Hund und Katze: Welpen-Tagebuch 16

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  1. Woche In der Tierarzt-Praxis

Große Erleichterung, Airy hat die zweite Impfung gut überstanden. Er war nur etwas müder als üblich. Auf die erste Impfung noch bei der Züchterin hatte er ziemlich heftig reagiert. Unsere Tierärztin hat deshalb bei der zweiten Impfung die Dosis reduziert. Nun müssen wir zwar in vier Wochen nochmal antreten, aber das scheint mir das kleinere Übel zu sein. In der Tierarzt-Praxis war Airy super brav. Er kannte sich ja schon aus, wir waren schon zweimal zur Probe da. Der kleine Pieks war schnell wieder vergessen, denn es gab Lob und Streicheln und Leckerli von allen Seiten. Spannend war die Begegnung mit einem jungen Schäferhund und einem Terrier, auch wenn sich alle nur von weitem beschnuppern durften. Die exakte Tierarzt-Waage zeigt: Der Welpe hat in den letzten vier Wochen ein Kilo zugelegt und wiegt jetzt knapp 3 Kilogramm. Frauchen merkt es am Geschirr: wir brauchen schneller als gedacht die nächste Größe. Auch aus der Auto-Welpen-Box ist der Hund schon herausgewachsen. Zum Glück haben wir Geschirr und Box vom Hund einer Freundin geerbt, deren Flocki sich vehement weigert, in die große Box zu steigen. Airy dagegen ist ohne zu zögern von selbst umgezogen: ich habe ihn in der gewohnten kleinen Box ins Auto gestellt, die große Box mit ein paar Leckerli daneben, und dann auf dem nächsten Parkplatz beide Türen aufgemacht. Als ich vom Einkauf zurückkomme, liegt Airy schon ganz selbstverständlich in der neuen, großen Box.

Hund und Katze: Welpen-Tagebuch 15

  1. Woche: Wem gehört der Woll-Korb?

Knöpfe annähen, Socken stopfen, Löcher ausbessern, das sind Arbeiten, die Frauchen höchst ungern erledigt. So ist es kein Wunder, dass sich im dafür vorgesehenen Korb Wollsachen, Blusen und Socken stapeln. Maya findet das wunderbar: sie kann sich ganz verkriechen oder obenauf thronen, im Korb ist es weich und warm. Dumm ist nur, dass Hund Airy schon wieder gewachsen ist, vor allem die Beine scheinen täglich länger zu werden. Jedenfalls schafft er es inzwischen, den Korb zu erklimmen und Kätzchen zu vertreiben. Maya verkriecht sich im Katzenkorb. Aber plötzlich liegt der Hund drin. Maya muss sich einen höheren Ruheplatz suchen.P1070730_1[4099]

Airy wird immer selbständiger. Wenn ich ihn bisher beim Spaziergang gesucht habe, konnte ich sicher sein, dass er direkt hinter meinen Fersen war. Aber bei einem der letzten Ausflüge ist im Schnee die Schleppleine unter meinem Schuh durchgerutscht und Airy war in Windeseile weit voraus. Dabei schnüffelte er alle paar Schritte im Schnee. Eine Wild-Spur? Nein, Frauchens Fußspuren im Neuschnee – wir waren auf dem Rückweg. Er wäre wohl brav nach Hause gelaufen. Aber dann hat er doch gemerkt, dass Frauchen noch hinter ihm war. Wir müssen das „Komm“ verstärken. Sobald er zu mir schaut, wird er gerufen und kräftig gelobt, wenn er kommt.

Hund und Katze: Welpen-Tagebuch 14

4.Woche: Maya erkundet den Garten

Kätzchens OP-Wunde ist problemlos verheilt, die Fäden sind gezogen. Damit steht weiteren Begegnungen mit Nachbars Kater nichts mehr im Wege, es wird keine Folgen geben. Ob der Kater noch an Maya interessiert ist, wird sich zeigen. Jedenfalls darf Kätzchen jetzt hinaus in den Garten. Der erste Sprung führt auf den Dachbalken des Gartenhauses. Dann banges Miauen: wie komm ich da wieder runter? Frauchen weiß Rat und holt eine Leiter. Aber als ich mit dem Rettungsgerät ankomme, springt Maya mir bereits entgegen. Sie hat den Absprung allein geschafft. Dann erprobt sie ihre Kletterkünste am Zwetschgenbaum, was ebenfalls gefährlich aussieht, aber auch hier wird der Abstieg selbstständig gemeistert. Gemeinsam mit dem Hund erkundet Maya den Komposthaufen, auf dem zwar nur Grasschnitt, Blätter und sonstige Gartenabfälle kompostiert werden, der aber trotzdem interessant riecht. Seit ich einen hartnäckigen Fuchs als Kompostverteiler im Garten hatte (nachzulesen in meinem Buch „Dackelblick und Ringelschwanz“), kommen Küchenabfälle nur noch in einen geschlossenen, runden Komposter, den auch der schlaueste und kräftigste Fuchs nicht auseinandernehmen kann. Maya trägt ein schickes rotes Halsband zum Zeichen, dass die künftige Freigängerin keine Streunerin ist. Das Halsband geht bei Belastung auf, damit sie bei ihren Exkursionen nicht irgendwo im Gelände hilflos hängenbleibt. Sie ist auch gechipt und bei Tasso registriert, aber den Chip sieht man nicht. Fürs Erste ist die Gefahr gering, dass Maya verlorengeht, denn sie entscheidet sich, mit Hund und Frauchen wieder in die warme Stube zurückzukehren.

