Garten am Alpenrand: Ein Wollschweber?

Habe ich tatsächlich einen Wollschweber am Blaukissen mit der Kamera eingefangen? Leider war er gleich wieder weg, so dass ich keine weiteren Fotos machen konnte. Aber der lange Rüssel ist wohl eindeutig. Ich habe ja schon jede Menge Fliegen – ist die fotografierte eine Raupenfliege? – Bienen und Wildbienen, Hummeln, Käfer und auch Taubenschwänzchen im Garten beobachtet, aber einen Wollschweber bisher noch nicht. Um so mehr freue ich mich über die Entdeckung. Ein bisschen Wildnis bzw. insektenfreundliche Blüten und Pflanzen bringen eben doch mehr Artenreichtum. 05. 04. 2021

Wandern und Schauen: Überraschungs-Veilchen

Rauhaariges Veilchen (Viola hirta)

Das Rauhaarige Veilchen (Viola hirta) ist neu für mich. So früh im Jahr, kurz nach dem letzten Schneefall – und der nächste Schnee ist schon angekündigt – hatte ich kein Veilchen erwartet. Aber da ist es, winzig klein und hellblau an einer sonnigen Böschung. Und ein paar Schritte weiter die nächste Überraschung: der zarte Frühlings-Krokus (Crocus vernus/albiflorus) blüht bereits.

Frühlings-Krokus (Crocus vernus/albiflorus)
Frühlings-Krokus (Crocus vernus/albiflorus)

Bisher zeigen sich nur weiße Exemplare, ob die violetten noch kommen, bevor es wieder schneit? Die Frühlingsblüher hier am Alpenrand auf etwa 900 m Höhe sind hart im Nehmen, sie werden wie die robusten Schlüsselblumen (Primula eliator) und Gänseblümchen (Bellis perennis) auch den Aprilschnee überstehen.

Schlüsselblumen (Primula eliator)
Gänseblümchen (Bellis perennis)
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Aber was machen Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) mitten auf der Viehweide? Laut Dörr, „Flora des Allgäus“, sind sie hier nicht heimisch, aber aus Gärten verwildert, in Ausbreitung begriffen und vor allem im Voralpenland bereits häufig, allerdings bisher nicht über 1000 m. Am Waldrand, wo ein Bächlein herunterspringt, fühlt sich die Weiße Pestwurz (Petasites albus) wohl und in der Nähe ist eine erste Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) zu entdecken.

Weiße Pestwurz (Petasites albus)
Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)

Ein vermodernder Baumstamm bildet den idealen Nährboden für Fichten und anderes Gehölz – ein schönes Beispiel für den Kreislauf der Natur, man könnte auch an die österliche Auferstehung denken. Und als nächstes Palm- bzw. Ostersymbol die blühenden Palmkätzchen. Fehlt nur noch der Osterhase. 03. 04. 2021

Weiden-Kätzchen (Salix sp.)

Garten am Alpenrand: Zu früh gefreut?

Gerade noch haben Krokus, Frühlingsknotenblumen und Schneeglöckchen üppig geblüht und auch die Lenzrose zeigte dicke Blütenknospen. Aber wie bei uns am Alpenrand zu erwarten, blieb es nicht bei diesem Vorgeschmack von Frühling. Es schneit wieder. Wo gestern noch die ersten Bärlauch-Blättchen aus dem Schnee ragten, ist heute nur eine weiße Fläche zu sehen.

Erste Bärlauch-Spitzen, frisch verschneit
Bärlauch und Krokus sind verschwunden

Und es schneit weiter, mal mehr, mal weniger dicht.

Ungeteilte Freude am Schnee hat nur Hund Airy. Für ihn ist es das höchste Vergnügen, sich in der weißen Pracht zu wälzen. Auch wenn danach die Dusche droht, um die kalten „Schnee-Schuhe“ wieder los zu werden. 16. 03. 2021

Wandern und Schauen – Heute entdeckt: der erste Huflattich

Huflattich (Tussilago farfara)

Heute entdeckt: der erste Huflattich (Tussilago farfara). Im Tal sind die Wiesen schon weitgehend aper, und auch in höheren Lagen des Allgäus zeigt sich ein Hauch von Frühling: Auf den Bächen bricht das Eis, der Maulwurf ist schon aktiv und schiebt braune Hügel durch den schmelzenden Schnee, aber in schattigen Nordlagen ist die Landschaft noch weiß.

Es ist ein verrückter Winter: im Januar Massen an Schnee, dann Wärme und Regen, im Februar eisige Temperaturen, und jetzt ein Umschlag von minus fünfzehn auf plus zehn Grad, am Wochenende sollen es 15 Grad werden. Und wann kommt der nächste Schnee? 18. 02. 2021

Wandern und Schauen: Zwischen Spätherbst und Winter

Pünktlich zum ersten Advent zeigt sich die Landschaft weiß überzuckert. Schon in den Tagen zuvor gaben Frost und Eiskristalle einen Vorgeschmack auf den Winter, während zugleich die Sonne letzte Herbstfarben in sanftes Licht setzte.

Auch diese Zeit zwischen Spätherbst und Winter, Sonne und Nebel hat ihren Reiz.

Und Hund Airy genießt sowieso jeden Spaziergang und steckt seine Nase in jedes Mauseloch. 30. 11- 2020

Wandern und Schauen: Ein Tintenfisch im Allgäuer Moor?

