Der Frühling ist eine spannende Jahreszeit. Jeden Tag gibt es Neues zu entdecken: gestern war es die Schuppenwurz (Lathraea squamaria), die sich aus dem alten Laub schiebt (Handyfoto, man siehts an der Qualität).
An Südhängen fangen Löwenzahn (Taraxacum officinale – ich ignoriere mal die Vielzahl der Unterteilungen, die inzwischen gemacht werden) und Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) zu blühen an, an kühlen Wegrändern leuchtet noch der Huflattich (Tussilago farfara).
An Sonnentagen öffnet sich der Krokus (Crocus vernus/albiflorus) und besondere Freude bereiten mir die Veilchen:
Die frühesten waren rauhaariges (Viola hirta) und duftendes Veilchen (Viola odorata), jetzt kommen das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) und das Hain-Veilchen (Viola riviana) dazu.
Die letzten beiden wachsen am lichten Waldweg gegenüber, die Unterschiede bei Blütenfarbe und Sporn sind mir erst auf den Fotos aufgefallen. Auch Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) stehen in voller Blüte, ebenso wie der Gundermann (Glechoma hederacea).
Zu jeder Jahreszeit prachtvoll: die alte Eiche. 11. 04. 2025
Die Bergmolche sind wieder da! Heute Morgen habe ich sie im Gartenteich entdeckt. Ich freue mich jedes Frühjahr über die munteren Gesellen. Wir haben den fast zugewachsenen Teich zur Hälfte wieder frei geräumt und die Molche scheinen sich zwischen den Wurzelresten wohl zu fühlen. Wer findet die beiden Männchen mit dem gelb gepunkteten Kamm auf den Fotos?
Ein Weibchen ist auch da, wollte sich aber nicht fotografieren lassen.
Mein Garten ist jetzt als Naturgarten zertifiziert. Der Anstoß kam vom Gartenbauverein, der zeigen will, dass jeder Garten zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen kann. Da mir Wildpflanzen genauso lieb sind wie gezüchtete Kulturpflanzen, war mein Motto seit jeher: Bei mir darf (fast) alles wachsen, nur nicht überall.
Jetzt im Vorfrühling blühen Krokus und Lenzrose (Helleborus orientalis) neben Himmelschlüssel (Primula eliator) und bald auch Scharbockskraut (Ranunculus ficaria).
Die Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) haben den letzten Schneefall gut überstanden und sind inzwischen am Verblühen. Auch erste Bienen, Hummeln und Zitronenfalter haben wir schon beobachtet.
Die wichtigsten Kriterien für den Naturgarten sind der Verzicht auf „chemische“ Pflanzenschutz- und Düngemittel sowie auf torfhaltige Erde. Und natürlich die Förderung der Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt. Also Marienkäfer und Ohrwurm statt Gift gegen Blattlaus und Co. und Hornspäne und Kompost statt „Kunst“-Dünger. Da ich Moorlandschaften mit ihrer besonderen Pflanzenwelt liebe und Moore wichtige Wasser- und CO2-Speicher sind, ist die Verwendung von torffreier Erde für mich selbstverständlich – die Qualität der angebotenen Erden ist allerdings sehr unterschiedlich, da muss man ausprobieren, was passt.
Arten- und Sortenvielfalt gibt es nicht nur im weitgehend insektenfreundlichen Blumenbeet sondern auch im Obst- Gemüse- und Kräutergarten. So ein Naturgarten sieht freilich nicht so ordentlich aus wie ein „aufgeräumter“ Steine- und Rasengarten.
So durften z.B. Stauden und Stängel im Winter stehen bleiben als Nahrungsquelle und Rückzugsort für Insekten und Vögel. Und was jetzt abgeschnitten wird, landet nicht gleich im Schredder sondern erst mal auf einem Haufen. Auch „wilde“ Ecken, Holzstapel, Mauern und eine Wasserfläche bieten spezielle Lebensräume im Naturgarten. – 22. 03. 2025
So sah es vor zwei Tagen im Garten aus. Und heute boten sich diese Bilder:
Zum Glück sind die meisten Frühlingsblüher hart im Nehmen. Die Schlüsselblumen (Primula eliator) werden auch nach dem Schnee unter den Obstbäumen stehen.
Schlüsselblume (Primula eliator)
Laut Flora germanica treten zwischen Primula eliator und „Gartenprimeln“ verschiedene Rückkreuzungen mit allen möglichen Farbübergängen auf, was sich im vorderen Gartenteil gut beobachten lässt. Dort setze ich gern die gekauften und geschenkten Pflanzen ein, die in den nächsten Jahren meistens wieder blühen, allerdings in oft überraschenden Farbtönen.