Hund und Katze: Welpen-Tagebuch 13

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Friedlich beisammen liegen? Das geht nicht lange gut:

  1. Woche: Airy entdeckt seine Stimme

Erst wird geknurrt, dann herausfordernd gebellt. Kätzchen liegt mal wieder auf der Hundebox und verteilt von oben ein paar Tatzen-Hiebe, offenbar spielerisch mit eingefahrenen Krallen. Denn Airy lässt sich nicht abschrecken. Ganz im Gegenteil: jeder misslungene Versuch, Maya zu erreichen, stachelt ihn weiter an. Er springt so hoch er kann und bellt so laut es geht. Noch passiert das in Welpen-Lautstärke und wirkt eher komisch als gefährlich. Kätzchen sieht das auch so und schaut gelangweilt nach unten. Ich sehe voraus, dass mir die jetzt noch lustigen Beller in ein paar Monaten nicht mehr gefallen werden und setze dem Treiben mit einem kräftigen „Schluß!“ ein Ende. Aber so leicht lässt sich Airy nicht von dem fröhlichen Spiel abbringen. Eine Alternative muss her: der alte Knabber-Schuh sorgt erst einmal für Abwechslung.

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Meine Bücher

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Dackelblick und Ringelschwanz – Erlebnisse mit Hunden

Vom Doggen-Mischling Götz über den schwarzen „Höllenhund Cerberos“ – der mit dem Ringelschwanz – bis zum Rauhhaar-Dackel begleiten stets Hunde das Leben der Autorin. Jeder Vierbeiner hat seinen eigenen Charakter, jeder ist eine Herausforderung für sein Frauchen und die Familie. Denn jeder Hund stammt aus zweiter Hand mit weitgehend unbekanntem Vorleben. Die Autorin erzählt mit viel Humor von Erlebnissen mit diesen „Überraschungspaketen“, vom geklauten Rehbraten, von „Ausgrabungen“ im Garten und von Begegnungen mit Mensch und Tier im Wald und auf den Bergen. Dabei wird klar, dass das Zusammenleben mit einem kraftvollen Riesenhund oder einem sturen Dackel nicht immer ein reines Vergnügen ist. Die Autorin berichtet, wie sich die Ansichten zu artgerechter Tierhaltung und zur Hundeerziehung in den letzten Jahrzehnten gewandelt haben und sie erzählt augenzwinkernd, warum trotz der Erkenntnisse der Verhaltensforschung und moderner Erziehungsmethoden Hunde nicht immer das tun, was ihre Menschen wollen. Mit stets liebevollem Blick, aber ohne die Tiere zu vermenschlichen, schildert Anna Marie Birken, wie jeder Vierbeiner mit seinen Eigenarten unser Leben bereichert.

„Dackelblick und Ringelschwanz“, Autorin Anna Marie Birken, 215 Seiten, zu beziehen über den Buchhandel und Online-Buchhandel und über den Verlag „vonjournalisten.de“ zum Preis von 15,95 Euro gebunden, ISBN 9789463181990 und 8,95 Euro als E-Pub, ISBN 9789463429580.

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Schlüsselkind – Eine Kindheit in den 50er Jahren

Die große Puppe ist ein Sonntagsspielzeug, viel zu schade für den Alltag. Und ein Tretroller bleibt für Mädchen ein Wunschtraum. Anna Marie Birken erinnert sich an eine Kindheit ohne Kühlschrank und Fernseher, Waschmaschine und Telefon, Handy oder PC. Die Autorin schildert das Leben in den 50er Jahren ohne nostalgische Verklärung. Für Kinder ist es selbstverständlich, überall mitzuhelfen, wo kleine Hände gebraucht werden. Trotz zahlreicher Pflichten bleibt viel Freiraum zum Spielen im Wald oder im verbotenen Bunker. Die Kriegsfolgen sind noch allgegenwärtig, aber die meisten Erwachsenen sprechen nicht darüber. Die Autorin erzählt auch von strengen Strafen, von verschwiegener Sexualität und von der Benachteiligung der Frau, die schon die Kindererziehung prägen. Aber ein selbständiges „Schlüsselkind“, das ohne Vater aufwächst, ist nicht immer so brav, wie es von Mädchen erwartet wird. Die Episoden aus dem Alltag lassen eine typische Nachkriegskindheit lebendig werden.

„Schlüsselkind – Eine Kindheit in den 50er Jahren“, Autorin Anna Marie Birken, 151 Seiten, vonjournalisten.de, ISBN 9789463423472, 12,95 Euro

Garten am Alpenrand: Noch ein Gartenblog?

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Noch ein Gartenblog? Es gibt doch schon so viele!

Den Anstoß gab meine Nachbarin: sie liest keine Gartentipps in der Zeitung und kein Gartenmagazin, weil all die Tipps, Ratschläge und Hochglanzfotos bei uns sowieso nicht zutreffen. Bei uns, das heißt am Alpenrand auf etwa 850 Meter Höhe. Das bedeutet: es kann zwischen Oktober und Mai bis in die Täler schneien, der Frühling hält zwei bis vier Wochen später Einzug als im Unterland, der Sommer kann kühl und verregnet, aber auch sehr heiß sein und der „goldene Herbst“ hält sein Versprechen nicht in jedem Jahr. Im Winter muss mit Frost bis minus 20 Grad gerechnet werden und Regen gibt es im Überfluss. Also kein warmes Weinberg-Klima sondern eine raue Lage, in der nicht jedes Kraut und jeder Baum gedeiht. Aber es macht Spaß, auszuprobieren, was bei uns wächst. Schon mal vorweg: es ist eine ganze Menge.