Hund und Katze

Wandern und Schauen: Botanische Wanderung 21. 06. 25 am Riedbergpass im Allgäu

Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)

Das Fuchs-Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) und die Händelwurz (Gymnadenia conopsea) beginnen gerade zu blühen und auch das Weißzüngel oder Höswurz (Pseudorchis albida) ist vielleicht schon zu finden.

Weißzüngel/Höswurz (Pseudorchis albida)

Es handelt sich bei diesen Kostbarkeiten um Orchideen, die nicht im exotischen Urwald sondern auf unseren Wiesen wachsen. Wer sie kennenlernen will, ist auf den Exkursionen mit dem Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu willkommen. Am Samstag, 21. Juni 2025 geht es ins Grasgehrengebiet am Riedbergpass auf rund 1400 m Höhe. Die leichte bis mittelschwere Bergwanderung weist nur geringe Steigungen auf und endet nach zwei bis drei Stunden mit einer Einkehr. Die botanische Führung ist kostenfrei, Teilnahme auf eigene Gefahr. Treffpunkt ist um 10 Uhr auf dem Parkplatz Riedbergpass, Berghütte Grasgehren. 18. 06. 2025

Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)

Garten am Alpenrand: Die erste Hornisse

Erst gestern im Kreislehrgarten Oberallgäu haben wir einen kunstvoll gefertigten, verlassenen Hornissenbau bewundert. Und heute entdecke ich dieses prachtvolle Tier in meiner Küche. Wir haben die Hornisse vorsichtig wieder in den Garten gebracht, wo sie sich vor dem Abflug noch kurz auf einem Rosenzweig erholt hat. 10. 06. 2025

Wandern und Schauen: Moor and more

Sumpfblutauge (Comarum palustris)

Das Sumpfblutauge (Comarum palustre, früher Potentilla palustris) ist Blume des Jahres 2025. Gesehen haben wir die Blüte auf einer Exkursion mit dem Landschaftspflegeverband Oberallgäu in einem Moor – im Allgäu sagt man „Moos“ – im Bergstättgebiet bei Immenstadt.

Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos cuculi)
Bach-Nelkenwurz (Geum rivale)

Im renaturierten Moos und den begleitenden Streuwiesen erwartet uns jetzt eine Blütenfülle mit Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi), Bachnelkenwurz (Geum rivale), Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare) und Schmalblättrigem Wollgras (Eriophorum angustifolium).

Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare)
Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustofolium)

In kräftigem Purpur leuchten Orchideen wie das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), dazwischen auch kleinere Pflanzen mit weniger Blüten im oft einseitswendigen Blütenstand, wohl das Lappländische Knabenkraut (Dactylorhiza lapponica) oder eine Hybride.

Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)
wohl Lappländisches Knabenkraut (Dactylorhiza lapponica)

Durch die Entbuschung und Wiedervernässung werden zahlreiche Arten und die darauf angewiesenen Insekten gefördert. So brauchen die Raupen des Randring-Perlmuttfalters den Schlangenknöterich (Bistorta officinalis, auch Polygonum bistorta) und die Raupen des Baldrian-Scheckenfalters lieben den Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica).

Schlangenknöterich (Bistorta officinalis)
Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica)

In den Hochmoor-Bereichen finden sich Bulte mit Seggen (Carex sp.), Moosbeere (Vaccinium oxycoccos) und Torfmoosen (Sphagnum sp.), die enorme Mengen an Wasser speichern können.

Deshalb sind intakte Moore so wichtig als Wasser- und CO2-Speicher und die Arbeit des Landschaftspflegeverbands und der beteiligten Landwirte zur Renaturierung der wenigen noch erhaltenen Moore ist nicht hoch genug einzuschätzen. 02. 06. 2025

Kugelige Teufelskralle (Phyteuma orbiculare)

Garten am Alpenrand: Endlich Regen!

Es regnet. Endlich! Nicht heftig, aber immerhin mehr als nur ein Nieseln und das mit Unterbrechungen schon seit drei Tagen. Das freut den Salat und den Schneck.

Den frischen Zuckererbsenspross, auf den er zielstrebig zukriecht, habe ich ihm aber nicht gegönnt, sondern ihn im hohen Bogen in eine der wilden Ecken befördert. Dort kann er wie ein Liebender die Goldnessel umarmen oder sich zum Gourmet-Festival an den Tulpenblättern einfinden.

Auch die Wassertonnen füllen sich, der Vorrat für trockene Zeiten wird immer wichtiger, selbst bei uns am Alpenrand, wo es immer noch mehr Niederschläge gibt als in anderen Landesteilen.