Die kleinen Narzissen-Arten stehen schon in voller Blüte. Das merkwürdige Gebilde auf einem Narzissenkelch gibt mir Rätsel auf.
Unter dem Schnee verschwunden sind auch Krokus (Crocus chrysanthus „Ard Schenk) und Milchstern (Ornithogalum sp.).
Der Birnbaum (Clapps Liebling) hat schon dicke Blütenknospen, aber nach dem Kälteeinbruch wird er sich hoffentlich mit dem Blühen noch Zeit lassen. Für die Obstblüte ist es noch viel zu früh. 24. 03. 2024
Die Lenzrose (Helleborus x orientalis „Prince Picotee“) blüht heuer besonders prächtig, sie wird von Jahr zu Jahr kräftiger.
Die Krokusse zeigen sich in letzter Pracht, viele sind schon verblüht. Sie mussten heuer viel aushalten: drei oder vier Mal hat Neuschnee sie zugedeckt, zuletzt vor acht Tagen.
Und nächste Woche soll es wieder schneien. Aber der Frühling lässt sich nicht aufhalten. Die kleinblütigen Narzissen (Narcissus „Tete a Tete“) und die etwas größere Sorte mit den orangegelb angehauchten Kelchen (Narcissus „Jetfire“) blühen schon überall im Garten und erste Primeln öffnen ihre Blüten.
Ich habe den Eindruck, dass sich die gezüchteten Gartenprimeln munter mit den Wildblumen (Primula eliator) mischen, die unter den Apfelbäumen wachsen. Jedenfalls zeigen sich jedes Jahr neue Größen- und Farbkombinationen, heuer zuerst in Hellgelb. Was mich wieder besonders freut: im Gartenteich sind schon die Bergmolche eingezogen, aber sie wollten sich noch nicht fotografieren lassen. 23. 03. 2023
Leuchtende Farbpunkte mitten im Schnee: der Frühling lässt sich nicht aufhalten. Mancher Krokus und die Schneeglöckchen sehen ein bisschen zerrupft aus, aber kaum ist das lastende Weiß weggetaut, heben sie die Köpfchen in die Höhe.
Der Bärlauch hat ein paar gelbe Spitzen, ist aber trotzdem bald erntereif – falls es nicht wieder eisig wird. Aber heute heißt es im Garten: Schneeschmelze! 25. 03. 2021
Gerade noch haben Krokus, Frühlingsknotenblumen und Schneeglöckchen üppig geblüht und auch die Lenzrose zeigte dicke Blütenknospen. Aber wie bei uns am Alpenrand zu erwarten, blieb es nicht bei diesem Vorgeschmack von Frühling. Es schneit wieder. Wo gestern noch die ersten Bärlauch-Blättchen aus dem Schnee ragten, ist heute nur eine weiße Fläche zu sehen.
Erste Bärlauch-Spitzen, frisch verschneitBärlauch und Krokus sind verschwunden
Und es schneit weiter, mal mehr, mal weniger dicht.
Ungeteilte Freude am Schnee hat nur Hund Airy. Für ihn ist es das höchste Vergnügen, sich in der weißen Pracht zu wälzen. Auch wenn danach die Dusche droht, um die kalten „Schnee-Schuhe“ wieder los zu werden. 16. 03. 2021
Es ist kaum zu glauben: der erste Krokus blüht. Ein winziger, hellgelber, botanischer Krokus dort, wo vor kurzem der Schnee noch einen Meter hoch lag. Nach tagelangem Regen ist die weiße Pracht weitgehend dahingeschmolzen, nur dreckige Schneeberge am Straßenrand erinnern noch daran.
Und es wird sicher noch Schnee kommen, wir sind ja noch mitten im Winter. Aber so ein erster Frühlingsgruß ist eine ganz besondere Freude! 05. 02. 2021
Der Frühling überrascht uns jeden Tag neu, im Garten und vor allem in der freien Natur: da blühen Frühlings-Krokus (Crocus albiflorus, bzw. C. vernus ssp. albiflorus) und Pestwurz (Petasites hybridus) neben dem letzten Huflattich (Tussilago farfara) und zugleich leuchten schon die violetten Blüten des ersten männlichen Knabenkrauts (Orchis mascula), des frühesten Vertreters der heimischen Orchideen im Allgäu. Gleich daneben sind schon die Blätter des gelben Enzians (Gentiana lutea) zu sehen, die sich kräftig aus dem Boden schieben.
