werden auch nach dem Schnee unter den Obstbäumen stehen.
Schlüsselblume (Primula eliator)
Laut Flora germanica treten zwischen Primula eliator und „Gartenprimeln“ verschiedene Rückkreuzungen mit allen möglichen Farbübergängen auf, was sich im vorderen Gartenteil gut beobachten lässt. Dort setze ich gern die gekauften und geschenkten Pflanzen ein, die in den nächsten Jahren meistens wieder blühen, allerdings in oft überraschenden Farbtönen.
Die kleinen Narzissen-Arten stehen schon in voller Blüte. Das merkwürdige Gebilde auf einem Narzissenkelch gibt mir Rätsel auf.
Unter dem Schnee verschwunden sind auch Krokus (Crocus chrysanthus „Ard Schenk) und Milchstern (Ornithogalum sp.).
Der Birnbaum (Clapps Liebling) hat schon dicke Blütenknospen, aber nach dem Kälteeinbruch wird er sich hoffentlich mit dem Blühen noch Zeit lassen. Für die Obstblüte ist es noch viel zu früh. 24. 03. 2024
Der Krokus im Garten ist verblüht, dafür schimmern jetzt die Bergwiesen in zartem Weiß, gelegentlich mit violetten Tupfern. Ich habe den Eindruck, dass der Frühlings-Krokus (Crocus vernus = albiflorus) heuer besonders üppig blüht.
Die ersten Knospen zeigten sich schon vor etwa drei Wochen, aber wiederholte Schneefälle, Regen und Kälte verzögerten die Blüte.
Schlüsselblumen (Primula eliator)
Auch Schlüsselblumen (Primula eliator) und Gartenprimeln mussten sich durch den Schnee kämpfen, aber die Frühlingsblüher am Alpenrand sind hart im Nehmen.
Das gilt auch für das winzige Rauhaarige Veilchen (Viola hirta), das ich heuer ebenfalls an mehr Stellen entdeckt habe als im Vorjahr. 10.04. 2023
Die ersten zarten, weißen Blüten habe ich schon Ende März auf Allgäuer Bergwiesen entdeckt, dann hat der Schnee vor Ostern alles wieder zugedeckt. Aber die Frühlingsblüher sind hart im Nehmen: ein paar Meter höher steht der Frühlings-Krokus (Crocus albiflorus oder Crocus vernus ssp. albiflorus) in voller Pracht, vorherrschend in Weiß, aber auch in Violett oder zart gestreift.
Ein frühes Veilchen (Viola hirta) bildet hellviolette Flecken am Rand eines Feldwegs. Und am Waldrand unter Büschen und Bäumen fühlen sich Schlüsselblume (Primula eliator) und Buschwindröschen (Anemone nemorosa) wohl. Letzteres gehört zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae) wie die Sumpfdotterblume (Caltha palustris), die in einem feuchten Graben gerade das erste leuchtende Gelb zeigt.
Obwohl der März für Allgäuer Verhältnisse sehr warm war, fehlten Schnee und Regen, so dass erst der kühlere April die Natur richtig aufgeweckt hat, auf den Wiesen schießt das Grün und an warmen Flecken zeigt der Löwenzahn (Taraxacum officinale) sein kräftiges Gelb. Auf den Fettwiesen im Tal ist er innerhalb weniger Tage voll aufgeblüht, auf kargeren Bergwiesen macht er sich noch rar.
Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Auch die vierbeinigen Wiesen- und Waldbewohner sind aktiv, wie frische Maulwurfshügel zeigen. Für das große Loch und den Erdauswurf ist der Dachs verantwortlich, der sich offenbar nicht daran gestört hat, dass die Bauern den Feldweg erst im letzten Jahr neu befestigt haben.
MaulwurfshügelDachsbau
Meine alte Dackeldame hätte das Loch sofort erkundet, aber Zwergschnauzer Airy ist nicht interessiert, so dass Frauchen in Ruhe fotografieren kann. 23. 04. 2022
Das Rauhaarige Veilchen (Viola hirta) ist neu für mich. So früh im Jahr, kurz nach dem letzten Schneefall – und der nächste Schnee ist schon angekündigt – hatte ich kein Veilchen erwartet. Aber da ist es, winzig klein und hellblau an einer sonnigen Böschung. Und ein paar Schritte weiter die nächste Überraschung: der zarte Frühlings-Krokus (Crocus vernus/albiflorus) blüht bereits.