Akelei und Kugellauch haben inzwischen die Tulpen abgelöst und sind vor allem bei trockenem Wetter heftig umschwärmt. Auch die Schnittlauchblüten sind bei Hummeln, Bienen und Co. beliebt.

Die letzten Tulpen sind noch im Verblühen aparte Schönheiten.

Mich fasziniert auch immer das Farbspiel der Akeleien, zu dem sich passend der Flieder gesellt.

Und habe ich hier eine rosenblättrige Akelei entdeckt? 25. 05. 2025

Wandern und Schauen: „Männliches Knabenkraut“ – ein merkwürdiger Name

Männliches Knabenkraut (Orchis mascula)

„Männliches Knabenkraut“ – wie kommt diese zarte und anmutige Pflanze zu diesem merkwürdigen doppelt männlichen Namen? Auch die botanische Bezeichnung „Orchis mascula“ weist diese Doppelung auf, wobei Orchis aus dem Griechischen kommt und auf die hodenähnlichen Wurzelknollen der Knabenkräuter verweist. „Mascula“ -in Latein „masculus“ (mit männlicher Endung) nannten frühe Botaniker die größere von zwei ähnlichen Arten.

Schlüsselblume (Primula eliator)

Im Allgäuer Bergland auf etwa 1300 m blühen noch üppig die Schlüsselblumen (Primula eliator) und weiter oben im Steilhang ist ein Prachtexemplar der Aurikel (Primula auricula) zu entdecken.

Aurikel (Primula auricula)
Berg-Hahnenfuß (Ranunculus montanus)

Auch Berg-Hahnenfuß (Ranunculus montanus) und Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) gehören zu den gelben Frühjahrsboten.

Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
Heidelbeere (Vaccinium myrtillis)

Die rosa blühenden Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) versprechen eine reiche Beerenernte.

Noch eng eingerollt erscheinen die ersten Farnblätter, während die Pestwurz (Petasites albus) bereits zur Mehrfach-Pusteblume wird. Ein dunkler Fleck am hellen Felsen entpuppt sich als Trauermantel (Nymphalis antiopa), ein prächtiger Schmetterling, den ich hier nur selten sehe. 16. 05. 2025

Weiße Pestwurz (Petasites albus)
Trauermantel (Nymphalis antiopa)

Garten am Alpenrand: Tränendes Herz triumphiert über Tulpen

Gerade noch haben die Tulpen den Garten dominiert, da setzt sich das tränende Herz darüber.

Ein paar Regentage im April ließen das Wachstum geradezu explodieren, obwohl der Regen nicht ausgereicht hat, um den Boden tief zu durchfeuchten. Die Wassertonnen hinter dem Hochbeet mit „Frühbeet“ sind noch längst nicht gefüllt.

Frühbeet

Der Apfelbaum Jakob Fischer beschenkt uns und seine fliegenden Besucher mit einer Überfülle an Blüten, während die anderen Apfelbäume sich noch Zeit lassen.

Die Schlüsselblumen haben die Helligkeit unter den noch blattlosen Bäumen zur Blüte genutzt, sie werden allerdings vom Bärlauch bedrängt, dem sein angestammtes Beet zu eng geworden ist.

Durchsetzungskraft zeigt auch der Günsel, der im hinteren, kühlen Gartenteil mit hellem Blau vor dunklem Laub brilliert. Ich mag auch die filigranen Blütensterne des Fieberklees, der sich den Gartenteich mit Iris und Bergmolchen teilt.

Noch im Verblühen prächtig ist die Lenzrose, der üppige schon einige Jahre alte Stock ebenso wie die im letzten Jahr neu gesetzte dunkle Variante. 02. 05. 2025

Wandern und Schauen: Jeder Tag bringt Neues

Schuppenwurz (Lathraea squamaria)

Der Frühling ist eine spannende Jahreszeit. Jeden Tag gibt es Neues zu entdecken: gestern war es die Schuppenwurz (Lathraea squamaria), die sich aus dem alten Laub schiebt (Handyfoto, man siehts an der Qualität).

An Südhängen fangen Löwenzahn (Taraxacum officinale – ich ignoriere mal die Vielzahl der Unterteilungen, die inzwischen gemacht werden) und Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) zu blühen an, an kühlen Wegrändern leuchtet noch der Huflattich (Tussilago farfara).