Männliches Knabenkraut, Orchis mascula
Alpenglöckchen, Soldanella alpina
Auf 1200 Meter Höhe kann man bereits die zarten Alpenglöckchen (Soldanella alpina) entdecken, die in höheren Lagen erst einige Wochen später zu den ersten Blühern nach der Schneeschmelze zählen. An feuchten Stellen leuchtet das Gelb der Butterblume (Caltha palustris) und auf steinigem Boden steht schon die nacktstängelige Kugelblume (Globularia nudicaulis).
Butterblume Caltha palustris
Nacktstängelige Kugelblume, Globularia nudicaulis
Auch Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) und erster Wundklee (Anthyllis vulneraria) melden sich zur Stelle.
Hufeisen-Klee, Hippocrepis comosa
Wundklee, Anthyllis vulneraria
In einem kleinen Moortümpel herrscht reges Leben: aus dem Laich schlüpft gerade der Nachwuchs der Bergmolche. Ich kenne sie aus meinem Gartenteich, wo sich auch junge Exemplare tummeln, obwohl ich dort noch keinen Laich gesehen habe. 05. 05. 2020
Von weitem wirken sie oft wie letzte Schneefelder: die weißen Krokusse – Crocus verna subsp. albiflora – blühen, jedenfalls in Tallagen der Allgäuer Berge auf knapp 900 Meter Höhe. In höheren Lagen dauert es noch eine Weile. Trotz des Namens finden sich auch blauviolette und gestreifte Blüten zwischen den zarten weißen Blumen.
Auch noch winzige zartgelbe Schlüsselblumen – Primula eliator – wagen sich heraus – im geschützten Garten stehen sie schon in voller Blüte, aber übers freie Feld fegt trotz warmer Temperaturen ein kalter Wind. Die Buschwindröschen – Anemone nemorosa -, die sich zu früh herausgewagt hatten, litten unter den eisigen Frostnächten: minus 12 Grad halten auch die kältegewohnten Frühblüher nicht unbeschadet aus.
Primula eliator
Anemone nemorosa
Am Rand eines kleinen Feuchtgebiets steht noch das Schilf – Phragmites australis – vom letzten Jahr. Bald wird es zusammenbrechen und frischem Grün Platz machen. Glasklares Wasser eilt im Bach vorüber und gibt den Blick frei bis auf den Grund – ich liebe das Spiel des Wassers über den bunten Steinen.
Ein Maulwurf ist schon aktiv und hat frische Erdhügel aufgeworfen. Und gleich daneben hat offenbar ein Fuchs zahlreiche Mäusegänge aufgegraben, nicht gerade zur Freude des Landwirts.
Am sonnigen Hang leuchtet das Scharbockskraut – Ranunculus ficaria – in kräftigem Gelb, und sonnengelb hat ein allererster Löwenzahn – Taraxacum officinale – schon seine Blüte geöffnet. Wie gut, dass wir trotz Corona spazieren gehen dürfen: im Frühling gibt es täglich Neues zu entdecken, auch auf einem ganz unspektakulären Feldweg, auf dem der Hund und ich fast immer allein sind. 06. 04. 2020
Der Vorfrühling zeigt sich von seiner schönsten Seite: die Lenzrose blüht – eine späte Verwandte der Christrose – und der Krokus ist eine Pracht. Warme Tage mit Temperaturen bis 16 Grad lassen den Bärlauch sprießen und mit leuchtenden roten Bällen schiebt sich der Rhabarber aus dem Boden.
Rhabarber
Bärlauch
Im Garten ist jetzt Aufräumen angesagt: die Stauden werden geschnitten und wo in den Blumenbeeten Knoblauchrauke, Nelkenwurz und kriechender Hahnenfuß das Regiment übernehmen wollen, werden die dort unerwünschten Beikräuter beseitigt. Sie haben ihren Platz in den ausgedehnten wilden Ecken des Gartens. Ein Teil der Apfelbäume musste beschnitten werden. Das mache ich sonst lieber im Sommer, um das Wachstum zu beruhigen, aber ein Baum hatte zu viele nach oben weisende Triebe entwickelt und der andere war zu dicht geworden. Meine alten Apfelsorten unterscheiden sich sehr stark im Wachstum: während sich die einen sehr kräftig und ausufernd entwickeln, benötigen andere nur einen zurückhaltenden Schnitt. Bei all den Arbeiten bleibt keine Zeit, sich über die Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise Gedanken zu machen. Wohl dem, der jetzt einen Garten hat! 19.03.2020