DSC07175 Clathrus archeri Tintenfisch-Pilz
Tintenfisch-Pilz (Clathrus archeri)

Ein Tintenfisch am Rande einer Allgäuer Feuchtwiese? Eine unvermutete Entdeckung ist der bizarre, rote Tintenfisch-Pilz (Clathrus archeri). Erstaunlich ist auch, dass es sich um einen Einwanderer aus Neuseeland handelt, der sich seit rund hundert Jahren in Europa verbreitet. Da er es feucht und warm mag, kommt ihm der Klimawandel wohl gerade recht. „Moore und Klimawandel“ war ein Thema bei den Exkursionen des Landschaftspflegeverbands Oberallgäu: wer weiß schon, dass vom CO2- Ausstoß in Bayern acht Prozent aus trocken gelegten Mooren stammen, in denen sich der Torf zersetzt? Die Renaturierung von Mooren ist deshalb ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz, neben dem Wasserspeicher-Effekt.

Und was Moore für den Artenschutz bedeuten, kann jeder sehen: der Moor-Enzian oder Tarant (Swertia perennis) begeistert mit letzten Blüten und am Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea) sind kleine weiße Punkte zu entdecken: die Eier des Lungenenzian-Ameisenbläulings, dessen Raupen sich zunächst vom Enzian ernähren, dann von Ameisen in ihre Nester verschleppt und von ihren unfreiwilligen Wirten gefüttert werden, denen sie mit ihrem Duft vortäuschen, sie seien Ameisenlarven. In der Feuchtwiese wimmelt es von großen und kleinen Hüpfern: eine elegante Langflügelige Schwertschrecke (Conocephalus fuscus) fällt uns besonders auf.

Und auf dem Teufelsabbiss (Succisa pratensis) lauert eine helle Form der Vierfleck-Kreuzspinne (Araneus quadratus), der größten heimischen Kreuzspinnen-Art. Der Teufelsabbiss soll seinen Namen der Wurzel verdanken, die wie abgebissen wirkt und tief unten kann es nur der Teufel gewesen sein! (wir haben nicht nachgegraben!).

Die Engelwurz (Angelica sylvestris) bleibt in der Streuwiese klein, blüht aber trotzdem prächtig. Das Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris) ist auch verblüht noch apart und das Sumpf-Weidenröschen (Epilobium palustre) bildet den zarten Kontrast. 17. 08. 2020

DSC07291 Epilobium palustre Sumpf-Weidenröschen
Sumpf-Weidenröschen (Epilobium palustre)

Wandern und Schauen: Noch mehr Bergfrühling

Der Frühling überrascht uns jeden Tag neu, im Garten und vor allem in der freien Natur: da blühen Frühlings-Krokus (Crocus albiflorus, bzw. C. vernus ssp. albiflorus) und Pestwurz (Petasites hybridus) neben dem letzten Huflattich (Tussilago farfara) und zugleich leuchten schon die violetten Blüten des ersten männlichen Knabenkrauts (Orchis mascula), des frühesten Vertreters der heimischen Orchideen im Allgäu. Gleich daneben sind schon die Blätter des gelben Enzians (Gentiana lutea) zu sehen, die sich kräftig aus dem Boden schieben.

Auf 1200 Meter Höhe kann man bereits die zarten Alpenglöckchen (Soldanella alpina) entdecken, die in höheren Lagen erst einige Wochen später zu den ersten Blühern nach der Schneeschmelze zählen. An feuchten Stellen leuchtet das Gelb der Butterblume (Caltha palustris) und auf steinigem Boden steht schon die nacktstängelige Kugelblume (Globularia nudicaulis).

Auch Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) und erster Wundklee (Anthyllis vulneraria) melden sich zur Stelle.

In einem kleinen Moortümpel herrscht reges Leben: aus dem Laich schlüpft gerade der Nachwuchs der Bergmolche. Ich kenne sie aus meinem Gartenteich, wo sich auch junge Exemplare tummeln, obwohl ich dort noch keinen Laich gesehen habe. 05. 05. 2020

DSC05935

Wandern und Schauen: Neues zu heimischen Orchideen

Um Knabenkraut, Frauenschuh und Waldvögelein geht es im Arbeitskreis Heimische Orchideen am Samstag, 14. März in Bad Hindelang. Die Mitglieder der Regionalgruppe Allgäu zeigen Fotos ihrer Neuentdeckungen und Besonderheiten aus dem Fundus. Im Mittelpunkt stehen die Heimischen Orchideen, aber auch andere Kostbarkeiten und Raritäten der alpinen Flora und Fauna werden gezeigt. Diskutiert werden kann auch über Probleme bei der Zuordnung, neue Varianten oder Unterarten oder über Wuchsformen, die als Farbvariationen oder Hybriden Rätsel aufgeben. Nichtmitglieder sind willkommen, der Eintritt ist frei. Das Treffen findet im Hotel Prinz-Luitpold-Bad, Hofjagdstube statt, Beginn 14 Uhr, Vorträge 14.30 Uhr.

Wandern und Schauen: Winterspaziergang im Advent

Es ist immer wieder wunderbar, wie der Schnee die Landschaft verändert: der Blick verliert sich in Weiß- und Grau-Tönen, die nur von wenigen Farben unterbrochen werden, dem Blau des Himmels oder dem spärlichen Grün, dass noch nicht unter der weißen Decke verschwindet. Die Konturen werden teils weicher wie der Maulwurfshügel unter dem Schnee, teils härter wie die kahlen, dunklen Äste vor dem Weiß.

Noch lässt die Schneedecke den Spaziergang querfeldein zu und Hund und Mensch genießen, jeder auf seine Weise, die winterlichen Verhältnisse – was Hund Airy vom Schnee hält, ist unter „Hund und Katze“ zu lesen. 11. 12. 2019