Bisher zeigen sich nur weiße Exemplare, ob die violetten noch kommen, bevor es wieder schneit? Die Frühlingsblüher hier am Alpenrand auf etwa 900 m Höhe sind hart im Nehmen, sie werden wie die robusten Schlüsselblumen (Primula eliator) und Gänseblümchen (Bellis perennis) auch den Aprilschnee überstehen.
Aber was machen Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) mitten auf der Viehweide? Laut Dörr, „Flora des Allgäus“, sind sie hier nicht heimisch, aber aus Gärten verwildert, in Ausbreitung begriffen und vor allem im Voralpenland bereits häufig, allerdings bisher nicht über 1000 m. Am Waldrand, wo ein Bächlein herunterspringt, fühlt sich die Weiße Pestwurz (Petasites albus) wohl und in der Nähe ist eine erste Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) zu entdecken.
Ein vermodernder Baumstamm bildet den idealen Nährboden für Fichten und anderes Gehölz – ein schönes Beispiel für den Kreislauf der Natur, man könnte auch an die österliche Auferstehung denken. Und als nächstes Palm- bzw. Ostersymbol die blühenden Palmkätzchen. Fehlt nur noch der Osterhase. 03. 04. 2021
Von weitem wirken sie oft wie letzte Schneefelder: die weißen Krokusse – Crocus verna subsp. albiflora – blühen, jedenfalls in Tallagen der Allgäuer Berge auf knapp 900 Meter Höhe. In höheren Lagen dauert es noch eine Weile. Trotz des Namens finden sich auch blauviolette und gestreifte Blüten zwischen den zarten weißen Blumen.
Auch noch winzige zartgelbe Schlüsselblumen – Primula eliator – wagen sich heraus – im geschützten Garten stehen sie schon in voller Blüte, aber übers freie Feld fegt trotz warmer Temperaturen ein kalter Wind. Die Buschwindröschen – Anemone nemorosa -, die sich zu früh herausgewagt hatten, litten unter den eisigen Frostnächten: minus 12 Grad halten auch die kältegewohnten Frühblüher nicht unbeschadet aus.
Primula eliator
Anemone nemorosa
Am Rand eines kleinen Feuchtgebiets steht noch das Schilf – Phragmites australis – vom letzten Jahr. Bald wird es zusammenbrechen und frischem Grün Platz machen. Glasklares Wasser eilt im Bach vorüber und gibt den Blick frei bis auf den Grund – ich liebe das Spiel des Wassers über den bunten Steinen.
Ein Maulwurf ist schon aktiv und hat frische Erdhügel aufgeworfen. Und gleich daneben hat offenbar ein Fuchs zahlreiche Mäusegänge aufgegraben, nicht gerade zur Freude des Landwirts.
Am sonnigen Hang leuchtet das Scharbockskraut – Ranunculus ficaria – in kräftigem Gelb, und sonnengelb hat ein allererster Löwenzahn – Taraxacum officinale – schon seine Blüte geöffnet. Wie gut, dass wir trotz Corona spazieren gehen dürfen: im Frühling gibt es täglich Neues zu entdecken, auch auf einem ganz unspektakulären Feldweg, auf dem der Hund und ich fast immer allein sind. 06. 04. 2020
Nicht nur Tulpen und Narzissen stehen in voller Pracht, auch in den wilden Ecken kann ich täglich etwas Neues entdecken. Hier zeigt sich der Frühling in Blau und Gelb. Ganz zart ein kleiner, feinstieliger Ehrenpreis mit dem hübschen lateinischen Namen Veronica filiformis. Als Kinder haben wir Regenblümchen dazu gesagt, weil es angeblich regnet, wenn man sie abpflückt. In kräftigerem Blau zeigen sich Gundermann und kriechender Günsel und rosaviolett der Seidelbast.
Gundermann
Seidelbast
Vielfältig auch die Gelbtöne: die Schlüsselblumen nutzen die blattlose Zeit unter dem Apfelbaum, wo sie im Frühling noch ausreichend Licht bekommen. Das Scharbockskraut glänzt in kräftigem Gelb und der Löwenzahn lockt mit seinen Riesenblüten verschiedene Besucher an.
Scharbockskraut
Schlüsselblumen
Erstaunt bin ich über eine Kratzdistel, die vor ein paar Jahren prächtig im Garten stand, dann aber offenbar Pause machte bis zu diesem Frühjahr. Jetzt kündigt eine kraftvolle Rosette am Boden an, dass sie wieder wachsen will. Ganz zierlich, kaum größer als zehn Zentimeter, steht dagegen eine frühe Segge im Gras, wohl die Frühlingssegge. 20. 4. 2019