An Sonnentagen öffnet sich der Krokus (Crocus vernus/albiflorus) und besondere Freude bereiten mir die Veilchen:

Rauhaariges Veilchen (Viola hirta)
Duftendes Veilchen (Viola odorata)

Die frühesten waren rauhaariges (Viola hirta) und duftendes Veilchen (Viola odorata), jetzt kommen das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) und das Hain-Veilchen (Viola riviana) dazu.

Waldveilchen (Viola reichenbachiana)
Hain-Veilchen (Viola riviana)

Die letzten beiden wachsen am lichten Waldweg gegenüber, die Unterschiede bei Blütenfarbe und Sporn sind mir erst auf den Fotos aufgefallen. Auch Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) stehen in voller Blüte, ebenso wie der Gundermann (Glechoma hederacea).

Zu jeder Jahreszeit prachtvoll: die alte Eiche. 11. 04. 2025

Garten am Alpenrand: Naturgarten mit Bergmolch

Die Bergmolche sind wieder da! Heute Morgen habe ich sie im Gartenteich entdeckt. Ich freue mich jedes Frühjahr über die munteren Gesellen. Wir haben den fast zugewachsenen Teich zur Hälfte wieder frei geräumt und die Molche scheinen sich zwischen den Wurzelresten wohl zu fühlen. Wer findet die beiden Männchen mit dem gelb gepunkteten Kamm auf den Fotos?

Ein Weibchen ist auch da, wollte sich aber nicht fotografieren lassen.

Mein Garten ist jetzt als Naturgarten zertifiziert. Der Anstoß kam vom Gartenbauverein, der zeigen will, dass jeder Garten zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen kann. Da mir Wildpflanzen genauso lieb sind wie gezüchtete Kulturpflanzen, war mein Motto seit jeher: Bei mir darf (fast) alles wachsen, nur nicht überall.

Jetzt im Vorfrühling blühen Krokus und Lenzrose (Helleborus orientalis) neben Himmelschlüssel (Primula eliator) und bald auch Scharbockskraut (Ranunculus ficaria).

Die Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) haben den letzten Schneefall gut überstanden und sind inzwischen am Verblühen. Auch erste Bienen, Hummeln und Zitronenfalter haben wir schon beobachtet.

Die wichtigsten Kriterien für den Naturgarten sind der Verzicht auf „chemische“ Pflanzenschutz- und Düngemittel sowie auf torfhaltige Erde. Und natürlich die Förderung der Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt. Also Marienkäfer und Ohrwurm statt Gift gegen Blattlaus und Co. und Hornspäne und Kompost statt „Kunst“-Dünger. Da ich Moorlandschaften mit ihrer besonderen Pflanzenwelt liebe und Moore wichtige Wasser- und CO2-Speicher sind, ist die Verwendung von torffreier Erde für mich selbstverständlich – die Qualität der angebotenen Erden ist allerdings sehr unterschiedlich, da muss man ausprobieren, was passt.

Arten- und Sortenvielfalt gibt es nicht nur im weitgehend insektenfreundlichen Blumenbeet sondern auch im Obst- Gemüse- und Kräutergarten. So ein Naturgarten sieht freilich nicht so ordentlich aus wie ein „aufgeräumter“ Steine- und Rasengarten.

So durften z.B. Stauden und Stängel im Winter stehen bleiben als Nahrungsquelle und Rückzugsort für Insekten und Vögel. Und was jetzt abgeschnitten wird, landet nicht gleich im Schredder sondern erst mal auf einem Haufen. Auch „wilde“ Ecken, Holzstapel, Mauern und eine Wasserfläche bieten spezielle Lebensräume im Naturgarten. – 22. 03. 2025

Wandern und Schauen: 11. Januar AHO-Vortrag – Naturschönheiten der USA

Auch im neuen Jahr gibt es wieder unsere spannenden Foto-Vorträge über Orchideen und andere Kostbarkeiten der Natur. Der Arbeitskreis Heimische Orchideen, Regionalgruppe Allgäu lädt am 11. Januar 2025 nach Bad Hindelang ein. Unser Mitglied Eugen Schaub zeigt eindrucksvolle Bilder von einer Reise in die USA. Gäste sind wie immer willkommen. Wir treffen uns am Samstag 11. Januar um 14 Uhr im Hotel Prinz-Luitpold-Bad, der Vortrag beginnt um 14.30 Uhr.

Wandern und Schauen: Wunderbarer Winterspaziergang – wunderbare Momente 2025

Ich wünsche Euch allen 2025 möglichst viele wunderbare Momente und so viel Spaß, wie Hund Airy im Schnee hat!